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21.02.2013 14:01

FiBS fordert neue Wege in der Bildungsfinanzierung zur Steigerung des Brutto-Bildungsprodukts

Birgitt A. Cleuvers PR und Projektmanagement
Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS)

    Bildungsökonom Dr. Dieter Dohmen spricht sich am 23. Februar 2013 auf der Kölner didacta für höhere Bildungsausgaben aus, um das Bildungssystem in Deutschland quantitativ und qualitativ so auszubauen, dass die nachwachsenden Generationen gut qualifiziert werden können. Nach Studien des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie sind jährlich über 10 Milliarden Euro extra notwendig, um die Bildungschancen zu verbessern und den Fachkräftemangel nicht noch größer werden zu lassen. Selbst durch die Abschaffung des Kooperationsverbots wäre nach Ansicht des Institutsdirektors nicht mit entsprechenden Mehrausgaben beim Bund zu rechnen. Die Nutzung privaten Kapitals könnte ein Weg sein.

    Berechnungen des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin zeigen, dass der notwendige qualitative und quantitative Ausbau des Bildungswesens über das nächste Jahrzehnt jährliche Mehrinvestitionen von über 10 Milliarden Euro erfordert. Der Bildungshaushalt des Bundes müsste demnach verdoppelt werden, was auch nach einer Abschaffung des Kooperationsverbots nicht zu erwarten ist. Der Bund wird den notwendigen Ausbau nicht alleine finanzieren können, selbst wenn er zusammen mit den Sozialversicherungen überproportional von den Bildungsinvestitionen, die vor allem die Länder tragen, profitiert. Vielmehr müssen Bund und Länder in den kommenden Jahren zum Schuldenabbau beitragen und sparen. Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS, sieht Lösungswege durch die gezielte Einbindung privater Investoren. „Wege zur Steigerung des Brutto-Bildungsprodukts“ sind am Samstag, den 23. Februar 2013 Thema einer Diskussion auf der didacta in Köln, an der der Bildungsökonom neben anderen Experten und Expertinnen aus Politik, Wissenschaft und Praxis teilnimmt.

    „Um Bildungsmaßnahmen in dieser Höhe finanzieren zu können, müssen neue Wege gegangen werden. Warum nutzt der Staat nicht die Bereitschaft und das Anlageinteresse privater Geldgeber?“, fragt Dohmen. „Kapitalanlagen bringen derzeit meist so mickrige Renditen, dass Anleger offen sind für attraktive Anlageoptionen. Bildung bringt jährliche Renditen von bis zu zehn Prozent für die öffentlichen Haushalte, teilweise sogar mehr.“ Nach den Untersuchungen des FiBS könnte zum Beispiel ein Drittel der Erträge an die privaten Anleger ausgeschüttet werden, die der öffentlichen Hand zweckgebunden Kapital für Bildungsinvestitionen bereitstellen. Der international anerkannte Experte für Bildungsfinanzierungsfragen sieht darin für private Anleger eine attraktive Alternative zum Sparkonto.

    „Dass weitere Bildungsinvestitionen notwendig sind, daran besteht kein Zweifel,“ so Dohmen. „Die Unternehmen klagen über zu wenige Auszubildende, dabei fehlen nicht ausbildungsinteressierte Jugendliche, sondern Jugendliche, die gut vorqualifiziert sind. Stattdessen verlassen immer noch viel zu viele Jugendliche die Schule vorzeitig oder mit unzureichenden Kompetenzen. Dies erfordert mehr Investitionen in frühliche Bildung wie in Ganztagsschulen. Und auch die Hochschulen werden über die nächsten Jahrzehnte mehr Studienanfänger aufnehmen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Hinzu kommt angesichts starker demografischer Veränderungen und längerer Lebensarbeitszeiten der Weiterbildungsbedarf. Es werden kurzfristig mehr Mittel benötigt, aber all dies trägt auch dazu bei, dass Bildungsinvestitionen immer höhere Renditen abwerfen.“

    (Insgesamt: 38 Zeilen à 89 Anschläge, 3.404 Zeichen)

    Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS):
    Das FiBS ist eine unabhängige Forschungseinrichtung, das 1993 in Köln gegründet wurde und seit 2006 seinen Sitz in Berlin hat. Inhaber und Direktor ist Dr. Dieter Dohmen. Für Entscheidungsträger der Europäischen Kommission, Ministerien auf Bundes- und Länderebene, Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Unternehmen, Verbände und Stiftungen untersucht das interdisziplinäre Team alle ökonomischen Aspekte von Bildung, sozialen Fragen, Arbeitsmarkt und Innovation. Studien zu Kosten, Finanzierung und Management auf allen Bildungsstufen und bereichsübergreifend sowie die Entwicklung von Finanzierungsinstrumenten spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Berechnungen zu den fiskalischen Renditen von Bund, Ländern, Kommunen sowie Sozialversicherungen werden mit dem vom FiBS entwickelten Simulationsmodell EduSim© vorgenommen, wie auch die jährlichen Prognosen von Studienanfängerzahlen und detaillierte Berechnungen zum Fachkräfteangebot.

    Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Berichterstattung. Vielen Dank!


    Weitere Informationen:

    http://www.fibs.eu


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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