Von der Unendlichkeit eines Wimpernschlages

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15.11.2013 12:06

Von der Unendlichkeit eines Wimpernschlages

Dr. Ute Schönfelder Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Forschungsverbund „Ultrakurzpulslaser“ trifft am 19. November an der Uni Jena zusammen

    Unser Herz schlägt einmal pro Sekunde, ein Wimpernschlag dauert etwa eine Zehntelsekunde. Diese Zeitabschnitte würden die meisten wohl als eher kurz bezeichnen. Doch sie erscheinen schier endlos, verglichen mit den Zeitintervallen, mit denen sich Entwickler und Anwender von Ultrakurzpulslasern befassen. Sie verwenden Laserpulse mit Dauern von einigen Femtosekunden: dem Millionsten Teil einer Milliardstel Sekunde.

    „Mit Ultrakurzpulslasern eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten zur Bearbeitung von Werkstoffen, die mit konventionellen Werkzeugen so nicht möglich wären“, erläutert Prof. Dr. Stefan Nolte von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Laser-Physiker koordiniert den bundesweiten Forschungsverbund „Ultrakurzpulslaser für die hochpräzise Bearbeitung“. Am kommenden Dienstag (19. November) werden rund 70 Projektpartner aus Forschungsinstitutionen und Industriepartner zur Jahrestagung des Verbundes an der Universität Jena zusammentreffen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert den Zusammenschluss mit seinen zehn Teilprojekten seit 2011 mit insgesamt 20 Millionen Euro.

    „Vorrangiges Ziel des Treffens hier an der Uni Jena ist der Erfahrungsaustausch“, sagt Tagungsorganisator und Gastgeber Nolte. „Wir wollen das Treffen nutzen, um uns gegenseitig auf den aktuellen Erkenntnisstand zu bringen und neue Synergien für die weitere Entwicklung zu finden.“ Der Jenaer Physiker ist für seine eigenen herausragenden Forschungsarbeiten zu Ultrakurzpulslasern gerade gemeinsam mit Dr. Jens König von Bosch und Dr. Dirk Sutter von TRUMPF für den diesjährigen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert worden.

    Wesentliches Merkmal der ultrakurzen Laserblitze sind extrem hohe Spitzenleistungen, die auf Grund der starken zeitlichen Kompression bereits mit sehr geringen Pulsenergien erreicht werden. „Dies ermöglicht einen hochpräzisen Materialabtrag ebenso wie die Bearbeitung temperatursensibler Materialien ohne thermische Schädigung“, erläutert Nolte. Während der Jenaer Jahrestagung werden aktuelle Ergebnisse u. a. zum Einsatz ultrakurzer Laserpulse als chirurgisches Instrument in der Augenheilkunde, zur hochpräzisen Bearbeitung von Dünnschicht-Solarzellen oder karbonfaserverstärkten Kunststoffen in der Fahr- und Flugzeugindustrie präsentiert.

    Weitere Informationen zum Verbund „Ultrakurzpulslaser für die hochpräzise Bearbeitung“ sind zu finden unter: http://www.ukp-laser.de.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Stefan Nolte
    Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Albert-Einstein-Straße 15, 07745 Jena
    Tel.: 03641 / 947820
    E-Mail: stefan.nolte[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.ukp-laser.de
    http://www.uni-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Physik / Astronomie
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Prof. Dr. Stefan Nolte von der Uni Jena koordiniert den Forschungsverbund "Ultrakurzpulslaser". Für seine eigenen Arbeiten auf diesem Gebiet ist der Physiker für den Zukunftspreis 2013 nominiert.


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