idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
22.06.2012 13:49

Infektionsforschung: Molekularer Scharfmacher identifiziert

Luise Dirscherl Stabsstelle Kommunikation und Presse
Ludwig-Maximilians-Universität München

    Eines wie keines: LMU-Forscher haben ein Enzym identifiziert, das an einer krankmachenden Modifikation beteiligt ist. Weil dieses Molekül keine Ähnlichkeit zu bekannten Proteinen aufweist, könnte es ganz neue Therapieansätze eröffnen.

    Studien an einer Reihe pathogener Bakterien haben gezeigt, dass diese Erreger nur krank machen, wenn zuvor das Enzym EF-P chemisch modifiziert wird. Dieses Enzym ist ein universell konservierter sogenannter Elongationsfaktor und trägt zur Proteinsynthese bei. Verändert wird EF-P durch zwei bereits bekannte Faktoren, die alleine aber nicht den Grad der Veränderung erreichen, der an lebenden Zellen beobachtet wird.

    Der unbekannte Dritte

    Mindestens ein weiterer Faktor musste also vorliegen - erwies sich aber als besonders schwer zu fassen. Erst jetzt gelang es einem Forscherteam um den LMU-Biologen Daniel Wilson, der auch dem Exzellenzcluster „Center for Integrated Protein Science Munich" (CIPSM) angehört, das mysteriöse Molekül zu identifizieren - und eine überraschende Eigenschaft zu enthüllen: Das Enzym YfcM ähnelt keinem bekannten Protein und ist deshalb bislang einzigartig.

    Für die Forschung ist YfcM von großem Interesse: „YfcM könnte sich als ideales Zielmolekül für neue - und dringend benötigte - Antibiotika entpuppen, deren Wirkstoffe menschliche Moleküle nicht beeinträchtigen würden", sagt Wilson, „allerdings muss seine Rolle bei der EF-P-Modifikation noch genauer untersucht werden".
    (göd) (Nature Chemical Biology vom 17.6.)

    Publikation:
    Lys34 of translation elongation factor EF-P is hydroxylated by YfcM
    Lauri Peil,1, 4, 5 Agata L Starosta,2, 5 Kai Virumäe,3 Gemma C Atkinson,1 Tanel Tenson,1 Jaanus Remme3 & Daniel N Wilson2
    Nature Chemical Biology (2012)
    DOI: doi:10.1038/nchembio.1001

    Kontakt:
    Dr. Daniel Wilson
    Genzentrum und Department für Chemie und Biochemie der LMU
    Exzellenzcluster „Center for Integrated Protein Science Munich“ (CIPSM)
    Tel.: 089/2180 - 76902
    E-Mail: wilson@genzentrum.lmu.de
    http://www.wilson.genzentrum.lmu.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).