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15.07.2013 13:00

Zukunftspakt für das Wissenschaftssystem | Wissenschaftsrat fordert gemeinsame Anstrengung

Dr. Christiane Kling-Mathey Geschäftsstelle
Wissenschaftsrat

    Der Wissenschaftsrat hat nach intensiven Beratungen Perspektiven für das deutsche Wissenschaftssystem aufgezeigt. Diese sind geleitet von der Überzeugung, dass die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems zu einer Steigerung der gesellschaftlichen Wohlfahrt beiträgt und Investitionen in die Wissenschaft eine hohe volkswirtschaftliche Rendite erzielen.

    Dies verlangt nicht nur der Politik klare Prioritätensetzungen ab, es verlangt zugleich von den wissenschaftlichen Einrichtungen, dass sie sich stärker profilieren, dass sie sich auch in Zukunft wettbewerblich orientieren, dass sie vielfältig lokal bis transnational zusammenarbeiten, und dass sie ihre Handlungs- und Entscheidungsprozesse zielführend gestalten. Die vom Wissenschaftsrat entwickelten Perspektiven berücksichtigen sowohl die Anforderungen der Wissenschaft als auch die legitimen Erwartungen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik an ein leistungsstarkes Wissenschaftssystem, welches durch den demographischen Wandel und den zunehmenden internationalen Wettbewerb unter Druck steht.

    Mit den zahlreichen „Pakten“ der vergangenen Jahre – Hochschulpakt, Exzellenzinitiative und Pakt für Forschung und Innovation – haben die Länder und der Bund gemeinsam bereits viel für die Wissenschaft bewegt. Der Wissenschaftsrat bittet die Regierungschefinnen und -chefs von Bund und Ländern nachdrücklich, dieses Engagement fortzuführen und für die abgestimmte Umsetzung der von ihm empfohlenen Maßnahmen so rasch wie möglich einen bis 2025 laufenden „Zukunftspakt“ zu verabreden. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Wolfgang Marquardt: „Eines muss klar sein: Wir können nicht immer mehr von der Wissenschaft erwarten, ohne entsprechend in sie zu investieren. Kernpunkt unserer Empfehlungen ist die notwendige Stärkung der Hochschulen über eine verlässliche Erhöhung ihrer Grundfinanzierung.“ Diese Forderung ist eingebettet in den Vorschlag, die Gestaltung und Finanzierung des Wissenschaftssystems durch Bund und Länder in einem Zukunftspakt neu zu regeln.

    „Das Wissenschaftssystem braucht keine Revolution. Es hat seine Entwicklungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gerade die Exzellenzinitiative hat im gesamten System für Aufbruchstimmung gesorgt und die Umsetzung neuer Ideen ermöglicht“, kommentiert Professor Marquardt die Ergebnisse der Analyse des Wissenschaftsrates. „Auf das Bestehende lässt sich gut aufbauen, unter der Voraussetzung, dass Bund und Länder ihre Anstrengungen für ein von handlungsfähigen Hochschulen geprägtes, kooperativ vernetztes Wissenschaftssystem auch in Zukunft in gemeinsamer Verantwortung fortsetzen.“

    Leitidee des Wissenschaftsrates ist es, die primär im Feld der Forschung initiierte positive Entwicklungsdynamik in die Breite zu tragen: Nicht nur in die Universitäten, auch in die Fachhochschulen, nicht nur in die Forschung, auch in Lehre, Transfer und Infrastrukturen. Diese Öffnung für vielfältige Profile wird das Wissenschaftssystem langfristig umgestalten. Sie soll jedoch nicht von außen gesetzt werden, vielmehr werden im Sinne einer Kultur der Ermöglichung flexible Instrumente zur Verfügung gestellt und Gestaltungsspielräume eröffnet, die eine nachhaltige mehrdimensionale Differenzierung fördern.

    Mit Blick auf diese Leitidee empfiehlt der Wissenschaftsrat ein Bündel von Maßnahmen, das im Kern auf eine Stärkung der Hochschulen zielt: Die bestmögliche Förderung und Qualifizierung von Menschen, die Steigerung der Attraktivität des Wissenschaftssystems, die Stärkung der Hochschulen als Zentren des Wissenschaftssystems, die Etablierung geeigneter Instrumente und Anreize für eine mehrdimensionale horizontale und vertikale Differenzierung, die Gestaltung förderlicher, den spezifischen Gesetzmäßigkeiten der Wissenschaft entsprechender Rahmenbedingungen, die Eröffnung von Gestaltungsspielräumen, die Übertragung des Mehrwerts der außeruniversitären Forschungslandschaft auf das gesamte Wissenschaftssystem und die Intensivierung vielfältiger Zusammenarbeit. Durch eine modifizierte Weiterentwicklung der „Pakte“ sowie vor allem durch die Etablierung langfristig ausgerichteter „Liebig-Zentren“ und „Merian-Professuren“ soll die Dynamik des Systems um eine Komponente der Nachhaltigkeit ergänzt, die Hochschulen strategisch gestärkt und Lücken in einer bereits vielfältigen Förderlandschaft geschlossen werden.


    Weitere Informationen:

    http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3228-13.pdf - Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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