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07.10.2013 19:13

NRW-Wissenschaftsministerin zeichnet Museum Koenig, Bonn, als „Ort des Fortschritts“

Sabine Heine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere

    Mit dem Titel „Ort des Fortschritts“ zeichnete die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze, am 07. Oktober die Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK) in Bonn aus. Diese Würdigung erhält das Forschungsmuseum für seine besonderen Leistungen für einen qualitativen und nachhaltigen Fortschritt in Nordrhein-Westfalen durch die Koordination und Leitung des German Barcode of Life Projekts (GBOL): GBOL wird die erste umfassende genetische „Nationalbibliothek der Artenvielfalt“ Deutschlands erstellen.

    Neben Ministerin Schulze beglückwünschten Dr. Gisela Helbig, Leiterin des Referats „Globaler Wandel“ im Bundsministerium für Bildung Forschung und Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Rheinischen, Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, das ZFMK. Prof. Dr. Wolfgang Wägele und Dr. Stephanie Pietsch, Koordinatorin des GBOL Projektes, erläuterten in Vorträgen die gesellschaftliche Bedeutung des GBOL Projektes.

    Mit dem Titel „Ort des Fortschritts“ zeichnete die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze, am 07. Oktober die Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK) in Bonn aus. Diese Würdigung erhält das Forschungsmuseum für seine besonderen Leistungen für einen qualitativen und nachhaltigen Fortschritt in Nordrhein-Westfalen durch die Koordination und Leitung des German Barcode of Life Projekts (GBOL): GBOL wird die erste umfassende genetische „Nationalbibliothek der Artenvielfalt“ Deutschlands erstellen. Neben Ministerin Schulze beglückwünschten Dr. Gisela Helbig, Leiterin des Referats „Globaler Wandel“ im Bundsministerium für Bildung Forschung und Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Rheinischen, Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, das ZFMK. Prof. Dr. Wolfgang Wägele und Dr. Stephanie Pietsch, Koordinatorin des GBOL Projektes, erläuterten in Vorträgen die gesellschaftliche Bedeutung des GBOL Projektes.

    Das Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen zeichnet jährlich Orte des Fortschritts aus, um Vordenkerinnen und Vordenker aus NRW zu würdigen, die Ökonomie, Ökologie und Soziales innovativ verbinden und damit Fortschritt für die Gesellschaft ermöglichen. Im Rahmen des Festakts zur Auszeichnung hat die Ministerin am 07.10.2013 dem ZFMK eine Urkunde übergeben und enthüllte eine Gedenktafel an der Haupttür des Museums.

    „Das Museum Koenig ist der richtige Ort für diese Auszeichnung, die die besonders nachhaltige Forschung in Europa präsentiert. Ohne diese Forschung und Serviceleistungen können viele gesellschaftliche Fragestellungen sehr viel weniger gut beantwortet werden“, sagte Ministerin Schulze. „Es geht um gesellschaftlich relevante biologische Forschung und darum, eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung zu schlagen. Das gewonnene Wissen dient keinem
    Selbstzweck, sondern der Vorbereitung von fundierten zukunftsweisenden Entscheidungen, die den Erhalt der Lebensgrundlagen der Menschen sichern“, so Schulze weiter.

    „Eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft ist es, die Artenvielfalt unseres Planeten so schnell und umfassend wie möglich zu erfassen, damit effektive Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Biodiversität entwickelt und ergriffen werden können. Diese globale Vision soll im Rahmen des GBOL-Projekts auf deutschlandweiter Ebene verwirklicht werden.“ erläuterte Wägele die herausragende Bedeutung der Forschungsarbeiten. „Mit dem Projekt übernimmt Deutschland als Wissenschaftsnation unter Leitung des Museums Koenig eine führende Rolle in einem internationalen Konsortium aus Naturkundemuseen, Zoos, Herbarien, und staatlichen Institutionen, die den Aufbau einer "DNA Barcode Bibliothek des Lebens" zum Ziel haben“ ergänzte Pietsch.

    Das Forschungsmuseum Koenig ist ein Ort international anerkannter Wissenschaft mit exzellentem Renommee, das einerseits durch die Kooperation mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität, Bonn, und den UN-Einrichtungen der Stadt Bonn Synergien schafft, die die nachhaltige Entwicklung in besonderer Weise stärken und weiter entwickeln. Andererseits engagieren sich 17 verschiedene Biodiversitätsforschungsinstitutionen, 47 Wissenschaftler/-innen und derzeit ~200 externe Amateur-Taxonomen. Beeindruckend ist, mit wie viel Engagement und Herzblut das GBOL Projekt vorangetrieben wird und derart viele beteiligte Personen neue Ergebnisse erzielen.

    Das GBOL-Projekt stärkt die Region als internationalen Standort der Forschungen zur nachhaltigen Entwicklung und ist damit der Universität Bonn ein besonderes Anliegen. Sie beteiligt sich
    mit der ganzen Bandbreite ihrer Möglichkeiten an der Bearbeitung
    drängender Zukunftsthemen, deren gemeinsames Leitmotiv die
    Nachhaltigkeit ist.

