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15.07.2014 16:02

Forschungsprojekt zu Einrichtungen der katholischen Behindertenhilfe in der Nachkriegszeit

Annekatrin Feger Pressestelle
Katholische Hochschule Freiburg

    Im Forschungsprojekt „Heimkinderzeit in der katholischen Behindertenhilfe und Psychiatrie 1949 – 1975“ des Instituts für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF) der Katholischen Hochschule Freiburg wird im Auftrag des Fachverbandes der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) in einer zweieinhalbjährigen sozialwissenschaftlich-historischen Studie die Heimkinderzeit in katholischen Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie in der Zeit von 1949 bis 1975 aufgearbeitet.

    Bei dem Thema Heimkinderzeit wird üblicherweise an Einrichtungen der Erziehungshilfe und an Kinder und Jugendliche gedacht, die in der Nachkriegszeit und in den vergangenen Jahrzehnten in Heimen gelebt haben. Dass eine bislang unbekannte Zahl von Kindern und Jugendlichen auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie gelebt hat, wurde bisher nicht angemessen berücksichtigt. Es waren Kinder, die aufgrund ihrer diagnostizierten Behinderung nicht in den Zuständigkeitsbereich der Erziehungseinrichtungen fielen.

    Die Lebensgeschichten dieser Personen sowie die damaligen Zustände innerhalb katholischer Einrichtungen sind Forschungsgegenstand der im Juni 2013 begonnenen Studie „Heimkinderzeit in der katholischen Behindertenhilfe und Psychiatrie 1949-1975“. Sie wird vom Institut für angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF) der Katholischen Hochschule Freiburg unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Siebert (Hochschule Ravensburg-Weingarten) durchgeführt. Es handelt sich hierbei um eine sozialwissenschaftlich-historische Studie in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum (Dr. Kaminsky) und Frau Prof. Dr. Zinsmeister (Fachhochschule Köln). Die Studie ist in drei aufeinander aufbauende und in sich verzahnte Teilbereiche gegliedert, in denen u.a. auf der Grundlage von Archivbeständen und Interviews Daten erhoben werden, die es ermöglichen, ein Bild dieser Zeit für die katholischen Einrichtungen der Behindertenhilfe in Westdeutschland zu zeichnen.

    Zwei Interviewwellen sind in der auf zweieinhalb Jahre angelegten Studie vorgesehen. In der ersten Welle, die methodisch der qualitativen Forschung zugerechnet wird, wurden von November 2013 bis Februar 2014 insgesamt 45 Interviewpartner(innen) befragt, die in katholischen Einrichtungen der Behindertenhilfe im Untersuchungszeitraum von 1949-1975 zumindest zeitweilig gelebt haben. Diese Interviews werden aktuell mittels inhaltsanalytischer und rekonstruktiver Verfahren ausgewertet, um das Feld in erster Linie aus Perspektive der Betroffenen umfassend darzustellen und Folgerungen für die weitere Befragung zu ziehen.

    Die zweite Befragungswelle wird auf die Zielgruppe der Personen begrenzt, die auch heute noch in Einrichtungen der katholischen Behindertenhilfe leben, wobei diese Einrichtungen dem Fachverband „Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP)“ angehören müssen. Diese Einschränkung war aus forschungsmethodischen Gründen notwendig, um aussagekräftige quantitative Daten erhalten zu können. Geplant sind bis zu 400 Befragungen im Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik.

    Mit der Studie, die vom Fachverband CBP in Auftrag gegeben wurde, kann durch eine umfassende Auswertung und Darstellung der erhobenen Daten eine differenzierte Betrachtungsweise ermöglicht werden. Durch die besondere Ausrichtung, historisch die Gesamtsituation der katholischen Behindertenhilfe zu beleuchten, ergänzt diese Studie genauso notwendige Mikrostudien, die einzelne Einrichtungen der Behindertenhilfe in den Blick nehmen. Eine zunehmend präzisere wissenschaftliche Erfassung der Problemlage ist hilfreich, um die ethische und politische Auseinandersetzung und den gemeinsamen Diskurs durch zuverlässige Daten zu unterstützen. Die Forschungsergebnisse werden nach Abschluss der Studie im November 2015 veröffentlicht.

    Weitere Informationen zum Projekt, auch zur Weitergabe in einfacher Sprache, erhalten Sie auf der Projektseite im Internet: www.heimkinderstudie.de

    Fachkontakt:
    Prof. Dr. Annerose Siebert, Projektleitung
    Laura Arnold , Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Projektkoordinatorin
    Institut für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF)
    Katholische Hochschule Freiburg
    E-Mail: laura.arnold@kh-freiburg.de
    Telefon: +49 (0) 761 / 200 - 1421


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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