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05.04.2013 15:32

UDE: Studie untersucht Entwicklung der Automobilindustrie – 150.000 neue Jobs bis 2030 möglich

Katrin Koster Pressestelle
Universität Duisburg-Essen

    Die europäische Autobranche bleibt in Schwung: Das prognostiziert eine neue Studie, die an der Universität Duisburg-Essen (UDE) im Auftrag der EU erstellt wurde. Demnach sind in den nächsten zwei Jahrzehnten 100.000 bis 150.000 neue Arbeitsplätze möglich.

    Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Heike Proff und Dominik Kilian vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Internationales Automobilmanagement, die die Studie koordiniert haben. Die Wissenschaftler führten fast 100 Gespräche mit Experten aus Wirtschaft und Politik in Europa, Asien und den USA. Sie entwickelten ein detailliertes Prognosemodell, um die Veränderungen am Markt abzuschätzen. Gegenwärtig sind erst wenige E-Autos zugelassen. Dennoch gehen alle befragten Fachleute davon aus, dass es keinen Weg zurück gibt: Die Elektromobilität kommt. Im Jahr 2030 wird der Anteil an Elektrofahrzeugen unter den Neuzulassungen in der EU bereits mehr als 30 Prozent betragen.

    Trotz kontinuierlicher Verbesserungen ist ein leichter Rückgang der Wertschöpfung in der europäischen Automobilindustrie zu erwarten – von heute etwa 150 Milliarden Euro auf 142 im Jahr 2030. Denn die neuen Wachstumsmärkte in Ländern wie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gewinnen an Bedeutung. Zudem haben Elektrofahrzeuge weniger Teile und demnach eine geringere Wertschöpfung.

    Bis 2030 wird die Europäische Union weiterhin viele Autos mit Verbrennungsmotoren exportieren, und darunter zunehmend auch mehr E-Autos. „Steigt der Marktanteil an Elektrofahrzeugen und wird die Komponentenfertigung in den EU-Staaten verstärkt, kann schließlich 2020 eine bis zu 40 Milliarden und 2030 bis 30 Milliarden Euro höhere Wertschöpfung erreicht werden. So könnten europaweit 100.000 bis 150.000 neue Arbeitsplätze entstehen“, sagt Proff.

    Ob dies gelingt, hängt von der Batterietechnik ab, die weiter ausgebaut werden muss. Die Wissenschaftler schlagen daher eine europäische Plattform für Batterietechnologie sowie Sonderabschreibungen für die Investition in Produktionsanlagen vor. „Die Elektromobilität ist eine große Herausforderung für die Branche, die in Europa offensiv aufgenommen werden sollte, um hier die Wertschöpfung zu halten und möglichst noch auszubauen zu können“, fasst Prof. Dr. Heike Proff zusammen. Wichtig seien vollkommen neue Fahrzeugkonzepte mit zweckorientiertem Design. Nur so könne die derzeit große Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage geschlossen werden. „Elektrofahrzeuge sind noch zu teuer und aufgrund geringer Reichweite und langer Ladedauer noch wenig attraktiv.“

    Weitere Informationen: Dominik Kilian, Tel. 0203/379-1024, dominik.kilian@uni-due.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Verkehr / Transport, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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