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09.01.2003 16:38

Ortheil unterzeichnet Arbeitsvertrag an der Stiftungsuniversität Hildesheim

Dr. Iris Klaßen Stabsstelle Kommunikation und Medien
Universität Hildesheim

    Erste Professur für Kreatives Schreiben in Deutschland

    Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil erhält die erste Professur für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Deutschland. Ortheil lehrt seit 1990 an der Universität Hildesheim. Der 1999 an der Hochschule eingerichtete Begabtenstu-diengang "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" ist mit dem Namen Ortheils eng verbunden und in Deutschland einzigartig. Seine Lehrveranstaltungen zum Kreativen Schreiben bilden zugleich einen wissenschaftlichen Schwerpunkt für das gesamte kulturwissenschaftliche Studium an der Universität Hildesheim.

    Die gute Nachricht von der Zusage Ortheils wurde auf dem Festakt zur Gründung der Stiftungsuniversität Hildesheim bekanntgegeben und stärkte die Auf-bruchstimmung der Universität. Sie zählt zu den fünf ersten Hochschulen, dar-unter auch die Universität Göttingen, in Deutschland, die seit Jahresbeginn öffentlich-rechtliche Stiftungsuniversität sind. Der Aufbau eines einzigartigen kulturwissenschaftlichen Zentrums am historischen Standort Domäne Marienburg sei ein wichtiges Ziel in der Entwicklungsplanung der Stiftungsuniversität, betonte Gründungspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich im Rahmen des Festaktes. Professor Ortheil übernimmt bei der Ausgestaltung des Zentrums eine zentrale Funktion.
    Die Aussicht auf mehr Autonomie und neue Gestaltungsmöglichkeiten an einer Stiftungsuniversität stellten aus Ortheils Sicht einen wichtigen Grund für seine Zusage in Hildesheim. Mit der neuen Rechtsform werden Kooperationen mit Verlagen und Buchhandlungen vereinfacht. Und davon profitiert der Schriftsteller ebenso wie seine Studierenden, die in der "literarischen Talentschmiede" das Schreiben erlernen. Als Nachwuchsschriftsteller veröffentlichen sie erste Bücher bereits während des Studiums und empfehlen sich als Preisträger von Literatur-wettbewerben den Literaturhäusern. Mariana Leky (Liebesperlen, 2001) und Paul Brodowsky (Milch Holz Katzen, 2002) sind hier zu nennen. Ortheil wird der Literaturszene auch als Professor erhalten bleiben. Er sieht in seiner schriftstellerischen Arbeit einen wichtigen Impuls für seine Lehrveranstaltungen und die Betreuung der Studierenden. Sein nächster Roman soll bereits im Sommer vorliegen, sichert der neue Hildesheimer Professor zu.

    Kurzbiographie des Autors:
    Hanns-Josef Ortheil veröffentlichte bereits im Alter von acht Jahren seine ersten Erzählungen in Tageszeitungen. Er erhielt früh Klavierunterricht und setzte seine pianistische Ausbildung später als Schüler von Daniela Ballek und Claudio Arrau fort. In Wuppertal und dem Westerwald aufgewachsen, machte er sein Abitur 1970 in Mainz, von wo aus er für längere Zeit nach Rom ging. Dort finanzierte er sich sein pianistisches Studium als Organist an einer deutschen Kirche. Nach dem krankheitsbedingten plötzlichen Abbruch seiner pianistischen Laufbahn begann er ein Studium der Musikwissenschaften, Philosophie und Germanistik, das er 1976 in Mainz mit der Promotion abschloss. Von 1976 bis 1988 war er Assistent am Deutschen Institut der Mainzer Gutenberg-Universität. Danach wurde er immer wieder von Universitäten des In- und Auslandes eingeladen, um über Poetik und Literatur zu sprechen. So war er 1988 "writer in residence" an der Washington-University in St.Louis/USA und hielt 1993 und 1998 Poetik-Dozenturen an den Universitäten von Paderborn und Heidelberg. Insgesamt fünf Jahre seines Lebens verbrachte Hanns-Josef Ortheil in Rom, zweimal war er Sti-pendiat der Villa Massimo. Mit seinem Roman "Fermer" debütierte er 1979, für den er mit dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet worden ist. Darin wird die Flucht eines desertierten Soldaten durch Nachkriegsdeutschland erzählt. Es folgten zahlreiche mit Preisen ausgezeichnete Romane und Erzählungen, unter anderem "Schwerenöter" (1987), "Agenten" (1989), "Abschied von den Kriegs-teilnehmern" (1992), "Blauer Weg" (1996). Bei Luchterhand erschien die Roman-Trilogie "Faustinas Küsse" (1998), "Im Licht der Lagune" (1999) und "Die Nacht des Don Juan" (2000). Für diese Romane erhielt er den Brandenburger Literatur-preis.

    Weitere Veröffentlichungen (Auswahl): 1982 Mozart - im Innern seiner Sprachen; 1983 Hecke (Roman); 1994 Das Element des Elefanten. Wie mein Schreiben begann; 2001 Lo und Lu. Roman eines Vaters. Neben mehreren Essaybänden entstanden zwei Opern-Libretti und zwei Drehbücher für Fernsehfilme des ZDF. Auszeichnungen: 1979 Aspekte-Literaturpreis des ZDF für den Roman "Fermer"; 1982 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen; 1982 Sonderpreis der Lektoren beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt; 1989 Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart; 1991 Villa-Massimo-Stipendium; 2000 Stadtschreiber-Literaturpreis der Stadt Mainz, des ZDF und 3sat, 2002 Thomas-Mann-Preis.


    Bilder

    Hanns-Josef Ortheil, Jg. 51
    Hanns-Josef Ortheil, Jg. 51

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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Sprache / Literatur
    überregional
    Personalia
    Deutsch


     

    Hanns-Josef Ortheil, Jg. 51


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