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05.06.1998 00:00

Ehrendoktorwürde an Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn

Dr. Gerhard Trott Medien und News
Universität Bielefeld

    Ehrendoktorwürde an Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn

    Die Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld lädt am Dienstag, den 9. Juni, um 17.30 Uhr zur feierlichen Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Nobelpreisträger Prof. Dr. Jean-Marie Lehn (Universität Straßburg) in den Hörsaal 7 der Universität Bielefeld ein.

    Im Rahmen der Festveranstaltung wird der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Helmut Wenck, die Laudatio und Professor Lehn einen Vortrag zum Thema "Von der Materie zum Leben: Chemie ?!" halten. Dieser Vortrag richtet sich auch an ein breiteres Publikum.

    Professor Lehn gilt als Wegbereiter der "Supramolekularen Chemie", ein Arbeitsgebiet, auf dem die Bielefelder Fakultät für Chemie forscht und das weiter intensiviert werden soll. Geplant ist beispielsweise, für dieses Forschungsgebiet ein Graduierten-Kolleg einzurichten. Professor Lehn hat sich zudem darum verdient gemacht, die Chemie einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen.

    Professor Lehn wurde am 30. September 1939 in Rosheim im Elsaß geboren und studierte ab 1957 in Straßburg Chemie und Physik. Nach der Doktorarbeit bei Guy Ourisson über Konformationsstudien an Triterpenen, die er 1963 mit der Promotion abschließt, ging er als Postdoktorand an die Harvard University, um zusammen mit Woodward an der Vitamin-B12-Synthese zu arbeiten. Anschließend kehrte er nach Straßburg an seine Alma Mater zurück, der er bis heute trotz einer Reihe ehrenvoller Rufe treu geblieben ist. Er wurde schon 1970, mit nur 31 Jahren, Professor an der Université Louis Pasteur; seit 1979 hat er darüber hinaus eine Professur am Pariser Collège de France. Von den zahlreichen Auszeichungen, die ihm zuteil wurden, soll hier nur die Verleihung des Nobelpreises für Chemie 1987 (zusammen mit Cram und Pedersen) genannt werden.

    Professor Lehn ist ein Mittler zwischen den Wissenschaften. Schon bei seinen frühen Arbeiten in den sechziger Jahren über Cryptate kannte er keine Grenzen zwischen den Disziplinen, d.h. zwischen der Anorganischen, Organischen und Physikalischen Chemie. Die Weiterentwicklung dieser Chemie führte zum Konzept der "molekularen Erkennung", ein Konzept, das sich in weiten Bereichen der Naturwissenschaft als enorm fruchtbar erwies. In der Folgezeit beschäftigte er sich mit bestimmten biologischen Problemen (wobei Ionenkanäle und Rezeptoren als Stichworte genannt werden sollen), aber auch mit physikalischen Problemstellungen. Die verschiedenen Begriffe Molekulare Drähte, Schalter und Sensoren machen deutlich, daß hier die Grenzen zwischen Grundlagenforschung und Anwendung fließend sind.

    Jean-Marie Lehn hat die "Supramolekulare Chemie" zu einem der zentralen Forschungsthemen des letzten Jahrzehnts gemacht und den Begriff vor zwanzig Jahren selbst geprägt. Mit der "Supramolekularen Chemie", die sich mit dem gezielten Aufbau von großen Molekülen und neuen Materialien aus kleinen Einheiten beschäftigt, ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte verbunden, wobei die Phänomene Chemiker aller Couleur stimulierten. Jüngere Chemiker fragen sich inzwischen, wie man Chemie ohne das Zauberwort supramolekular überhaupt betreiben konnte.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


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