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09.10.2014 13:50

Wie man einen Novbelpreis bekommt

Beate Kostka M.A. Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

    Weil er gegen alle Widerstände unbeirrt nach Neuem gesucht hat, war seine Karriere so erfolgreich, fasste der neu ernannte Chemienobelpreisträger Stephan W. Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, einmal rückblickend zusammen. Dass seine Karriere durchaus einem bestimmten Muster folgt, erläutert der Aufsatz „Chemiker machen Karriere. Und Chemikerinnen?“ von Ute Pascher-Kirsch und Katrin Jansen in der Zeitschrift Gender. Die Diplom-Sozialwissenschaftlerinnen arbeiten am Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) e. V. an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

    Stefan W. Hell hatte in Deutschland zunächst beruflich keine Chance. Ein Laborleiter sieht in seiner Idee kein Potenzial. „Es blieb mir nichts anderes übrig, als nach Finnland zu gehen.“ Aber auch dort „habe ich mich von Stipendium zu Stipendium gehangelt“. Mit der Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse in einer Fachzeitschrift kamen der Durchbruch und damit auch die Genugtuung. Die Karriere wird zum Selbstläufer. Neun Rufe folgten Schlag auf Schlag hintereinander.

    Erfolgreiche Einzelkarrieren in der Chemie wie diese, so Pascher-Kirsch und Jansen, haben eines gemeinsam: Sie werden als aus sich heraus motiviert dargestellt und eng an das wissenschaftliche Interesse der Personen gekoppelt. Ein Leben neben dem Beruf kommt in den Erzählungen nicht vor. Vorausgesetzt wird, dass es mit einem ortsunabhängigen Dasein vereinbar ist.

    Karrieren in der Chemie erscheinen in den Fachjournalen als ein steiniger, hindernisreicher Weg ohne Privatleben. Die Besonderheiten der Kategorie Geschlecht wird nur bei den Frauen thematisiert. Realität ist, dass sich der sehr hohe Anteil an diplomierten und promovierten Chemikerinnen nicht in der Beschäftigungsstruktur widerspiegelt, so Pascher-Kirsch und Jansen in ihrer Untersuchung.

    Fakt ist, dass Chemiker in Unternehmen durchschnittlich häufiger in höheren Positionen als ihre weiblichen Fachkollegen arbeiten. Sie verdienen auch deutlich weniger als männliche Beschäftigte mit vergleichbaren Abschlüssen. Insegsamt sind Chemikerinnen deutlich weniger erfolgreich, gemessen an ihrer beruflichen Position, ihrem Jahreseinkommen oder ihrer Personal- und Budgetverantwortung.

    Weitere Informationen: Dr. Ute Pascher-Kirsch, Tel. 0203/3630332, ute.pascher@uni-duisburg-essen.de, http://www.gender-zeitschrift.de/

    Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Chemie, Gesellschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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