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20.12.2012 11:06

Wissenschaft hautnah - FWJ am Laser Zentrum Hannover

Michael Botts Stabsabteilung, Communications Group
Laser Zentrum Hannover e.V.

    Zum zweiten Mal starten Abiturienten ihr Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH). Das LZH möchte damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs leisten und den jungen Schulabgängern Berufsorientierung geben und konkrete Perspektiven auf mögliche spätere Tätigkeitsfelder eröffnen.

    Das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr (FWJ) ermöglicht Schülern, nach dem Abitur praktische Erfahrungen in Forschungslaboren zu sammeln. Aus erster Hand erhalten sie Einblicke in aktuelle physikalisch-technische Fragestellungen und entwickeln selbstständig mögliche Lösungswege. So möchte man den jungen Schulabgängern Berufsorientierung geben und konkrete Perspektiven auf mögliche spätere Tätigkeitsfelder eröffnen. Seit September 2012 befassen sich auch am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) wieder vier AbiturientInnen mit Forschungsprojekten ihrer Wahl.

    Nicole, Malte, Jan und Nils haben vieles gemeinsam: Sie sind 18 Jahre alt, im Sommer dieses Jahres absolvierten sie ihr Abitur und eines ist für alle jetzt schon sicher: Sie steuern ein Studium im Bereich Naturwissenschaften an. Doch soll es Physik sein oder lieber etwas in Richtung Ingenieurswesen? Will man eher wissenschaftlich arbeiten oder in die Industrie gehen? Um das herauszufinden, haben sie sich für ein FWJ am Laser Zentrum Hannover entschieden.

    Arbeitsalltag als „Junior-Wissenschaftler“
    Kurz vor 9 Uhr: Für Nils beginnt der Tag mit dem Hochfahren seines Rechners. Mails werden gecheckt, die Aufgaben für den Tag geplant. Dann geht es ins Labor, weiter an ‚seinem’ durchstimmbaren Faserlaser bauen, der von der Abteilung Laserentwicklung einmal als Energiequelle für andere Lasersysteme eingesetzt werden soll. In derselben Abteilung arbeitet auch Malte, der sich gerade intensiv mit dem Programmieren einer Software für einen Laserdiodentreiber befasst. Irgendwann könnte das Ergebnis seiner Arbeit zumindest indirekt der Forschung auf dem Mars zugutekommen. Denn seine Gruppe am LZH arbeitet derzeit intensiv am MOMA-Laser für die so genannte ExoMars-Mission der European Space Agency (ESA), und Malte leistet hier einen wichtigen Beitrag zu dessen Weiterentwicklung.

    Die vier ehemaligen Schüler werden in ihren Arbeitsgruppen richtig gefordert. Keine ausgedachten Praktikanten-Jobs, sondern konkrete kleine Aufgaben aus laufenden Projekten werden ihnen anvertraut. Nach einer kurzen Einführung, wo es genau hingehen soll und wie Lösungsansätze aussehen könnten, wird sehr selbstständig gearbeitet. „Learning by doing“ nennt es Jan und findet es gar nicht so schwierig, sich in die Probleme einzudenken: „Wer ein bisschen Spaß an Physik bzw. Interesse an Naturwissenschaften hat, schafft das hier. Und wenn man mal nicht weiter weiß, kann man einfach Mitarbeiter fragen. Die sind hier alle sehr hilfsbereit!“

    Malte ist für das FWJ extra von Hermannsburg nach Hannover gezogen. Für ihn fühlt es sich am LZH richtig gut an: „Es herrscht hier ein total lockerer und offener Umgang. Man hat viele Freiheiten und kann alles, was einen interessiert, ausprobieren.“

    10.30 Uhr: Nicole steht schon seit eineinhalb Stunden im Labor und ist ganz in ihre Messungen vertieft. Heute geht es um die laserinduzierte Zerstörschwelle einer neuen Beschichtung. Die junge Garbsenerin arbeitet in der Abteilung Laserkomponenten daran mit, hochwertige optische Schichten und dazugehörige messtechnische Verfahren zu entwickeln bzw. zu verbessern. In einer anderen Arbeitsgruppe der Abteilung ist Jan gerade dabei eine Laserschutzeinhausung zu bauen. Die wird für die Umstellung einer Beschichtungsanlage auf ein anderes Verfahren gebraucht, mit der man laseraktive und gezielt streuende Schichten herstellen will.

