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17.09.2002 11:21

Colirisk: Gefährlichen Bakterien auf der Spur

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Geflügel enthält vielleicht Keime, die Blutvergiftungen auslösen

    Mit rund 580.000 Euro fördert die Europäische Union (EU) ein Forschungsprojekt am Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Uni Würzburg: Die Wissenschaftler um Projektleiter Prof. Dr. Jörg Hacker wollen herausfinden, ob sich der Mensch über die Nahrung mit bestimmten krankheitserregenden Escherichia-coli-Bakterien infizieren kann.

    Eigentlich ist Escherichia coli ein harmloser Keim, der zur normalen Darmflora des Menschen gehört. Es gibt von ihm aber auch Varianten, die lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können. Im Mittelpunkt des EU-Projekts stehen Coli-Vertreter, die beim Menschen Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen hervorrufen. Diese Erreger kommen laut Prof. Hacker vor allem in Geflügel vor und werden möglicherweise mit der Nahrung auf den Menschen übertragen.

    Ein Verdacht, der nicht von ungefähr kommt: "Wir wissen bereits, dass diese Escherichia-coli-Bakterien, die einerseits beim Menschen, andererseits auch bei Geflügel eine Blutvergiftung auslösen, sich sehr stark ähneln", so Hacker. Ob Hühner, Enten und anderes Federvieh tatsächlich die Quelle dieser Krankheitserreger sind, soll nun mit molekularbiologischen Methoden überprüft werden.

    Dazu nehmen die Forscher die krank machenden Faktoren der Bakterien ebenso ins Visier wie diejenigen Faktoren, die den Erregern das Überleben in ihren Wirtsorganismen ermöglichen. Der Vergleich zwischen den beiden Gruppen soll dann Aufschluss darüber geben, inwieweit die einen mit den anderen etwas zu tun haben. Bewahrheitet sich der Verdacht, dann soll am Ende des Projekts ein DNA-Chip stehen, mit dem sich die gefährlichen Keime schnell und sicher identifizieren lassen, zum Beispiel in der Geflügelhaltung.

    Neben den Wissenschaftlern aus Würzburg sind an diesem europaweiten Verbundprojekt namens "Colirisk" französische Veterinärmediziner aus Toulouse und Tours sowie Forscher aus Israel und Finnland beteiligt.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Jörg Hacker, T (0931) 31-2575, Fax (0931) 31-2578, E-Mail:
    j.hacker@mail.uni-wuerzburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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