    Das GBOL Projekt leistet einen Beitrag zur Sicherung der Lebensqualität künftiger Generationen und ermöglicht unter anderem die nachhaltige Nutzung von biologischen Ressourcen durch Inventarisierung der Artenvielfalt und Bereitstellung von Information über Taxonomie, Lebensweisen, Verbreitung, ökologische Nischen der Arten sowie über Forschungsmethoden.

    Die Taxonomen steuern ihr Wissen über die Morphologie, Ökologie, Reproduktionsmodus und Lebenszyklus bestimmter Tiergruppen bei. Der entschlüsselte DNA Barcode (= genetischer Fingerabdruck) jeder einzelnen Art wird dann mit dem„Artensteckbrief“ verknüpft und in einer öffentlich zugänglichen GBOL-Datenbank verfügbar gemacht. Das GBOL Projekt ist dabei neben den professionellen Taxonomen, Molekularbiologen und Biodiversitätsinformatikern vor allem auch auf die Expertise von zahlreichen externen Artenkennern angewiesen. Bei diesen Amateur-Taxonomen handelt es sich um Bürger, die sich in ihrer Freizeit mit der Tier-, Pflanzen- oder Pilzwelt befassen. Sie sind häufig ausgezeichnete Spezialisten für eine bestimmte Organismengruppe und verfügen über sehr gute Artenkenntnis und einen entsprechend routinierten Umgang mit Artbestimmungsschlüsseln. Diese Taxon-Experten erhalten im GBOL-Projekt die einzigartige Möglichkeit in einem Verbund mit verschiedenen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten und sich dadurch zusätzlich hochwertige wissenschaftliche Kenntnisse anzueignen. Diese Bündelung von Expertise setzt Synergien frei und ermöglicht es allen GBOL-Partnern gemeinsam einen aktiven Beitrag zur Biodiversitätserfassung in Deutschland zu leisten.

    Ziel des GBOL Projektes ist die Inventarisierung und genetische Charakterisierung der Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands (~72.700 Arten). Es handelt sich um ein deutschlandweites Verbundprojekt bestehend aus:
    17 verschiedenen Biodiversitätsforschungsinstitutionen,
    47 Wissenschaftlern und zahlreichen externen Amateur-Taxonomen.

    GBOL ermöglicht in Zukunft auch Nicht-Spezialisten eine automatisierbare, kostengünstige und zuverlässige Identifikation von Arten für vielfältige Anwendungsgebiete:
    Hocheffizientes und schnelles Biodiversitätsmonitoring
    Überwachung von Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen
    Zollkontrolle von illegalem Organismenhandel
    Analyse von Nahrungsbeziehungen
    Enttarnung von Etikettenschwindel
    Spurenanalyse und Forensik
    Identifikation von schwer bestimmbaren Lebensstadien (z.B. Larve, Ei, Sporen)
    Monitoring bedrohter, invasiver Arten, Schädlingen & Krankheitsüberträger
    Analyse der Artenzusammensetzung gemischter Umweltproben (z.B. Boden, Wasser)

    GBOL wird für einen Zeitraum von 3,5 Jahren (11.2011 – 4.2015) mit ~5 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Gesamtkoordination des GBOL-Projektes liegt beim Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) in Bonn. Die GBOL Partner stellen ihre Expertise und Infrastruktur zur Verfügung, um umfassend und flächendeckend alle Arten Deutschlands zu sammeln, zu katalogisieren, wissenschaftlich zu beschreiben, zu sequenzieren und in die öffentlich zugängliche GBOL Datenbank einzuspeisen.

    DNA-Barcoding hat sich als globaler Methodenstandard zur schnellen und zuverlässigen genetischen Artidentifizierung von Tieren, Pflanzen und Pilzen entwickelt und wird bereits in 27 Ländern weltweit erfolgreich angewendet. Das Ziel von DNA Barcoding ist der Aufbau einer öffentlich zugänglichen Referenzdatenbank mit artspezifischen DNA-Barcode-Sequenzen.

    Weitere Informationen über die Auszeichnung „Ort des Fortschritts“: Im Rahmen der Forschungsstrategie "Fortschritt NRW" zeichnet das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen „Orte des Fortschritts“ aus, an denen sich besonderer qualitativer Fortschritt des Landes ablesen lässt. Gleichzeitig wird sichtbar gemacht, dass Nordrhein-Westfalen als Wissenschafts- und Industrieland mit starken Regionen und einer lebendigen Kultur nachhaltigen Fortschritt vorantreibt.

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    Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig - Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere hat einen Forschungsanteil von mehr als 75 %. Das ZFMK betreibt sammlungsbasierte Biodiversitätsforschung zur Systematik und Phylogenie, Biogeographie und Taxonomie der terrestrischen Fauna. Die Ausstellung „Unser blauer Planet“ trägt zum Verständnis von Biodiversität unter globalen Aspekten bei.

    Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher, Bedeutung Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de


    Weitere Informationen:

    http://www.wissenschaft.nrw.de/Leitlinien_des_Ministeriums/Fortschritt_NRW/Orte_...
    http://.php


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Gesellschaft, Informationstechnik, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Dr. Gisela Helbig, Prof. Dr. Wolfgang Wägele und Minsiterin Svenja Schulze enthüllen die Gedenktafel am Haupteingang des Museums.


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    Zahlreiche Gäste hören dem spannenden Vortrag von Dr. Stephanie Pietsch zu.


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