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04.04.2013 12:10

Gentherapie gegen Herzschwäche: Neue Entwicklungen machen Hoffnung

Prof. Dr. Eckart Fleck Pressesprecher
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

    Mannheim, Donnerstag, 4. April 2013 – Neuartige molekulare Therapien (Gentherapie) zielen bei chronischer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz, HI) auf eine funktionelle Regeneration des geschädigten Herzmuskels ab. „Diese innovative Behandlungsform hat nach langjähriger Entwicklung im Labor die Phase der klinischen Prüfung erreicht und könnte die Behandlung der chronischen HI in naher Zukunft revolutionieren“, sagt Prof. Dr. Patrick Most (Heidelberg) bei einem Pressegespräch auf der 79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.

    Gentherapie soll im Gegensatz zur klinisch medikamentösen Therapie die gezielte Korrektur von Defekten am Ort der Störung ermöglichen. Mit Hilfe modifizierter Viren wird DNA, die das veränderte Protein kodiert, in erkrankte Herzmuskelzellen eingebracht und der Syntheseapparat der Zelle genutzt, um die Konzentration des Proteins zu normalisieren.

    Gentherapeutisches Verfahren in den ersten Phasen klinischer Prüfung

    Gegenwärtig befindet sich ein gentherapeutisches Verfahren in den ersten Phasen klinischer Prüfung, das den Ersatz eines herzmuskelzelleigenen Enzyms (SERCA2a Protein) zum Ziel hat, dessen Funktion es ist, die Aufrechterhaltung des Kalziumflusses in der Herzmuskelzelle zu gewährleisten. (CUPID Studie - Calcium Upregulation by Percutaneous Administration of Gene Therapy in Cardiac Diseases). Prof. Most: „Wir erwarten mit großer Spannung die Wirksamkeit in größeren Patientenkollektiven.“

    Heidelberger Team untersucht molekulares Wirkprinzip

    Das Team von Prof. Most verfolgt die therapeutische Nutzung eines anderen Wirkprinzips. Die Aufmerksamkeit gilt dem S100A1-Molekül, das in den Regulationsmechanismen des Kalziumstoffwechsels im Herzmuskel eine Stufe höher steht als SERCA2a. Prof. Most: „Unsere Daten zeigen, dass S100A1 nicht nur direkt SERCA2a kontrolliert, sondern eine Reihe weiterer elementarer Faktoren in Herzmuskelzellen, die für deren Kalziumstoffwechsel sowie die Regulation kalziumabhängiger Prozesse verantwortlich sind.“ Mit den jüngsten Tests der S100A1-Gentherapie in human-relevanten Krankheitsmodellen der chronischen HI wurde die Phase der präklinischen Entwicklung erfolgreich beendet. Der Zulassungsprozess zu ersten klinischen Sicherheitsstudien mit der Arzneimittelbehörde der USA ist begonnen worden und in den nächsten Monaten wird dieser Prozess auch in Europa eingeleitet, sagt Prof. Most.

    Kontakt:
    Pressesprecher der DGK
    Prof. Dr. Eckart Fleck
    E-Mail: presse@dgk.org

    Während des Kongresses:
    Kongress-Pressebüro: 0621 / 4106 – 5002
    B & K Kommunikationsberatung: 0621 / 4106- 5005; Mobil: 0152 59359276
    Büro Berlin: 030 / 700159676

    Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 8200 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter http://www.dgk.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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