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06.09.2013 13:38

Alphabetisierung: Studien- und Umfrageergebnisse weisen Wege zur Verbesserung der Bildungsplanung

Dr. Marion Steinbach Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen

    Bonn, 6.9.2013. Die Lernerfolge von Alphabetisierungskursen sind begrenzt. Das ist das Ergebnis einer Studie – dem "Alphapanel" –, in der erstmals untersucht wurde, welches Niveau der schriftsprachlichen Kompetenz die Teilnehmer von Alphabetisierungskursen erreichen. Bernhard von Rosenbladt und Rainer H. Lehmann haben die Ergebnisse für „DIE aktuell“ zusammengefasst und geben Anregungen zu Konsequenzen für die Praxis. Außerdem legt das DIE mit den Ergebnissen seines "alphamonitor" Daten über die Angebotsstruktur und die Teilnahme an Kursen zur Alphabetisierung und Grundbildung im Jahr 2012 vor. Beide Publikationen stehen kostenlos online zur Verfügung.

    7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nur rudimentär lesen und schreiben. Lese- und Schreibkompetenz jedoch bilden eine Voraussetzung für die erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft. Erstmals wurde nun von Forschern von TNS Infratest und der Humboldt-Universität zu Berlin untersucht, wie erfolgreich diese Grundkompetenzen in den bestehenden Alphabetisierungskursen vermittelt werden.

    Die Ergebnisse der Analyse zeigen – bilanzierend – einen begrenzten Lernerfolg. In der Selbsteinschätzung durch die Befragten verbessern sich die Fähigkeiten im Lesen und Schreiben meist deutlich. Die feststellbaren Lernfortschritte reichen jedoch nicht aus, um bei der Mehrzahl der Teilnehmenden ein schriftsprachliches Kompetenzniveau oberhalb des sogenannten funktionalen Analphabetismus zu erreichen. Es gibt sogar eine erhebliche Teilgruppe, die nach längerer Kursteilnahme keinen nennenswerten Lernfortschritt im Lesen oder Schreiben für sich sieht. Bei dauerhafter Teilnahme über längere Zeiträume von mehr als drei Jahren erscheint der Kursbesuch eher im Sinne einer sozialpädagogischen Betreuung wirksam als im Sinne größerer Lernfortschritte.

    Diese Ergebnisse des "Alphapanel" beziehen sich auf die Alphabetisierungskurse der Volkshochschulen. Die Angebotsstruktur von Volkshochschulen und anderen Einrichtungen im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung von Erwachsenen ist Gegenstand des alphamonitor des DIE. Die Ergebnisse der Erhebung für das Jahr 2012, an der sich 259 Einrichtungen beteiligt haben, stehen nun online zur Verfügung.

    Der alphamonitor gibt Aufschluss zu den Kursen (Art/Inhalte, Umfang, Stunden), zu den Teilnehmenden sowie zum Lehrpersonal und zum Beratungsangebot. Die meisten Angebote, Unterrichtstunden und Teilnehmende fanden sich 2012 im Bereich Alphabetisierung. Hier dominierten „Integrationskurse mit Alphabetisierung“ für Zugewanderte (sog. BAMF-Kurse). Im Grundbildungsbereich hatten stundenintensive Vorkurse zum Nachholen von Schulabschlüssen einen hohen Stellenwert.

    Mit dem alphamonitor schafft das DIE eine Wissensbasis, die u.a. zur Verbesserung der Bildungsplanung und zur Einschätzung von institutionellen Rahmenbedingungen in diesem Bereich beitragen kann. Die hierdurch gewonnenen Informationen können auch eine Grundlage bilden für die von Bernhard von Rosenbladt und Rainer H. Lehmann geforderte Entwicklung neuer Formen der Ansprache und der Angebote
    Die aktuelle Ausgabe von "DIE aktuell" zum "Alphapanel" und texte.online zum alphamonitor finden Sie auf der Website des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE).


    Weitere Informationen:

    http://www.die-bonn.de/doks/2013-alphabetisierung-01.pdf
    http://www.die-bonn.de/doks/2013-alphabetisierung-02.pdf
    http://ww.die-bonn.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik, Psychologie, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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