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21.08.2012 10:58

Transplantation: Aktuelles Geschehen darf Patienten nicht das Leben kosten

Thomas Krieger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.

    Fachgesellschaft der Herzchirurgen unterstützt Vorschläge für Vier-Augen-Prinzip und befürwortet unangekündigte Kontrollen zur Überprüfung der Dringlichkeits-Einstufung der Transplantationspatienten

    Die Fachgesellschaft der deutschen Herzchirurgen appelliert an die Bevölkerung und die Medien, bei der Debatte über das Fehlverhalten einzelner Beteiligter bei der Organtransplantation nicht die Not der Patienten außer Acht zu lassen, die den Tod vor Augen auf ein neues Organ warten. Ein weiterer Rückgang der Spenderbereitschaft bedeute beispielsweise eine deutliche Zunahme des Risikos, dass einige der rund 1.000 Menschen, die zurzeit in Deutschland auf ein neues Herz warten, vor der lebensrettenden Transplantation sterben.

    „Die Diskussion um das Fehlverhalten einzelner Transplantationsmediziner darf nicht zulasten unserer todkranken Patienten gehen“, sagte Friedrich Wilhelm Mohr, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) „Wir haben schon jetzt bei den zur Verfügung stehenden Spenderherzen einen katastrophalen Notstand: Konnten in Deutschland im Jahr 1998 noch 526 Herztransplantationen durchgeführt werden, waren es im Jahr 2011 aufgrund fehlender Spenderorgane nur noch 355. Für das erste Halbjahr 2012 – also vor der Berichterstattung über die Unstimmigkeiten an der Klinik in Göttingen - zählte die Deutsche Stiftung Organtransplantation nur 172 Herztransplantationen, was schon zu diesem Zeitpunkt ein Hinweis auf einen weiteren Rückgang sein kann. Und dies, obwohl aufgrund der Innovation von Verfahren und Weiterentwicklung von Operationsmethoden immer mehr Menschen geholfen werden könnte.“

    Vor dem Hintergrund dieser Zahlen bittet die DGTHG die Bürger, sich mit der Thematik der Organspende auseinanderzusetzen und die jeweils individuell richtige Entscheidung zur Organspende zu treffen. Den täglichen Überlebenskampf vieler Patienten sollten die Menschen in Deutschland vor Augen haben, wenn sie demnächst von ihren Krankenkassen per Post aufgefordert werden, sich zu der Thematik `Organspende´ Gedanken zu machen. “Wir Herzchirurgen hoffen für unsere Patienten, dass die Bereitschaft der Menschen zur Organspende durch die Neuregelungen des Transplantationsgesetzes zunimmt und uns dadurch die Möglichkeit gegeben wird, mehr Menschen das Leben zu retten“, äußerte sich Mohr am Rande einer Sitzung der DGTHG am Donnerstag in Berlin.

    Gleichzeitig habe die Ärzteschaft sicherzustellen, dass die gegenwärtig untersuchten Vorfälle lückenlos untersucht und gänzlich aufgeklärt werden, so Mohr. Die DGHTG unterstützt deshalb die Vorschläge der zuständigen Gremien, die Dringlichkeit des Organbedarfs bei potenziellen Organempfängern stets durch ein Vier-Augen-Prinzip zu prüfen. Auch unangekündigte Überprüfungen durch externe Fachleute werden von der DGTHG uneingeschränkt befürwortet. Mohr: „Wir Herzchirurgen werden uns aktiv in diese Diskussion über die notwendigen Änderungen des gegenwärtigen Vergabeverfahrens einbringen.“

    Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vertritt als medizinische Fachgesellschaft die Interessen der über 950 in Deutschland tätigen Herz-, Thorax- und Kardiovaskularchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.


    Weitere Informationen:

    http://www.dgthg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Prof. Dr. Friedrich W. Mohr, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)


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