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20.01.2014 14:29

Welternährung im 21. Jahrhundert: „Wir müssen weg von dieser ressourcenfressenden Landwirtschaft"

Verena Müller Pressearbeit
Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung

    Wie können wir in Zeiten von Klimawandel und wachsender Weltbevölkerung die Ernährung sichern? „Weiter wie bisher ist keine Option“, so Wilfried Bommert vom Institut für Welternährung. Denn trotz immer höherer Erträge und Überproduktionen der industriellen Landwirtschaft sind weltweit 870 Millionen Menschen unterernährt. Damit ist die Landwirtschaft schon heute nicht mehr in der Lage die Bedürfnisse von Millionen zu befriedigen. Gleichzeitig entzieht sie sich mehr und mehr ihrer eigenen Grundlage – durch zunehmende Belastung für Böden, Wasser, Klima und Biodiversität und drohende Engpässe bei ihren Dünger-Essenzen Phosphor, Kalium und Stickstoff. „Wir müssen hin zu Low-Input-Systemen.“

    Bommert fordert daher eine Neuausrichtung der Landwirtschaft und Agrarforschung. „Denn das gigantische System der Intensivlandwirtschaft wird sich schon deswegen totlaufen, weil die dafür benötigten Ressourcen immer knapper werden.“ Derzeit benötigt sie für die Herstellung einer Nahrungskalorie zehn fossile Kalorien. Da Energie und höchst energieaufwendig produzierter Stickstoffdünger immer teurer werden würden, würde diese Form der Landwirtschaft ökonomisch immer ungünstiger und letztlich teurer, als das System, das diesen Input gar nicht braucht.“
    „Auch die Zivilgesellschaft will eine Agrar-Ernährungswende“, so Bommert. Die Zahlen der Großdemonstration „Wir haben es satt“ parallel zur "Internationalen Grünen Woche" in Berlin geben ihm recht: Auch dieses Jahr demonstrierten wieder 30 000 Teilnehmer gegen die industrielle Landwirtschaft und für ökologischen Landbau.
    Um diese Agrar- und Ernährungswende voranzubringen haben die Vereinten Nationen 2014 zum „Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe“ erklärt. Denn landwirtschaftliche Familienbetriebe produzieren weltweit 70 Prozent aller Lebensmittel. Aus dem Interesse, den Hof finanziell gesund und mit intakten natürlichen Ressourcen weiterzugeben, ergibt sich zudem eine Ausrichtung auf ein Low-Input-Konzept und nachhaltiges Wirtschaften.

    Im NeFo-Interview erzählt Agrarwissenschaftler Bommert wie diese Neuausrichtung von Agrarwirtschaft und –wissenschaft aussehen könnte, welche Rolle dabei die Agrodiversität und kleinbäuerliche Strukturen spielen und warum eine allgemeine Weltformel nicht funktionieren kann.

    Lesen Sie das gesamte Interview hier: http://www.biodiversity.de/index.php/fuer-presse-medien/experteninterviews/4546-...

    Ansprechpartner:
    Verena Müller
    NeFo-Pressereferentin
    Telefon: +49 341 235 1062 / Mobil: 0176 631 651 35
    E-Mail: verena.mueller@ufz.de

    Aktuelle Meldungen aus der Biodiversitätsforschung aller deutschen Institutionen finden Sie in unserem Presseportal www.biodiversity.de.

    Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Das Projekt wird im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Hierzu stehen direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten. Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ.

    Weitere Informationen finden Sie unter: www.biodiversity.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Gesellschaft, Meer / Klima, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Dr. Wilfried Bommert vom Institut für Welternährung fordert eine Wende in der Agrarwirtschaft und –forschung.


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    Die Vereinten Nationen haben 2014 zum "Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe" ernannt


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