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26.06.2014 09:15

Stammzelltransplantation am UKJ: Neue Leiterin will Transplantation weiter ausbauen

Stefan Dreising Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Jena

    Höchstes europäisches Qualitätsniveau am UKJ durch Gutachter bestätigt / Wechsel von Rostock nach Jena

    Jena. Privat-Dozentin Dr. Inken Hilgendorf ist die neue Leiterin der Sektion für Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Die Einrichtung der Klinik für Innere Medizin II (Hämatologie und Onkologie) versorgt die erwachsenen Patienten, die z.B. bei einer Leukämieerkrankung eine Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation erhalten. 1996 wurde die KMT-Station (Knochenmarktransplantationsstation) am UKJ eröffnet, es war seinerzeit die erste Station dieser Art in Mitteldeutschland. Bislang erhielten über 1.000 Patienten eine solche Transplantation am einzigen KMT-Zentrum in Thüringen.

    „Mit Dr. Hilgendorf konnten wir eine ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet gewinnen. Dies gilt sowohl für die Krankenversorgung als auch für die Forschung. Aktuell werden jährlich an unserem Klinikum etwa 50 autologe Stammzelltransplantationen bei erwachsenen Patienten durchgeführt, also Übertragungen, bei denen die eigenen Stammzellen der Patienten genutzt werden. Hinzu kommen über 40 allogene Transplantationen, bei denen Stammzellen von einem passenden Spender übertragen werden“, erklärt Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas Hochhaus.
    Dr. Hilgendorf wechselt von der Universitätsmedizin Rostock an das UKJ. Zu Ihren Schwerpunkten zählt u.a. der Wiederaufbau des Immunsystems nach einer Transplantation: „Nach einer erfolgten Stammzelltransplantation ist diese Phase von entscheidender Bedeutung“, erklärt Dr. Hilgendorf. So könne etwa die „Graft-versus-Host“-Reaktion auftreten, bei der es zu einer Immunreaktion der Zellen des Spenders gegen die des Empfängers kommt. Neben der optimalen medizinischen Versorgung, die auch die Langzeitnachsorge der allogen transplantierten Patienten einschließt, ist Dr. Hilgendorf zudem die psychosoziale Betreuung der Patienten wichtig. Dies betrifft auch gerade junge Erwachsene, die etwa vor oder mitten in der Berufsausbildung stehen und deren Leben durch die Erkrankung auf den Kopf gestellt wird.

    Die Versorgungsqualität am Jenaer KMT-Zentrum erhielt zudem erstmals eine besondere Auszeichnung: das „JACIE“-Zertifikat. Dieses Qualitätssiegel bestätigt den europaweit höchsten Standard, den ein KMT-Zentrum erreichen kann. Die Prüforganisation JACIE wurde von der europäischen Organisation für Blut- und Knochenmarktransplantation (EBMT) und der Internationalen Gesellschaft für Zelltherapie (ISH) gegründet, den beiden führenden wissenschaftlichen Organisationen in der Stammzelltransplantation. Prof. Hochhaus: „Diese Auszeichnung auf europäischer Ebene ist ein weiterer starker externer Beweis für die hohe Versorgungsqualität der Hämatologie am UKJ und natürlich speziell für die Stammzelltransplantation.“

    Hintergrund: KMT-Station am UKJ

    Die Durchführung einer allogenen Stammzelltransplantation kann für Patienten mit Blutkrebs eine Aussicht auf Heilung darstellen. Insbesondere Patienten mit unterschiedlichen Formen der akuten Leukämie, Lymphdrüsenkrebs oder multiplen Myelom werden am Transplantationszentrum behandelt. Die Patienten verbringen in der Regel mehrere Wochen auf der isolierten Station. Die Zimmer sind mit einer Vorschleuse versehen und mit einer Filtereinheit ausgerüstet, um maximale Keimarmut zu gewährleisten. Diese strengen hygienischen Bedingungen sind unabdingbar für die Betreuung der abwehrgeschwächten Patienten.


    Weitere Informationen:

    http://www.uniklinikum-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


    Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas Hochhaus und Privat-Dozentin Dr. Inken Hilgendorf, die neue Leiterin der Sektion für Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Foto: UKJ/Szabo


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