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09.06.1998 00:00

Heinrich-Büssing-Preis 1998 -Vier Nachwuchswissenschaftler der TU Braunschweig ausgezeichnet

Dr. Elisabeth Hoffmann Presse und Kommunikation
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

    Am heutigen Dienstag, dem 9. Juni, werden vier Nachwuchswissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen der TU Braunschweig mit dem Heinrich-Büssing-Preis ausgezeichnet, den die Stiftung zur Förderung der Wissenschaften an der Carolo-Wilhelmina 1996 ins Leben gerufen hat. Neben der Unterstützung der Preisträger mit einem Betrag von jeweils 5.000 Mark will der Braunschweigische Hochschulbund mit der Auszeichnung bewirken, daß die Bedeutung Braunschweigs als Wissenschafts- und Wirtschaftsregion noch bekannter wird.

    Zu den Preisträgern:

    Chemischer Selbstschutz von Pflanzen - Grundlage neuer Arzneistoffe

    Pflanzen behaupten sich gegen mikrobielle Schädlinge und pflanzenfressende Tiere durch eine hochentwickelte chemische Abwehr. Viele Arzneistoffe pflanzlichen Ursprungs basieren auf dieser chemischen Abwehrleistung. Anhand eines speziellen Beispiels - der Pyrrolizidin-Alkaloide - konnte Dr. Dietrich Ober in seiner »mit Auszeichnung« beurteilten Dissertation einen experimentellen Ansatz entwickeln, der Aufschluß über Herkunft und Optimierung dieser Alkaloide gibt.

    Zur Person: Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes studierte der 1967 geborene Dietrich Ober an der TU Braunschweig Biologie. 1993 wurde er mit dem Braunschweiger Bürgerpreis Naturwissenschaften ausgezeichnet. Auslandserfahrung sammelt er während eines Forschungsaufenthalts an der Universidade federal do Rio de Janeiro, Brasilien.

    Energieeinsparung bei optimierter Zerkleinerung

    Viele Stoffe des täglichen Bedarfs (Nahrungsmittel, Kosmetika), der industriellen Anwendung (Zement, Kohle, Papier) oder der Abfallwirtschaft (Abfälle, Klärschlamm) müssen zerkleinert werden. Diese Zerkleinerungsprozesse sind sehr energieaufwendig. Circa vier Prozent des weltweiten Gesamtstromverbrauchs werden dafür benötigt. Die Arbeit von Dr. Arno Kwade widmete sich der extremen Feinstzerkleinerung bis zu Partikelgrößen von 0,0001 Millimetern. Experimentell untersuchte er die mögliche Feinheit in Abhängigkeit von der benötigten Energie. Darüber hinaus modellierte Arno Kwade den Prozeß in einem ganz bestimmten Mühlentyp, den sogenannten Rührwerkmühlen, und erweiterte damit unser Verständnis über die physikalischen Vorgänge in solchen Zerkleinerungsmaschinen wesentlich. Mit diesen Kenntnissen können die Mühlen jetzt optimiert werden, um noch höhere Feinheiten bei minimierter Energie zu erreichen.

    Zur Person: Der 1965 geborene Arno Kwade studierte als Studienstiftler des deutschen Volkes an der TU Braunschweig Maschinenbau und nutzte dabei die Gelegenheit, an der University of Waterloo, Kanada, auch Auslandserfahrungen zu sammeln. Als Jahrgangsbester von 435 Diplomanden schloß er sein Studium ab und promovierte mit der hier ausgezeichneten Arbeit am Institut für Mechanische Verfahrenstechnik. Seine Publikationsliste umfaßt 19 Veröffentlichungen.

    Supraleiter mit neuen Eigenschaften

    Die Dissertation von Dr. Matthias Hillberg leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Hochtemperatursupraleitern. Dr. Hillberg konnte zeigen, daß die technologisch interessante supraleitende Eigenschaft - das Verschwinden des elektrischen Widerstandes - bei sehr tiefen Temperaturen nicht nur durch einen (häufig beobachteten) halbleitenden magnetischen Zustand, sondern auch durch einen besonderen metallischen Zustand verdrängt werden kann. Die Ergebnisse der Arbeit sind für eine gezielte Suche nach neuen Materialien mit verbesserten supraleitenden Eigenschaften sehr hilfreich.

    Zur Person: Dr. Matthias Hillberg, Jahrgang 1965, studierte an der TU Braunschweig Physik. Mit 20 Veröffentlichungen ist er in der Fachwelt kein Unbekannter mehr.

    Neue Verbindungen in der Stickstoff-/Phosphor-Heterocyclenchemie

    Die Habilitationsschrift von Dr. Rainer Streubel beschreibt eine neuartige Klasse von Verbindungen und deren Verwendung in der Stickstoff-/Phosphor-Heterocyclenchemie. Dabei ist die Originalität der Synthesekonzepte hervorzuheben, die weitgehend der »Atom-Ökonomie« verpflichtet sind. Weiterhin liegt die Bedeutung dieser interdisziplinären Arbeit in der Erschließung bislang unbekannter Heterocyclen. Dazu zählen interessante Verwandte von Stickstoff-Heterocyclen, die ihrerseits in Naturstoffen wie zum Beispiel Aminosäuren, aber auch in Schmerzmitteln chemisch wichtige Bestandteile sind. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses herausragenden wissenschaftlichen Beitrags ist jedoch zur Zeit noch nicht abzusehen.

    Zur Person: Der 1958 geborene Rainer Streubel war nach dem Chemie- und Sportstudium an der Universität Bonn wissenschaftlicher Assistent am Institut für Anorganische und Analytische Chemie der TU Braunschweig. Das Habilitationsverfahren schloß er 1997 ab. Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden mit einem Fedor-Lynen-Stipendium, einem Liebig-Stipendium des Fonds der Chemischen Industrie und einem Stipendium der Ecole Polytechnique Paris gewürdigt.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Informationstechnik, Maschinenbau, Mathematik, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte, Personalia
    Deutsch


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