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28.11.2013 14:19

Wie lernen Kinder am besten Schreiben und Lesen?

Anna Kleiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

    Experten des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache stellen Ergebnisse wissenschaftlicher Studien auf einem Bildungsforum des IQSH in Kiel vor: Leistungsschwache Schüler profitieren von strukturierten Lernformen, leistungsstarke Kinder lernen Lesen und Schreiben auch mit offenen Konzepten. Qualifizierung der Lehrkräfte für unterschiedliche Methoden ist entscheidend.

    Kiel/Köln, 28. November. Kinder, die im Kindergarten und im Elternhaus bereits viele sprachliche Anregungen hatten, bringen gute Voraussetzungen mit, um problemlos Lesen und Schreiben zu lernen. „Studien belegen, dass diese Kinder unabhängig von der Methode bis zum Ende der vierten Klasse angemessen Lesen und Schreiben lernen“, erklärte Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache an der Universität zu Köln auf dem heutigen (28. November) landesweiten Bildungsforum des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Kronshagen.

    Leistungsstarke Kinder etwa lernen mit offenen Konzepten sehr gut lesen und schreiben - wie zum Beispiel Werkstattunterricht. Leistungsschwache Kinder zeigen dagegen bei strukturierten Lernformen höhere Lernerfolge. „Sie benötigen konkrete Regeln, um die richtige Schreibweise zu lernen, zum Beispiel die Pluralbildung: Wenn man nicht weiß, ob das Wort ‚Hund‘ am Ende mit -d oder -t geschrieben wird, muss man die Mehrzahl bilden. Dann kann man hören, mit welchem Buchstaben das Wort endet“, sagte Prof. Dr. Hartmut Günther, ehemals Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln.

    „Schreiben und Lesen lernen ist eine zentrale Kulturtechnik, die ich auf eine Bedeutungsstufe mit dem Laufen oder Sprechen lernen stellen möchte. Es ist also richtig, wenn wir an dieser wichtigen Stelle genau hinschauen und uns mit den Leistungsprofilen der unterschiedlichen Methoden beschäftigen“, betonte Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack.

    „Wir wollen wissenschaftlich abgesichert zeigen, wie Kinder am besten Schreiben und Lesen lernen“, erläuterte Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des IQSH, die Zielsetzung des Bildungsforums. Damit wolle das IQSH zu einer Versachlichung der bundesweit kontrovers geführten Diskussion um den richtigen Schriftspracherwerb beitragen und Ergebnisse des Forums für die Aus- und Fortbildung der Deutschlehrkräfte in Schleswig-Holstein nutzen. Daran knüpft auch eine neue Initiative des IQSH an: „Mit dem Projekt ‚Lesen macht stark – Grund-schule‘ sollen Lehrkräften ab dem Schuljahr 2014/15 Materialien und Fortbildungen für eine möglichst wirksame Förderung von Grundschulkindern zur Verfügung gestellt werden“, kündigte Riecke-Baulecke an.

    „Die große Herausforderung besteht darin, alle Lehrkräfte schon im Studium auf die Heterogenität ihrer Klassen vorzubereiten. Dafür bedarf es verpflichtender Bestandteile im Lehramtsstudium, wie man Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung individuell fördern kann“, forderte Prof. Michael Becker-Mrotzek. Kinder lernen Lesen und Schreiben, weil sie sich schriftlich ausdrücken und Texte selbst lesen und verstehen wollen. „Rechtschreibung ist ein Teil der Kompetenzen, die Kinder in der Grundschule erwerben, Leseflüssigkeit, Textverständnis und Ausdrucksvermögen sind aber ebenso wichtig. Das wird in der Debatte um die angebliche Schlechtschreibung häufig übersehen“, kritisierte Becker-Mrotzek. Rechtschreibung sei kein Selbstzweck.

    Über 150 Lehrkräfte und Schulleitungen von Grundschulen, Studienleiterinnen und Studienleiter, Vertreterinnen und Vertreter der Schulaufsicht, Eltern sowie Verantwortliche im Bereich der Lehrerbildung und Politik diskutierten auf dem Bildungsforum mit.

    Kontakt für Presseanfragen:

    Petra Haars, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein
    Tel. 0431-5403-103, E-Mail:petra.haars@iqsh.landsh.de

    Anna Kleiner, Kommunikation
    Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache,
    Universität zu Köln
    Tel. 0221 – 470 7700, E-Mail: anna.kleiner@mercator.uni-koeln.de


    Weitere Informationen:

    http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de
    http://www.iqsh.schleswig-holstein.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler
    Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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