Seit 30 Jahren verwurzelt - Botanischer Garten der Universität Osnabrück feiert Geburtstag

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10.06.2014 16:24

Seit 30 Jahren verwurzelt - Botanischer Garten der Universität Osnabrück feiert Geburtstag

Dr. Utz Lederbogen Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Osnabrück

    OSNABRÜCK. Die Universität Osnabrück feiert am Sonntag, 15. Juni, ein besonderes Jubiläum: Vor 30 Jahren wurde der Botanische Garten auf dem Westerberg angesiedelt. Mit seinen zwei ehemaligen Steinbrüchen und mehr als 8.000 Pflanzenarten aus aller Welt zählt er zu den beliebtesten grünen Oasen der Hasestadt. Zum Geburtstag gibt es ab 11 Uhr ein buntes Fest mit Führungen, Kinderprogramm, einem Pflanzenbasar und einer Ausstellung über die Forschungsaktivitäten des Fachbereichs Biologie/Chemie sowie viel Musik. Der Eintritt ist frei.

    Unter den gut 90 Botanischen Gärten Deutschlands gibt es einige, die auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken können. Der Botanische Garten der Universität Osnabrück ist hingegen mit 30 Jahren der jüngste seiner Art in Deutschland. Die Existenz verdankt er dem Ökologen Helmuth Lieth, von 1977 bis 1992 Professor an der Universität, der zu Beginn der 1980er Jahre einen Plan entwarf, den er selbst als »Idee eines Träumers« bezeichnete: ein Garten für die Wissenschaft und zugleich als Erholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger vom Westerberg bis zum Rubenbruchsee. Ein Teil seines Traums ist Wirklichkeit geworden.

    »Das zentrale Anliegen ist es, die pflanzliche Artenvielfalt unserer Erde, ihre Biodiversität, zu erforschen, zu erhalten und der Bevölkerung zu vermitteln«, so Direktorin Prof. Dr. Sabine Zachgo. Dafür stehen wissenschaftliche Pflanzensammlungen, Versuchsflächen in Freiland und Gewächshäuser sowie eine Bibliothek zur Verfügung. Am Jubiläumstag können Neugierige einen Blick in die Sammlungshäuser werfen und faszinierende Pflanzenteile auch unter dem Mikroskop betrachten.

    Die acht Hektar große Gartenlandschaft wurde nach geografischen und thematischen Schwerpunkten – unter anderem Nordamerika und Asien, Schwäbische Alb und Mittelmeerraum – gestaltet. In die Steinbruchkante ist das Amazonas-Regenwaldhaus integriert. Es zeigt auf 600 Quadratmetern und einer Höhe von 21 Metern über 800 tropische Pflanzen aus Zentral- und Südamerika. Die unterschiedlichen Exkursionen am Jubiläumstag führen auch in den naturnahen zweiten Steinbruch, der 2011 mittels eines Tunnels an den Botanischen Garten angeschlossen wurde. Hier lassen sich heimische Pflanzen- und auch Tierarten, wie geschützte Fledermäuse, stadtnah erleben.

    »Angesichts der drohenden Verarmung der natürlichen genetischen Ressourcen ist die Erforschung und der Erhalt der Vielfalt der Lebensformen, im besonderen unserer heimischen Wildpflanzen, ein wichtiges Ziel des Gartens«, so Prof. Zachgo, die heute nach Gründungsdirektor Prof. Dr. Herbert Hurka und Prof. Dr. Renate Scheibe den Garten leitet. Eine nationale »Genbank für Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft« wurde 2009 auf Initiative des Botanischen Gartens gegründet. Seit 2013 liegt auch die Federführung des deutschlandweiten Wildpflanzenschutz-Netzwerks (WIPs-De) in Osnabrück. Gemeinsam mit fünf weiteren Gärten wird für 15 gefährdete Pflanzenarten, für die Deutschland international eine besondere Verantwortung übernommen hat, ein Schutzprogramm entwickelt.

    Die Grüne Schule im Bohnenkamp-Haus bietet ein vielfältiges Aktionsprogramm für Kinder und Jugendliche an. Das Umweltbildungshaus wird ansonsten für vielfältige universitäre Veranstaltungen (Vorlesungen, Seminare, Kongresse, Workshops) genutzt. Und der Freundeskreis des Botanischen Gartens, der durch sein ausdauerndes Engagement essentiell zum Ausbau des Gartens beigetragen hat, veranstaltet darin Lesungen, Ausstellungen und Konzerte. Am Jubiläumssonntag sind im Garten unter anderem der Kinderchor der Städtischen Bühnen, Pipes & Drums, japanische Trommler und die St. Annen Sisters zu hören. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

    »Zu jeder Jahreszeit fasziniert der Botanische Garten der Universität Osnabrück große und kleine Besucher aufs Neue«, freut sich Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke. Er wird am Sonntag zusammen mit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der Direktorin Prof. Zachgo, dem Dekan des Fachbereiches Biologie/Chemie, Prof. Dr. Roland Brandt und dem Vorsitzenden des Freundeskreises, Hon.-Prof. Günter Valjak, das Jubiläumsfest eröffnen (nur für geladene Besucher).

    »In den zwei Steinbrüchen am Westerberg ist in den vergangenen 30 Jahren ein kostbares botanisches Kleinod entstanden, welches in der Fachwelt große Anerkennung genießt«, so Universitätspräsident Lücke. »Der Botanische Garten Osnabrück zählt zu den schönsten Gärten Norddeutschlands.« Allein im vergangenen Jahr kamen 65.000 Besucher.

    Weitere Informationen für die Medien:
    Prof. Dr. Sabine Zachgo,
    Direktorin des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück
    Barbarastraße 11, 49074 Osnabrück
    Tel. +49 541 969 2840,
    E-Mail: sabine.zachgo@biologie.uni-osnabrueck.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Pädagogik / Bildung, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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