Ansprechpartnerin für die Medien: Saarbrücker Anglistin ist Expertin für den „Hobbit“

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14.11.2012 10:26

Ansprechpartnerin für die Medien: Saarbrücker Anglistin ist Expertin für den „Hobbit“

Saar - Uni - Presseteam Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Am 28. November feiert der „Hobbit“ von J.R.R. Tolkien Weltpremiere. Die lang erwartete Vorgeschichte des „Herrn der Ringe“ wird wieder Millionen Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann ziehen. Doch was steckt hinter der Geschichte um den Hobbit Bilbo Beutlin, der den Meisterring des dunklen Herrschers Sauron findet? Lena Steveker, Anglistin und Kulturwissenschaftlerin der Uni des Saarlandes, ist Expertin für englischsprachige Fantasy-Literatur und kann die kulturellen Feinheiten des Buches und der Filme erklären. Neben einem Aufsatz, den sie derzeit über den „Hobbit“ verfasst, hat Lena Steveker unter anderem einen Sammelband über Harry Potter herausgegeben.

    Lena Steveker hat gleich zwei Motivationen, die die englischsprachige Fantasy-Literatur zu einem Schwerpunkt werden ließen: Zum einen liest sie privat selbst gerne Geschichten aus diesem Genre. Zum zweiten ist die Wissenschaftlerin, die gerade an ihrer Habilitationsschrift arbeitet, als britische Kultur- und Literaturwissenschaftlerin beruflich an dieser Textgattung interessiert.

    Derzeit bereitet sie einen Aufsatz über den „Hobbit“ vor, der in einem Sammelband beim britischen Wissenschaftsverlag Continuum erscheinen wird. Sie untersucht und erklärt darin unter anderem, warum das eigentlich für Kinder konzipierte Buch aus dem Jahr 1937 auch aus der Erwachsenenperspektive höchst interessant und fesselnd ist. „Im Hobbit finden sich klassische Märchenelemente, die vor allem Kinder ansprechen, wie zum Beispiel der Drache, der auf seinem Goldschatz sitzt, oder Trolle, die zu Stein werden, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Darüber hinaus werden durch die typischen Fantasy-Elemente des Romans aber auch Ideologien und Wertvorstellungen verhandelt, die tief im kollektiven Imaginären westlich-europäischer Kultur verankert sind und über die kindliche Lebenswelt weit hinausgehen “, erklärt die Kulturwissenschaftlerin. Der „Hobbit“ und der „Herr der Ringe“ sind Teil des Fantasykanons, also dem Teil der Fantasyliteratur, die in den Rang eines Standardwerkes, eines beispielhaften und herausragenden Vertreters dieser Literaturgattung aufgestiegen ist. Vielen gilt der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler J.R.R. Tolkien ja sogar als Gründungsvater der modernen Fantasy-Literatur.

    Bereits vor der Erscheinung des ersten Teils des Hobbits im Dezember scheint die Filmwelt wie selbstverständlich davon auszugehen, dass er an den Erfolg der Herr-der-Ringe-Verfilmungen anknüpfen wird. Warum den Filmen nach dem Jahrzehnte andauernden Erfolg der Bücher abermals ein solcher Erfolg beschieden ist, kann die Wissenschaftlerin erklären. „Zum einen ist es einfach eine gut erzählte Geschichte über den Kampf Gut gegen Böse. Das sind typische Blockbuster-Qualitäten. Zum zweiten haben die Bücher seit der Hippiebewegung der 60er und 70er Jahre eine sehr treue Fangemeinde. Und einige aus dieser Zeit, darunter Regisseur Peter Jackson, haben es zu sehr viel Geld und Einfluss in der Filmbranche gebracht“, sagt Lena Steveker. Die Filme seien zum einen sehr klug vermarktet worden. „Darüber hinaus sind die Herr-der-Ringe-Filme in sich stimmig und setzen wie die Bücher auf epische Momente“, so die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin.

    Dass die Dreiteilung des Hobbits ebenso funktioniert wie die drei Teile des Herrn der Ringe, betrachtet Steveker skeptischer, da die literarische Vorlage bedeutend weniger Umfang hat als die Ring-Trilogie. „Aber es kann durchaus funktionieren“, sagt Lena Steveker. Dadurch, dass der dritte Hobbit-Film ein Bindeglied darstelle, der die Ereignisse zwischen dem „Hobbit“ und dem „Herrn der Ringe“ erkläre, sei die ursprüngliche Geschichte des „Hobbit“ nicht unbedingt überdehnt. Die Kulturwissenschaftlerin beurteilt Jacksons Verfilmungen jedoch auch durchaus kritisch. Die Herr-der-Ringe-Filme seien von zum Teil rassistischen Klischees durchzogen. „Es wird interessant sein zu sehen“, so Steveker, „ob auch ‚Der Hobbit’ auf diese Klischees zurückgreift.“

    Lena Steveker hat neben dem Werk von Tolkien unter anderem auch die Besonderheiten von J. K. Rowlings „Harry Potter“ untersucht. Ihr Sammelband „Heroism in the Harry Potter Series“ ist 2011 beim renommierten britischen Verlag Ashgate erschienen.

    Kontakt für Interviewanfragen am besten per Mail:
    Dr. Lena Steveker
    steveker@mx.uni-saarland.de

    Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/3022648) richten.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Kulturwissenschaften, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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