idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
12.12.2012 11:39

Berufswünsche junger Migranten liefern keine Erklärung für mangelnde Erfolgschancen

Andreas Pieper Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

    BIBB-Analyse widerlegt Vorurteile

    Die Probleme junger Migrantinnen und Migranten bei der Suche nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle sind nicht – wie häufiger behauptet – auf einseitige Berufswünsche zurückzuführen. Wie eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, sind ihre Berufsinteressen ebenso vielfältig wie die von Ausbildungssuchenden ohne Migrationshintergrund. Dennoch haben Jugendliche mit Migrationshintergrund in nahezu allen Berufsgruppen deutlich geringere Ausbildungsplatzchancen. Die Ergebnisse der Studie sind in der neuesten Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP“ veröffentlicht.

    Mit dem Beitrag liefert das BIBB Informationen, Daten und Fakten zum bevorstehenden, von der UNO ausgerufenen „Tag der Migranten“ am 18. Dezember.

    Der BIBB-Untersuchung liegt eine Befragung von ausbildungsreifen Jugendlichen zugrunde, die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldet waren (BA/BIBB-Bewerberbefragung 2010). Demnach gibt es zwar im Hinblick auf favorisierte Ausbildungsberufe durchaus Unterschiede zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. So möchten junge Migrantinnen und Migranten beispielsweise häufiger zu Waren- und Dienstleistungskaufleuten ausgebildet werden, während sie Bau- und Holzberufe seltener anstreben als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Ein etwa gleich großes Interesse besteht bei beiden Gruppen an Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen sowie an Metall- und Elektroberufen.

    Der Anteil der Bewerber/-innen, die bei der Ausbildungssuche erfolgreich sind, unterscheidet sich jedoch erheblich je nach favorisierter Berufsgruppe, wobei aber die Aussichten der jungen Migrantinnen und Migranten fast immer erheblich geringer sind.

    So münden beispielsweise bei einem überwiegenden Interesse an Metall- und Elektroberufen von den Jugendlichen mit Migrationshintergrund nur 34 % in betriebliche Ausbildung ein, während es bei denjenigen ohne Migrationshintergrund 60 % sind. Deutliche Unterschiede in den Erfolgsaussichten bestehen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund auch, wenn Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe (31 % bzw. 51 %) oder die Berufsgruppe der Waren- und Dienstleistungskaufleute (21 % bzw. 29 %) angestrebt werden.

    Eine Ausnahme bilden die Bau- und Holzberufe: Die relativ wenigen Bewerber/-innen mit Migrationshintergrund mit Interesse an dieser Berufsgruppe erhalten sogar häufiger einen Ausbildungsplatz als diejenigen ohne Migrationshintergrund mit entsprechenden Berufswünschen (41 % bzw. 31 %). Dies liegt wahrscheinlich daran, dass in den Bau- und Holzberufen die Angebots-Nachfrage-Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt für Bewerber/-innen generell verhältnismäßig günstig sind.

    Die aktuellen Untersuchungsergebnisse sind Teil umfangreicher, kontinuierlicher BIBB-Analysen zur Beteiligung junger Migrantinnen und Migranten an der beruflichen Bildung in Deutschland.

    Weitere Informationen in der neuesten Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissen-schaft und Praxis – BWP“, Heft 6/2012, im Beitrag „Berufswünsche und Erfolgschancen von Ausbildungsstellenbewerberinnen und –bewerbern mit Migrationshintergrund“.
    Download kostenlos unter http://www.bibb.de/bwp-6965

    Zur BA/BIBB-Bewerberbefragung finden sich weitere Informationen unter http://www.bibb.de/de/wlk30081.htm, zum Themenkomplex „Berufliche Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund“ unter http://www.bibb.de/de/wlk28963.htm

    Bildmaterial steht unter http://www.bibb.de/pressefotos zur Verfügung.

    Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsergebnisse, Studium und Lehre
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay