Umstrittene Denkmale – Der Umgang mit dem Erbe der Diktaturen

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29.11.2013 08:39

Umstrittene Denkmale – Der Umgang mit dem Erbe der Diktaturen

Sabine zu Klampen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

    Monumenti controversi – Come gestire l’eredità delle dittature / Neuerscheinung: Dokumentation der Bozener Jahrestagung 2012
    des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege

    Für den Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. (www.ak-tld.de) waren die noch immer und in jüngster Zeit wieder verstärkt umstrittenen Denkmale und Denkmäler der Mussolini-Ära in Bozen Anlass, grundlegend über den Umgang mit Denkmalen und Denkmälern nachzudenken, an denen sich politische Auseinandersetzungen entzünden und die Projektionsflächen gesellschaftlicher Konflikte sind oder waren. Nicht-Wahrnehmung steht neben Forderungen nach Entfernung, Vorschlägen zur didaktischen Aufbereitung, Historisierung und einer künstlerischen Auseinandersetzung damit.

    Zur Aktualität der Fragestellung schreibt Hans-Rudolf Meier in seiner Einleitung:

    „Alle Diktaturen, aber auch die Kolonialmächte haben Gebäude, Anlagen und Denkmäler hinterlassen, die ein schwieriges Erbe bilden, weil sie Fragen nach Tätern provozieren, aber auch Opfer an ihr Leiden erinnern. Die Gesellschaft muss sich zu diesen Hinterlassenschaften irgendwie verhalten, ob sie das will oder nicht. Diese Objekte verunmöglichen das Verdrängen oder Vergessen. Wie in unterschiedlichen postdiktatorischen und postkolonialen Ländern mit diesem Faktum umgegangen wird, zeigen schlaglichtartig verschiedene Beiträge der vorliegenden Publikation. Um die Diskussion zu fokussieren, konzentrierten wir uns bei der Auswahl der Themen und Beispiele weitgehend auf das Erbe faschistischer Diktaturen; postsozialistische Monumente standen in jüngerer Zeit öfters schon im Zentrum der Fachdiskussion.
    Die verschriftlichten Referate von Ingrid Scheurmann und Kerstin Stamm sowie der kontrovers kommentierte Diskussionsbeitrag von Thomas Will zeigen darüber hinaus, zu welch grundsätzlichen denkmaltheoretischen Überlegungen das Tagungsthema anregt. Können und sollen Denkmale überhaupt bequem sein? Sind sie nicht generell Sand im Getriebe einer alles verwertenden Ökonomie, Stolpersteine auf der geglätteten Oberfläche einer scheinbar Alternativen losen Gesellschaft? Aber, so die berechtigte Frage von Will, was darf die Denkmalpflege in ihrer professionellen Routine den in Konflikte involvierten und von ihnen gezeichneten Menschen zumuten?
    Mit diesen und weiteren Fragen (etwa danach, wie traditionelle Denkmalkonzepte auf Gruppenidentität zielen und von homogenen und weitgehend stabilen Gruppen und Gruppen-Objekt-Relationen ausgehen) hat die hier dokumentierte Bozener Tagung einen bleibenden Beitrag zur aktuellen Grundsatzdebatte der Denkmalpflege geleistet.“

    Angaben zur Publikation:
    Birgit Franz und Waltraud Kofler Engl (Hrsg.): Umstrittene Denkmale / Monumenti controversi – Der Umgang mit dem Erbe der Diktaturen / Come gestire l’eredità delle dittature. Veröffentlichung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Band 22, Holzminden 2013, Umfang 212 Seiten zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-940751-72-0, 29,80 EUR.

    Bezugsmöglichkeiten:
    über den Buchhandel oder direkt bei der Schriftführung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V.: birgit.franz@hawk-hhg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.hawk-hhg.de/holzminden/157763_127155.php


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Kunst / Design
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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