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15.06.2012 13:55

Entwicklungsländer angemessen an „Rio+20“ beteiligen

Christoph Schröder Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule für Philosophie München

    Als Mitglied der deutschen Regierungsdelegation nimmt IGP-Leiter Johannes Müller SJ an der UN-Konferenz teil

    Der Leiter des Instituts für Gesellschaftspolitik (IGP) an der Hochschule für Philosophie München, Johannes Müller SJ, fordert die angemessene Beteiligung aller Entwicklungsländer an den Verhandlungen des „Rio+20“-Gipfels. Er ist Vorsitzender des MISEREOR-Beirates und wird als Vertreter des Bischöflichen Hilfswerks Mitglied der deutschen Regierungsdelegation sein, die zur „Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung“ nach Rio de Janeiro reist. Dort soll vom 20. bis 22. Juni besonders über eine nachhaltige, grüne Ökonomie verhandelt werden.

    Der Entwicklungsexperte betont, ein nachhaltiges Wirtschaftssystem könne „nur gelingen, wenn die Entwicklungsländer selbst ausreichend Gelegenheit haben, ihre Interessen zu vertreten. Die Klimakonferenzen der letzten Jahre sind nicht zuletzt aufgrund mangelnder Beteiligung dieser Länder gescheitert.“ Und er mahnt: „Wenn in Rio nur abstrakte ökologische Ziele diskutiert werden, muss auch diese Konferenz scheitern.“

    Die massiven umweltpolitischen Herausforderungen werfen Müller zufolge nicht nur technisch-ökonomische Fragen auf. „Es besteht auch ein Gerechtigkeitsproblem. Die reichen Länder können den ärmeren Ländern nicht verwehren, ähnlich gut leben zu wollen“, erklärt er. “Die Übernahme der gegenwärtigen Wirtschaftsweise der Industrieländer würde jedoch zu einem ökologischen Kollaps führen.“ Deshalb hebt der Jesuit die Bedeutung einer „inklusiven Nachhaltigkeit“ hervor, also eines Konzeptes, das bei Fragen der Umwelt- und Klimapolitik stets auch die Nöte und Sorgen der Armen berücksichtigt, sie aufgreift und entsprechende Maßnahmen vorschlägt.

    Zwar dämpft Müller zu hohe Erwartungen an die Konferenz. Dennoch unterstreicht er aber ihre Bedeutung. „Der Entwurf des Abschlussdokuments ist bisher recht unverbindlich. Aber die Konferenz ist dennoch wichtig“, stellt er klar. „Sie kann einige Leitplanken abstecken und internationale Aufmerksamkeit gerade in den Entwicklungsländern schaffen.“

    Johannes Müller ist seit 1986 Leiter des IGP. Als emeritierter Professor für Sozialwissenschaften und Entwicklungspolitik an der von den Jesuiten getragenen Hochschule für Philosophie München hat er in zahlreichen Veröffentlichungen zu globalen Fragen der Entwicklungs- und Weltordnungspolitik Stellung genommen. So war er unter anderem am Projekt „Klimawandel und Gerechtigkeit“ beteiligt, das das IGP zusammen mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, MISEREOR und der Münchener Rück Stiftung von 2007 bis 2010 durchgeführt hat. Vor kurzem ist der Report zur Studie unter dem Titel „Climate Change, Justice and Sustainability: Linking Climate and Development Policy“ nun auch auf Englisch erschienen. Schon 2010 ist der deutsche Bericht „Global aber gerecht. Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen“ erschienen.

    Seit 2011 ist Müller Vorsitzender des MISEREOR-Beirates. Darüber hinaus ist er wissenschaftlicher Berater und Mitarbeiter weltkirchlicher Arbeitsgruppen und Einrichtungen der Deutschen Bischofskonferenz wie etwa der Kommission Weltkirche.


    Weitere Informationen:

    http://www.hfph.mwn.de/igp/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Politik, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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