idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Teilen: 
24.09.2012 10:02

Private Altersvorsorge bei Geringverdienern wenig verbreitet

Wolfgang Braun Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

    Private Altersvorsorge wird dort nicht betrieben, wo sie zur Vermeidung von Altersarmut am nötigsten wäre: Bei Geringverdienern und Hartz-IV-Empfängern. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Diese Personengruppen seien aber besonders bedroht von Altersarmut, erklären die IAB-Forscher Markus Promberger, Christina Wübbeke und Anika Zylowksi.

    Nur 17 Prozent der Hartz-IV-Empfänger zahlen in eine private Altersvorsorge ein. Unter ihnen befinden sich überdurchschnittlich häufig Aufstocker, also Erwerbstätige mit sehr geringem Einkommen, die ergänzend Hartz IV beziehen. Bei Geringverdienern ohne Hartz-IV-Bezug sind es immerhin 35 Prozent, die privat für das Alter vorsorgen, in der Gesamtbevölkerung 48 Prozent.

    Die geringe Verbreitung der privaten Altersvorsorge unter den Hartz-IV-Empfängern steht den Forschern zufolge kaum im Zusammenhang mit den Regelungen zur Vermögensanrechnung beim Arbeitslosengeld II: Die überwältigende Mehrheit der Hartz-IV-Empfänger hat nicht Ersparnisse aufgelöst, sondern niemals Rücklagen für das Alter gebildet.

    Riester-Förderung hilft etwas

    Speziell bei der Riester-Rente ist der Unterschied allerdings deutlich kleiner: Hartz-IV-Empfänger zahlen mit einem Anteil von 14 Prozent nur etwas seltener in einen Riester-Vertrag ein als Niedrigeinkommensbezieher außerhalb von Hartz IV (18 Prozent). Riester-Verträge sind zudem unter den Hartz-IV-Empfängern in Ostdeutschland deutlich weiter verbreitet als in den alten Ländern. Angesichts der schlechteren Einkommens- und Vermögenssituation der Ostdeutschen sehen die IAB-Forscher darin einen weiteren Hinweis, dass die Riester-Förderung tendenziell auch jenen Personen den Aufbau eigenen Vorsorgekapitals ermöglicht, die sich ohne Zulagen eine private Altersvorsorge nicht leisten könnten.

    Zusätzliche Impulse durch die Zuschussrente

    Zusätzliche Impulse dürften nach Ansicht der Arbeitsmarktforscher von der aktuell diskutierten Zuschussrente ausgehen. So könnte die Aussicht darauf mehr Menschen bewegen, in die private Altersvorsorge zu investieren. Nach Einschätzung der Forscher wird diese allerdings ebenfalls nur einen Teil der Personen im Niedrigeinkommensbereich vor Sozialhilfebedürftigkeit schützen: Im Entwurf seien relativ hohe Anforderungen beispielsweise an die Mindestdauer der Einzahlungen in eine zusätzliche Altersvorsorge festgelegt.

    Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2012/kb1512.pdf.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).