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04.02.2014 13:40

Neue Medikamente gegen Darmerkrankungen: Hilfe für Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Anna Julia Voormann Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Berlin – Rund 350 000 Menschen in Deutschland leiden an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED), Tendenz steigend. Diese Erkrankungen sind unheilbar. Nur bei einem Teil der Patienten lindern Medikamente die Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfälle und Übelkeit. Doch für die Betroffenen gibt es jetzt Hoffnung: Zwei neue Medikamente stehen kurz vor der Zulassung für die CED-Therapie. Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) berichteten heute auf einer Pressekonferenz in Berlin über die neuen Methoden.

    Viele der Patienten trifft die Diagnose CED in der Jugend oder als junge Erwachsene. Die meisten leiden an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. In jungen Jahren mit einer unheilbaren Krankheit konfrontiert zu werden, ist besonders hart: „In diesem Lebens-abschnitt sollte die Planung des Berufslebens und der Familie im Vordergrund stehen. Die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zieht häufig eine grundlegende Änderung dieser Pläne nach sich und kann im Extremfall bis zur Berentung führen“, berichteten Universitätsprofessorin Dr. med. Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik, Campus Benjamin Franklin an der Charité–Universitätsmedizin Berlin.

    Eine CED tritt oft in Schüben auf. Die Hauptsymptome während der aktiven Krankheitsphasen sind starke Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, allgemeine Erschöpfungszustände und häufige Durchfälle. Die Ursachen sind noch unzureichend erforscht. Bei einem Viertel der Betroffenen ist die Erkrankung durch eine vererbte Abwehrschwäche zu erklären. Auch Rauchen und Stress können zum Ausbruch einer CED führen. Medikamente können die Symptome lindern und auch eine sogenannte Remission erreichen, das heißt ein Inaktivität der Krankheit ohne Symptome. Am vielversprechendsten sei jedoch „eine frühzeitige Diagnose, gefolgt von einem Therapieansatz, der bei den Krankheitsursachen ansetzt“, wünscht sich Professorin Britta Siegmund. Mit der Entdeckung der Medikamente Ustekinumab und Vedolizumab sind die Experten ihrem Ziel nun einen Schritt näher gekommen. In klinischen Studien wurde deren Wirksamkeit festgestellt. Ustekinumab wird bereits bei Rheuma- und Hautpatienten erfolgreich eingesetzt und soll nun für die CED-Therapie zugelassen werden. Vedolizumab ist ein neu entwickelter entzündungs-hemmender Antikörper, der das Eindringen von Entzündungszellen durch die Darmwand verhindert. Das Medikament blockiert einen Rezeptor, den die schützenden Lymphozyten benötigen, um in den Darm einzuwandern. Bisher eingesetzte Medikamente hemmen das gesamte Abwehrsystem eher unspezifisch und anti-entzündlich, erläutert Siegmund. „Im Vergleich dazu wirkt Vedolizumab gezielt ‚darmspezifisch‘ und ermöglicht so eine neue zukunftsweisende Behandlungsstrategie. Dadurch können wir frühzeitiger eine effektive Therapie einleiten“, freut sich Professorin Siegmund.

    Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz der DGIM in Berlin informierte Professorin Britta Siegmund über die Einsatzmöglichkeiten der neuen Therapien bei CED und wie diese die Lebensqualität der Betroffenen verbessern können.

    Kontakt für Journalisten:
    DGIM Pressestelle
    Anne-Katrin Döbler/Anna Julia Voormann/Corinna Spirgat
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Telefon: 0711 8931-552
    Fax: 0711 8931-167
    voormann@medizinkommunikation.org
    http://www.dgim.de

    Berliner Büro:
    Langenbeck-Virchow-Haus
    Luisenstraße 59
    10117 Berlin


    Weitere Informationen:

    http://www.dgim2014.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Pressetermine
    Deutsch


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