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26.08.2002 14:38

Trauer um Professor Ulrich W. Schaefer

Monika Roegge Pressestelle Standort Essen
Universität Essen (bis 31.12.2002)

    Im Alter von 63 Jahren ist nach langer, schwerer Krankheit der Direktor der Klinik und Poliklinik für Knochenmarktransplantation am Essener Universitätsklinikum, Professor Dr. med. Ulrich W. Schaefer, gestorben. Die Universität Essen verlor mit ihm einen international anerkannten Forscher, einen engagierten Hochschullehrer und einen äußerst beliebten Arzt.

    Professor Schaefer wurde am 30. November 1938 in Breslau geboren. Nach dem Abitur am Paulinum Münster im Februar 1958 absolvierte er sein Medizinstudium an den Universitäten Fribourg/Schweiz, Würzburg und Münster. 1965 schloss er es mit dem Staatsexamen und der Promotion erfolgreich ab. Nach zweijähriger Medizinalassistentenzeit in Münster wechselte er 1967 als Assistenzarzt an die Innere Klinik (Tumorforschung) des Universitätsklinikums Essen, die zu der Zeit von Carl Gottfried Schmidt geleitet wurde.

    Im Rahmen eines dreijährigen Forschungsaufenthaltes von 1970 bis 1972 am renommierten Radiobiologischen Institut in Riswijk/Niederlande legte Schaefer die Grundlagen seines klinischen und wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunktes im Bereich der Knochenmarktransplantation. Er beschäftigte sich als Stipendiat der International Agency for Research on Cancer tierexperimentell mit transplantationsmedizinischen Fragestellungen sowie mit der Tiefkühlkonservierung von Knochenmark. Nach seiner Rückkehr gründete der Wissenschaftler am Essener Klinikum eine Arbeitsgruppe für Knochenmarktransplantation. Im Dezember 1975 konnte er die erste Knochenmarktransplantation bei einem Leukämiepatienten vornehmen.

    Nach seiner Habilitation 1977 wurde Schaefer im Jahre 1981 zum Professor für Innere Medizin und 1988 zum Abteilungsleiter der neu errichteten Klinik für Knochenmarktransplantation am Universitätsklinikum ernannt. Unter seiner fachlichen Leitung entwickelte sich die Klinik zu einer der weltweit aktivsten und größten Spezialeinrichtung für Knochenmarktransplantationen - sie ist das größte Zentrum dieser Art in Europa.

    Internationale Anerkennung für wissenschaftliche und ärztliche Leistungen

    Das wissenschaftliche Werk Schaefers umfasst mehr als 200 Publikationen in vorwiegend internationalen Fachzeitschriften sowie zahlreiche Fachbuch- und Kongressbeiträge und wurde durch hochrangige Forschungspreise gewürdigt. 1984 erhielt Ulrich Schaefer den Dieter-Schlag-Preis für Knochenmarktransplantation, 1993 den Lisec-Artz-Preis für Krebsforschung und 1994 den Wilhelm-Warner-Preis.

    Die große Anerkennung, die Professor Schaefer für seine wissenschaftlichen und ärztlichen Leistungen weltweit fand, drückte sich auch in seiner Mitarbeit in verschiedenen Fachgesellschaft und Gremien aus. In Essen war Ulrich W. Schaefer von 1985 bis 1991 Vorstandsmitglied des DFG-Sonderforschungsbereichs "Experimentelle und klinische Leukämie- und Tumorforschung". Von 1973 bis 1978 war er Geschäftsführer der Deutschen Krebsgesellschaft, von 1985 bis 1992 Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Knochenmarktransplantation und von 1992 bis 1995 Vorstandsmitglied der Deutschen Transplantationsgesellschaft. Seit 1988 arbeitete Schaefer im Advisory Committee of the International Bone Marrow Transplant Registry in Milwaukee/USA mit und seit 1995 erneut im Vorstandes der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation.

    Ein Foto von Professor Schaefer steht Ihnen im Internet unter http://www.uni-essen.de/pressestelle/fotos zur Verfügung.

    Redaktion: Daniela Endrulat, Telefon (02 01) 1 83 - 45 18


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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