    12:00 Uhr: Die FWJ-ler treffen sich zur Mittagspause im Sozialraum. Hier werden die Erfahrungen des Vormittags ausgetauscht. Zwei der Betreuer schauen vorbei und kündigen die nächsten Gruppensitzungen an, bei der sich über laufende Arbeiten, Termine oder Probleme ausgetauscht wird.

    Zur Vorbereitung der Mitarbeit am LZH wurden im September drei Praktika in Lasertechnik, Elektronik und Löten an der Universität Hannover sowie am LZH angeboten, quasi das Grundhandwerkszeug. Darüber hinaus bietet das FWJ weit mehr als nur praktische Projektarbeit. In einem Begleitprogramm an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden, über das Jahr verteilt, umfassende Fertigkeiten wie Wissenschaftsenglisch, Kommunikation oder das richtige Bewerben vermittelt.

    13:30 Uhr: Nils sitzt inzwischen am Computer. Ein Mitarbeiter der Nachbargruppe hat ihn gebeten, für ihn etwas mit Solid Works zu konstruieren. In die 3D-CAD-Software hat sich Nils in den letzten Wochen eingearbeitet und kommt schon ganz gut damit zurecht. Nicole verbringt den Nachmittag am Mikroskop und wertet ihre Messungen des Vormittags aus. Ihr zur Seite steht Malte, der heute mal einen anderen Arbeitsbereich kennenlernen möchte.

    16:00 Uhr: Jan fragt seinen Betreuer Marco Jupé, ob er früher gehen könne, da eine Fahrstunde ansteht. Kein Problem! Die Arbeitszeiten werden flexibel gehandhabt, an anderen Tagen geht es dafür schon mal länger. Für die drei anderen FWJ-ler ist heute um 17:30 Uhr Schluss. Ein langer Tag, aber keinen Moment langweilig!

    Marco Jupé ist einer der FWJ-Betreuer am LZH. Ihm macht die Arbeit mit den ‚Jungforschern‘ sehr viel Spaß. Für den promovierten Physiker ist es eine klare Win-Win Situation: „Wir öffnen unser Haus, gewähren Einblicke in die Forschung und teilen gerne unser Wissen. Und wir bekommen eine Menge zurück! Die vier sind hoch motiviert und helfen uns in unserer Arbeit wirklich weiter.“

    FWJ auf Erfolgskurs
    Für den ersten FWJ-Durchgang 2011 könnte die einjährige Mitarbeit am LZH tatsächlich als wichtige Entscheidungshilfe in der Berufsplanung gedient haben. Denn alle fünf FWJ-ler kündigten nach ihrem Praktikum an, ein technisches Studium aufnehmen zu wollen. Nun darf man gespannt sein, ob sich das FWJ dauerhaft zu einem Sprungbrett für eine wissenschaftliche Karriere entwickelt. Für Nicole, Malte, Nils und Jan zeichnet sich bereits nach den ersten drei Monaten am LZH eine klare Tendenz ab: Das macht Lust auf mehr!

    Kontakt:
    Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
    Michael Botts
    Hollerithallee 8
    D-30419 Hannover
    Tel.: +49 511 2788-151
    Fax: +49 511 2788-100
    E-Mail: m.botts@lzh.de
    http://www.lzh.de

    Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist eine durch Mittel des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.
    Alle LZH-Pressemitteilungen finden Sie auf www.lzh.de unter "Publikationen" (mit Text-Download als WORD-Datei und wo möglich mit Bildern).


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    Malte, Nicole, Nils und Jan (v.l.n.r.) haben 2012 ihr Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr am LZH angefangen
    Malte, Nicole, Nils und Jan (v.l.n.r.) haben 2012 ihr Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr am LZH an ...

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    FWJ-ler Nicole Knust bei einer Zerstörschwellenmessung von beschichteten Laseroptiken
    FWJ-ler Nicole Knust bei einer Zerstörschwellenmessung von beschichteten Laseroptiken

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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Maschinenbau, Physik / Astronomie, Verkehr / Transport, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

    Malte, Nicole, Nils und Jan (v.l.n.r.) haben 2012 ihr Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr am LZH angefangen


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