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20.09.2002 14:02

TÜV Rheinland Berlin Brandenburg zeichnet Professor Dr. Werner Nachtigall aus

Saar - Uni - Presseteam Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Saarbrücker Bionik-Experte erhält Internationalen Rheinland-Preis für Umweltschutz

    27. September 2002, Historisches Rathaus Köln

    Wegen seiner Verdienste auf dem Gebiet der Bionik zeichnet der TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Professor Dr. Werner Nachtigall mit dem diesjährigen Internationalen Rheinland-Preis für Umweltschutz aus. Der gebürtige Sudetendeutsche, der seit 1969 als Ordinarius für Zoologie an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken arbeitet, zählt zu den herausragenden Bionik-Experten in Deutschland. 1990 gründete er den Studiengang "Technische Biologie und Bionik" und eine gleichnamige Gesellschaft, um biologische Erkenntnisse für Ingenieurwissenschaften zu nutzen. Der diesjährige Rheinland-Preisträger, der an der Universität München Naturwissenschaften studierte und 1959 bei Werner Jacobs im Fach Zoologie promovierte, ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien und Organisationen. Er Verfasste über 300 renommierte Fachpublikationen und ist Autor zahlreicher international anerkannter Bücher.
    Für den Biologen und Physiker Nachtigall bedeutet Bionik, neue Technologien nach dem Vorbild der Natur zu gestalten. Erste Anfänge dieser Wissenschaft reichen weit zurück: So orientierte sich schon Leonardo da Vinci bei der Konstruktion seiner Flugobjekte am Flügelschlag der Vögel. Durch Verwendung einer Außenfolie, die wie Haifischhaut geschuppt war, konnte die Airbusindustrie Toulouse nach Forschungen von Bechert den Luftwiderstand eines Airbus A 320 um bis zu drei Prozent reduzieren und damit erhebliche Mengen Treibstoff sparen. Gleiches gilt für Schiffe mit "Delfinnasen". Ihre Treibstoffersparnis auf einer dreiwöchigen Fahrt vom Persischen Golf nach Rotterdam: bis zu 210.000 Liter. "Wir wollen Erkenntnisse biologischer Konstruktionen, Verfahrensweisen und Evolutionsprinzipien für den Menschen nutzbar machen", sagt Nachtigall. Weitere Beispiele dafür sind der Barthlott'sche Lotuseffekt zur Selbstreinigung von Oberflächen oder die Mattheck'schen Lastenträger, die zur besseren Kräfteverteilung ähnlich einem Baum oder einem Knochen konstruiert sind.
    Seit 130 Jahren begleitet und sichert der TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Innovationen im Einklang mit Mensch, Technik und Umwelt", sagt Vorstandsvorsitzender Professor Dr. Bruno O. Braun. "Deshalb freuen wir uns sehr darüber, in diesem Jahr einen Wissenschaftler auszuzeichnen, der Methoden der Natur propagiert und damit auch in hohem Maße ressourcenschonende und nachhaltig umweltschonende Technologien."

    Der TÜV Rheinland Berlin Brandenburg verleiht den mit 15.000 Euro dotierten Internationalen Rheinland-Preis für Umweltschutz seit 1974 alle zwei Jahre. Die elfköpfige Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, der auch die Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Bärbel Höhn, angehört, entschied sich für Nachtigall aus einem großen Kreis internationaler Vorschläge. Die offizielle Übergabe des Preises findet am 27. September im Rahmen eines Festakts im Historischen Rathaus zu Köln statt.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Informationstechnik, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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