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16.10.2013 09:35

Studie fehlinterpretiert - Katzenhalter können ihre Vierbeiner ruhig streicheln

Heike Hochhauser Public Relations
Veterinärmedizinische Universität Wien

    In einer kürzlich veröffentlichten Studie im Fachjournal „Physiology & Behavior“ untersuchte ein internationales Forscherteam, ob Katzen in Mehrkatzenhaushalten gestresster sind als alleine gehaltene Katzen. Viele Medien reagierten auf die Studienergebnisse mit einer falschen Interpretation der Ergebnisse und titelten unter anderem mit „Katzen hassen Streicheln“. Der Mitautor Rupert Palme vom Institut für Medizinische Biochemie der Veterinärmedizinischen Universität Wien klärt auf: „Tatsächlich genoss es die Mehrheit der Katzen gestreichelt zu werden. Nur Tiere, die es eigentlich nicht mögen, aber trotzdem über sich ergehen lassen, sind dabei gestresst.“

    Eigentlich ging es in der Studie darum, ob Katzen gestresster sind, wenn sie in größeren Gruppen in einem Haushalt zusammen leben, oder ob gerade das den Stress verringert. Beides konnte in der vorgelegten Studie nicht bestätigt werden. Die Anzahl der Katzen pro Haushalt hat keinen Einfluss auf den Stress der Tiere. Stress bei Hauskatzen hängt eher von der Sozialisierung der Tiere ab, von der Beziehung zum Menschen, von den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten oder auch vom Zugang zu Nahrung.

    Jede Katze fühlt und reagiert anders

    Die Forscher untersuchten 60 Katzenhaushalte mit insgesamt 120 Katzen in Brasilien. Diese wurden in drei verschiedene Kategorien eingeteilt: Gruppe I: 23 Single-Katzenhaushalte; Gruppe II: 20 Mehrkatzenhaushalte mit je zwei Katzen; Gruppe III: 17 Mehrkatzenhaushalte mit drei bis vier Katzen. Die Katzenbesitzer wurden nach dem Temperament ihrer Vierbeiner gefragt und konnten zwischen „herrisch“, „ängstlich“ oder „entspannt“ wählen. Zusätzlich gaben die Tierbesitzer für jede einzelne Katze an, wie gern diese gestreichelt wird. Den Stresslevel der Tiere erhoben die Forscher, indem sie Kotproben der einzelnen Tiere einsammelten und auf Abbauprodukte der Stresshormone untersuchten.

    Großteil der Katzen lässt sich gerne streicheln

    85 der 120 untersuchten Katzen mochten es gestreichelt zu werden. So wurde es zumindest von den jeweiligen Katzenhaltern beschrieben. Die wenigen, die es laut Besitzer nicht mochten, entzogen sich wahrscheinlich dem „Streichler“. Die restlichen 13 Tiere „tolerierten“ das Streicheln und waren dabei gestresster als ihre Artgenossen. „Genau diese 13 Tiere haben möglicherweise zur Fehlinterpretation der Studie geführt“, erklärt Palme, „Katzen sind keinesfalls grundsätzlich gestresst, wenn sie gestreichelt werden. Das hängt viel mehr von der Situation und vom Charakter des einzelnen Tieres ab.“

    Der Wissenschafter ao.Univ.Prof. Rupert Palme vom Institut für Medizinische Biochemie an der Vetmeduni Vienna war im Rahmen der Studie für die Analyse der Kotproben verantwortlich.

    „Are cats /Felis catus) from multi-cat households more stressed? Evidence from assessment of fecal glucocorticoid metabolite analysis” von D. Ramos, A. Reche-Junior, P.L. Fragoso, R. Palme, N.K. Yanasse, V.R. Gouvêa, A. Beck und D.S. Mills wurde am 8. September im Journal Physiology & Behavior veröffentlicht und ist unter folgendem Link abrufbar: http://dx.doi.org/10.1016/j.physbeh.2013.08.028


    Wissenschaftlicher Kontakt:
    Ao.Univ.Prof. Rupert Palme
    Institut für Medizinische Biochemie
    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)
    rupert.palme@vetmeduni.ac.at

    Aussenderin:
    Heike Hochhauser
    Public Relations
    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)
    T +43 1 25077-1151
    heike.hochhauser@vetmeduni.ac.at


    Weitere Informationen:

    http://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/aktuelles/news/detail/artikel/2013/10/...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Katzen und ihre Halter dürfen das Streicheln weiterhin genießen.


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