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29.05.2013 11:08

Neue Studie: Richtige Ernährung hilft Patienten mit Herzschwäche

Dr. Maren Wagner Pressestelle
Bergische Universität Wuppertal

    „Patienten mit Herzschwäche können durch die Art ihrer Ernährung bedeutend zu ihrer Genesung beitragen: Wenig Salz, viele ungesättigte Fettsäuren – so lautet kurz gefasst die Ernährungsempfehlung, die sich aus unserer aktuellen Studie ableiten lässt“, sagt die Gesundheitspsychologin Dr. Heike Spaderna von der Bergischen Universität Wuppertal. Unter ihrer Leitung wurden 318 Patienten, die auf ein Spenderherz warteten, zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. „Die Ergebnisse unserer Untersuchung sind besonders interessant, wenn man weiß, dass Schätzungen zufolge die Fälle von Herzversagen im Zeitraum von 2010 bis 2030 um 25 Prozent steigen werden“, so Spaderna weiter.

    Zwischen den Ernährungsgewohnheiten der Patienten, die auf ein Spenderherz warten, und der weiteren Entwicklung ihrer Erkrankung gab es vor allem zwei auffällige Zusammenhänge: Wer viele salzige Speisen zu sich nimmt, hat ein hohes Risiko, dass bei ihm später eine Herztransplantation in hoher Dringlichkeit durchgeführt werden muss. Salziges Essen geht dabei oft einher mit der Aufnahme vieler gesättigter Fettsäuren und großer Mengen Flüssigkeit.

    Umgekehrt kann eine Ernährung mit vielen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (etwa in Pflanzenöl, Fisch und Meeresfrüchten) das Risiko stark verringern, frühzeitig an der Herzerkrankung zu sterben oder wegen einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes von der Warteliste für eine Organtransplantation gestrichen zu werden. Wer diese Fettsäuren „mehrfach pro Woche“ statt „gelegentlich“ zu sich nimmt, kann dieses Risiko um 50 Prozent senken, so die Studie.Die festgestellten Zusammenhänge sind unabhängig von der Schwere der Herzinsuffizienz und von anderen Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Patienten.

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befragten Patienten an einem österreichischen und 16 deutschen Krankenhäusern, die neu auf die Warteliste für ein Spenderherz gesetzt wurden. Von 33 Speisen und fünf alkoholischen Getränken wurde erfasst, wie häufig die Patienten sie zu sich nahmen (täglich, mehrmals pro Woche, gelegentlich, nie). Auch andere Faktoren wie Rauchen oder eingenommene Medikamente wurden erhoben.

    Um zu überprüfen, wie ehrlich die Antworten sind, wurden die Aussagen zu Lebensmitteln mit vielen gesättigten Fettsäuren mit den Cholesterinwerten der Patienten verglichen. Die Daten zeigten eine große Übereinstimmung, die Patienten waren also überwiegend aufrichtig.

    Einen anderen Zusammenhang – wenn auch nicht ganz so deutlich – fanden die Forscher beim Verzehr von Früchten, Gemüse und Hülsenfrüchten: Patienten, bei denen diese häufig auf dem Speiseplan stehen, erhöhen ihre Chance wegen eines verbesserten Gesundheitszustands sogar ohne Herztransplantation weiter leben zu können.

    Während gesunde Menschen viel trinken sollten, wird Herzpatienten mit Rücksicht auf ihr krankes Organ empfohlen, wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das Forscherteam fand auch hier einen Zusammenhang zwischen der Menge der Flüssigkeit in Verbindung mit der Herzleistung. Dabei gilt: Wer mehr trinkt, erhöht sein Risiko, sich einer Transplantation mit hoher Dringlichkeit unterziehen zu müssen.

    Von den befragten Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren waren 82 Prozent männlich. Von allen Studienteilnehmern brauchten 36,6 Prozent im Laufe der Untersuchung (April 2005 bis Januar 2009) sehr dringend eine Transplantation. 25,5 Prozent mussten von der Warteliste gestrichen werden, weil sie starben oder sich ihr Gesundheitszustand so massiv verschlechterte, dass an eine Transplantation nicht zu denken war. 13,3 Prozent erlebten eine reguläre Transplantation aufgrund ihres Platzes auf der Warteliste. 10,6 Prozent konnten die Warteliste verlassen, weil sich ihr Gesundheitszustand deutlich verbessert hatte. 12,4 Prozent der Befragten standen im Januar 2009 noch auf der Warteliste.

    Kontakt:
    Dr. Heike Spaderna
    Bergische Universität Wuppertal
    Telefon 0202/439-3349
    E-Mail spaderna@uni-wuppertal.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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