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27.11.2013 11:33

Europäisches Netzwerk der Angewandten Mathematik

Rudolf Kellermann MATHEON, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Sekretariat MA 3-1
DFG Forschungszentrum MATHEON Mathematik für Schlüsseltechnologien

    In Amsterdam wird heute das „European Service Network of Mathematics for Industry and Innovation“ (EU-MATHS-IN) gegründet.

    Die Angewandte Mathematik ist in einigen Ländern Europas bereits gut vernetzt.
    In Deutschland gibt es bereits seit vielen Jahren ein Netzwerk zur Mathematik für Industrie und Dienstleistungen in dem auch das Berliner Forschungszentrum MATHEON eng vernetzt ist. Auch in Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Spanien, den Niederlanden oder Italien gibt es bereits Netzwerke. Das Potenzial von Kooperationen über die Grenzen der einzelnen Länder hinaus wird dagegen noch nicht maximal genutzt. Es gibt nur wenige solche Kooperationen wie z.B. zwischen dem MATHEON und dem niederländischen 3TU.AMI.

    Im Jahr 2010 wurde mit Unterstützung der European Science Foundation eine Zusammenstellung der Erfolge sowie eine Bedarfsanalyse gemacht und es wurden Empfehlungen für die Bildung eines Netzwerkes erarbeitet. Sowohl Entscheidungsträger wie auch Mittelgeber sollten ihre Leistungen in einer virtuellen Forschungsinfrastruktur bündeln. Damit sollten die mathematischen Ergebnisse schneller und besser für industrielle Innovationen nutzbar gemacht werden. Netzwerke und die Nutzung digitaler Möglichkeiten sollten für eine weitest gehende Verbreitung bewährter Verfahren sorgen und somit einer geographischen und wissenschaftlichen Fragmentierung entgegenwirken. Schließlich sollten Mathematikgesellschaften sowie Wissenschaftseinrichtungen europaweit gemeinsame Bildungsinhalte und -programme in Mathematik entwickeln, ohne dabei die lokale Expertise und Ausprägung zu vernachlässigen.

    Mit dem heute in Amsterdam gegründeten europäischen Netzwerk „European Service Network of Mathematics for Industry and Innovation (EU-MATHS-IN)” will man nun versuchen, etwas nachdrücklicher die Europäische Union zu überzeugen, dass die Förderung der anwendungsgetriebenen Forschung dringend nötig ist, besonders mit Blick auf die europäische Industrie. Beteiligt an dieser Gründung sind Vertreterinnen und Vertreter mathematischer wissenschaftlicher Einrichtungen aus Italien, Spanien, Frankreich, Schweden, Portugal, Großbritannien und den Niederlanden. Für Deutschland werden u.a. Prof. Dr. Volker Mehrmann von der TU Berlin und Sprecher des MATHEON sowie Prof. Dr. Hans Georg Bock von der Universität Heidelberg als Gründungsmitglieder vertreten sein.

    “Die Bedeutung der Mathematik für die modernen Schlüsseltechnologien wächst rapide. Damit die europäische Industrie wettbewerbsfähig bleibt, ist die Anwendung mathematischer Forschungsergebnisse unerlässlich”, sagte Prof Mehrmann auf der Gründungstagung in Amsterdam. Für diese Stärkung der Industrie wird mit dem EU-MATHS-IN eine wichtige Plattform geschaffen. Teil dieser Plattform werden auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Spin-offs sein, denen eine wichtige Mittlerrolle zwischen Universitäten und großen Unternehmen zukommt.

    Die Gründung von EU-MATHS-IN trägt auch der Tatsache Rechnung, dass in den verschiedenen europäischen Ländern unterschiedliche Schwerpunkte in der Angewandten Mathematik gesetzt werden. „Wenn wir diese zu einer gut funktionierenden Einheit zusammenführen können, wird dies zu einem sehr effektiven Austausch und unschätzbaren Output führen“, so Prof. Mehrmann. Dabei wird es auch wichtig für den Erfolg sein, die Komplementarität bereits etablierter europäischer Organisationen wie der European Mathematical Society (EMS) und des European Consortium for Mathematics in Industry (ECMI) maximal auszuschöpfen.

    Ziel ist es daher, mit EU-MATHS-IN eine europäische Serviceeinheit zu etablieren, die die Rolle der europäischen Industrie im internationalen Vergleich erheblich stärkt. Vorgesehen ist zudem, die Bedeutung der Mathematik für alle modernen Industrien bekannter zu machen. Schließlich will man mit der neuen Organisation auch gemeinsame Projekte auf europäischer Ebene realisieren.

    Mehr Informationen: Dr. Theo A. Roelofs, Technology Transfer Manager,
    DFG-Forschungszentrum MATHEON, Tel.: + 49 (0)30 314-28043, E-Mail: roelofs@matheon.de


    Weitere Informationen:

    http://www.matheon.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Mathematik
    überregional
    Kooperationen, Organisatorisches
    Deutsch


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