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21.03.2013 14:33

Studie zum „Pflege-TÜV“: Pflegenoten sorgen nicht für bessere Qualität in stationären Einrichtungen

Katrin Meyer Öffentlichkeitsarbeit
Hamburger Fern-Hochschule

    Hamburg/Alzey, 21. März 2013 – Der Fachbereich Gesundheit und Pflege an der HFH Hamburger Fern-Hochschule und der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Rheinland-Pfalz legen die Ergebnisse des zweiten Teils der Begleitforschung zur Umsetzung der Pflege-Transparenzvereinbarung im stationären Bereich (PTVS) vor.

    Schwerpunkte dieses Teils der Untersuchung waren die Bedeutung der Qualitätsprüfungen für die Einrichtungen und die daraus resultierenden Anreize bzw. Verhaltensänderungen auf Anwenderseite. Die Wissenschaftler der HFH fanden heraus, dass sich die Prüfnoten in den Einrichtungen in Rheinland-Pfalz zwar im Durchschnitt verbessert haben. Einen Hinweis auf höhere Pflegequalität liefere diese Erkenntnis jedoch noch nicht. Einfluss auf die besseren Noten habe ferner ein routinierterer Umgang mit der für die Bewertung notwendigen Dokumentation seitens der Einrichtungen und der Prüfer. „Mit den derzeitigen Transparenzkriterien kann offensichtlich weniger die pflegerische Ergebnisqualität beurteilt werden als vielmehr die Anpassungsfähigkeit der Einrichtungen an ein bestehendes Prüfverfahren“, sagt Professor Dr. Johannes Möller, Dekan des Fachbereichs Gesundheit und Pflege an der HFH. „Zudem werden scheinbar ungünstige Anreize gesetzt – und zwar für eine Umlenkung von Ressourcen von der direkten Pflege hin zu Dokumentationsaufgaben.“

    Der exemplarische Vergleich zwischen veröffentlichten Transparenzberichten und ausführlichen Qualitätsprüfberichten, die nur den Pflegekassen und Pflegeheimen zugänglich sind, erbrachte unterschiedliche Eindrücke der geprüften Heime. „Dies deutet darauf hin, dass das mit der PTVS verfolgte Ziel der Vergleichbarkeit von Einrichtungen nur begrenzt erfüllt werden kann, da Art und Ausmaß der in den Einrichtungen festgestellten und entsprechend bewerteten Mängel anhand eines Transparenzberichts nur schwerlich beurteilt werden können“, bewertet Heidi Panhorst, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fachbereichs und Mitverfasserin der Studie, die Ergebnisse.

    Dr. Dr. Gundo Zieres, Geschäftsführer des MDK Rheinland-Pfalz, sieht die grundsätzliche Kritik an den Pflege-Transparenzvereinbarungen durch diese Ergebnisse bestätigt: „Diese Studie zeigt, dass die gegenwärtigen Pflege-Transparenzvereinbarungen einer tatsächlichen Qualitätsverbesserung im pflegerischen Handeln der Pflegeheime sogar eher entgegen stehen können und falsche Anreize gesetzt werden. Hier sind dringend grundlegende Verbesserungen vonnöten.“

    Der MDK Rheinland-Pfalz führt seit Mitte des Jahres 2009 Qualitätsprüfungen in allen Pflegeheimen in Rheinland-Pfalz auf der Basis der Ende 2008 beschlossenen PTVS und der entsprechenden im Juli 2009 verabschiedeten Qualitätsprüfungsrichtlinien (QPR) durch.

    Seit Ende 2010 war die Durchführung der Qualitätsprüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen durch den MDK Rheinland-Pfalz Gegenstand einer Begleitforschung durch den Fachbereich Gesundheit und Pflege der Hamburger Fern-Hochschule. In einem Zwischenbericht 2011 hatte der Fachbereich Stellung zu grundsätzlichen Fragen des Verfahrens und der Umsetzungsqualität des MDK Rheinland-Pfalz genommen. Dabei hatten die Forscher bereits erhebliche dem Verfahren selbst innewohnende Interpretationsspielräume analysiert. Dr. Ursula Weibler-Villalobos, Leitende Ärztin des MDK Rheinland-Pfalz, stellte angesichts dessen fest: „Wichtig für den MDK Rheinland-Pfalz ist dennoch die Bestätigung durch die Wissenschaftler, dass bei allen in dem Verfahren selbst liegenden methodischen Problemen unsere Gutachter das Verfahren professionell und reflektiert umsetzen und qualifiziert auf ihre Tätigkeit vorbereitet sind.“
    Zwischen- und Abschlussbericht können unter www.mdk-rlp.de sowie www.hamburger-fh.de kostenlos heruntergeladen werden.

    Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Rheinland-Pfalz wirkt als eigenständige Einrichtung an der Seite der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen an der Gestaltung des Gesundheitswesens mit. Aufgabenschwerpunkte sind die Begutachtung im Einzelfall und die Beratung in Grundsatzfragen wie auch der Qualitätssicherung in Pflegeeinrichtungen. Der MDK Rheinland-Pfalz hat seinen Sitz in Alzey.

    Mit rund 10.000 Studierenden ist die HFH Hamburger Fern-Hochschule eine der größten privaten Hochschulen Deutschlands. Sie verfolgt das bildungspolitische Ziel, Berufstätigen und Auszubildenden den Weg zu einem akademischen Abschluss zu eröffnen. An über 40 regionalen Studienzentren bietet die staatlich anerkannte und gemeinnützige Hochschule ihren Studierenden eine wohnortnahe Betreuung. Angeboten werden zahlreiche Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Gesundheit und Pflege, Technik sowie Wirtschaft.

    Kontakt
    MDK Rheinland-Pfalz
    Dr. Ursula Weibler-Villalobos
    Tel. 06731 / 486 - 200
    ursula.weibler@mdk-rlp.de
    Albiger Straße 19d
    55232 Alzey

    HFH • Hamburger Fern-Hochschule
    Prof. Dr. Johannes Möller, MPH
    Tel. 040 / 350 94 – 3800
    johannes.moeller@hamburger-fh.de
    Alter Teichweg 19
    22081 Hamburg


    Weitere Informationen:

    http://www.mdk-rlp.de - der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Rheinland-Pfalz
    http://www.hamburger-fh.de - die Hamburger Fern-Hochschule


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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