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31.05.2012 11:42

Bildungschancen für Migranten: gleich gut, gleich schlecht

Dr. Paul Stoop Informations- und Kommunikationsreferat
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH

    Keine ethnische Diskriminierung bei Grundschulempfehlung nachweisbar

    Bei vergleichbaren Leistungen und ähnlichem sozialem Hintergrund werden Migrantenkinder mindestens so oft ans Gymnasium empfohlen wie ihre deutschstämmigen Mitschüler. WZB-Bildungsforscherin Cornelia Gresch bestätigt in einer Studie, dass Kinder mit Migrationshintergrund am Ende der Grundschule seltener eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten als andere. Sie kann diesen Nachteil aber vollständig auf den häufig niedrigeren sozialen Status und geringere schulische Kompetenzen der Kinder zurückführen. Ethnische Diskriminierung ist an dieser Stelle der Bildungsbiografie also nicht direkt nachweisbar.

    Die Studie, die im neuen WZBrief Bildung vorgestellt wird, wurde 2007 am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung erarbeitet. Viertklässler, Eltern und Lehrkräfte wurden vor dem Wechsel in die weiterführende Schule befragt, die Kompetenzen der Kinder wurden über standardisierte Tests erhoben. Die Autorin weist nach, dass die Übergangsempfehlung bei Kindern, die mit ihren Eltern nach Deutschland zugewandert sind, gerade im Fach Deutsch weniger an die Noten gekoppelt sind als bei Kindern ohne Migrationshintergrund. Offenbar berücksichtigen manche Lehrkräfte die schwierigere Ausgangslage dieser Schülerinnen und Schüler.

    Für Cornelia Gresch ist diese intuitive Anerkennung der verschiedenen Startpositionen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund erfreulich, aber nicht ausreichend: „Lehrkräfte und Eltern brauchen transparente Kriterien für die Vergabe der Grundschulempfehlung“, erklärt die Soziologin. „Hier ist die Forschung gefragt.“


    Pressekontakt

    Dr. Cornelia Gresch
    Projektgruppe Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen
    fon: 030 25491 268
    mail: Gresch@wzb.eu

    Gabriele Kammerer
    Referat Information und Kommunikation
    fon: 030 25491 517
    mail: Gabriele.Kammerer@wzb.eu

    Zum Lesen bitte hier klicken:

    Migrantenkinder auf dem Weg zum Abitur: Wie kommen die Übergangsempfehlungen nach der Grundschule zustande?
    http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-bildung/WZBriefBildung212012_gresch.pdf


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsergebnisse, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


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