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15.11.2013 08:30

Weltgedenktag für Straßenverkehrsopfer am 17.11.2013 - die DIVI zum Verhalten nach einem Unfall

Larissa Vogt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.

    Nirgendwo sonst auf der Welt ist der Straßenverkehr so sicher wie in Westeuropa. Allen voran Schweden, England und Deutschland. Möglich machen das eine moderne Fahrzeugtechnik, ausgeklügelte Sicherheitssysteme und eine bessere Straßenführung sowie ein flächendeckender Rettungsdienst. Eigentlich gute Nachrichten, die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass hierzulande immer noch fast 4000 Menschen jedes Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen. Manche von ihnen könnten noch leben, wenn Unfallzeugen Erste Hilfe geleistet hätten. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gibt deshalb Tipps zum besten Verhalten bei schweren Autounfällen.

    1995 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer ins Leben gerufen. Opfern und Angehörigen wird seitdem an jedem dritten Novembersonntag gedacht. Einen Moment inne zu halten ist angebracht, denn obwohl die Zahl der Verkehrstoten immer weiter zurückgeht, sterben noch täglich zehn Menschen auf deutschen Straßen. „Autounfälle lassen sich nach wie vor nicht völlig vermeiden“, so Professor Peter Sefrin, Sektionssprecher der Notfall- und Katastrophenmedizin bei der DIVI, „aber beherztes und richtiges Eingreifen von Unfallzeugen kann so manches Leben retten.“ Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass zehn der Unfalltoten hätten überleben können, wenn unmittelbar Erste Hilfe geleistet würde.

    Am Unfallort gilt es als Erstes für Sicherheit zu sorgen. Dazu das eigene Auto so abstellen, dass es kein Hindernis für die Rettungskräfte darstellt und dann Warnblink- und Abblendlicht einschalten. In solch einer Situation die Ruhe zu bewahren ist nicht ganz leicht, aber wichtig. Denn es gilt, sich schnell einen Überblick zu verschaffen: Wie viele Fahrzeuge sind involviert? Gibt es Verletzte? Ist die Unfallstelle schlecht erkennbar? Besteht Brandgefahr durch auslaufendes Benzin? Hat das Unfallfahrzeug gefährliche Güter geladen? Anschließend sollte man entweder selbst den Notruf wählen oder eine dritte Person darum bitten, diese Informationen an den Rettungsdienst weiterzugeben.

    „Auch Laien sollten sich trauen, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte selbst Hand anzulegen“, fordert der DIVI-Experte. „Unbedingt dazu gehört, bewusstlose Menschen aus dem Fahrzeug zu retten und in die stabile Seitenlage bringen, weil die Betroffenen zum Erbrechen neigen und ersticken könnten.“ Neben der Bewusstlosigkeit ist es immer auch wichtig, die Atmung zu prüfen. „Sollte die bewusstlose Person nicht mehr atmen, muss sie auf dem Rücken liegen bleiben, weil sie dann eine Herzdruckmassage benötigt“, erklärt Professor Sefrin. Dabei auf keinen Fall Zurückhaltung üben, denn es ist wichtig, den Brustkorb hart und schnell fünf bis sechs Zentimeter tief etwa 100 bis 120 mal senkrecht nach unten zu drücken – bzw. so lange, bis professionelle Hilfe eintrifft.

    Blutungen müssen unbedingt gestillt werden. Dazu die blutende Stelle hochlagern, abdrücken und einen Druckverband anlegen. Dabei dringend Handschuhe tragen, zum eigenen sowie zum fremden Schutz. Nicht zu unterschätzen ist auch die psychologische Betreuung. Ihn anzusprechen wirkt auf den Verletzten sehr beruhigend, er sollte nach eventuellen Schmerzen, Bewegungsbehinderungen oder Gefühllosigkeit gefragt werden. „Ganz egal, ob es warm oder kalt ist, immer auch an die Auskühlung denken und Decken über den Verletzten legen“, so der erfahrene Notfallmediziner.

    Noch besser ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zu einem Unfall kommt. Folgende Fakten sollten allen Autofahrern zu denken geben: Seit vor einigen Jahren das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger eingeführt wurde, ist die Zahl der dadurch verursachten Unfälle deutlich gesunken. Alkohol, Drogen und manche Medikamente sind am Steuer tabu. Vor allem aber auch den Fuß weg vom Gas, denn überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die häufigste Unfallursache. Und auf jeden Fall anschnallen. Bei der jüngsten Untersuchung hatten 20 Prozent aller Unfalltoten den Gurt nicht um.

    DIVI weltweit einzigartig
    Die 1977 gegründete DIVI ist ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss von mehr als 2000 Anästhesisten, Neurologen, Chirurgen, Internisten, Kinder- und Jugendmedizinern sowie Fachkrankenpflegern und entsprechenden Fachgesellschaften: Ihre fächer- und berufsübergreifende Zusammenarbeit und ihr Wissensaustausch machen im Alltag den Erfolg der Intensiv- und Notfallmedizin aus. Insgesamt bündelt die DIVI damit das Engagement von mehr als 30 Fachgesellschaften und persönlichen Mitgliedern.

    Der Experte der DIVI:
    Professor Peter Sefrin ist Sektionssprecher der Notfall- und Katastrophenmedizin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Notärzte Deutschlands (BAND).

    Gerne vermitteln wir Ihnen unseren Experten für Ihre Anfragen und Interviews sowie Bildmaterial. Um Belegsendung wird im Veröffentlichungsfall gebeten.

    Ihre Ansprechpartnerin:
    Larissa Vogt

    Pressesprecherin

    Luisenstraße 45

    10117 Berlin

    Telefon: 0173/6194422

    E-Mail: pressestelle@divi-org.de


    Weitere Informationen:

    http://www.divi.de - Homepage der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)
    http://www.divi2013.de - Webauftritt des 13. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)


    Anhang
    attachment icon PDF Pressemitteilung DIVI 15112013

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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