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10.11.2014 14:27

Städter sehen weg – häufiger als Dorfbewohner

Janna von Greiffenstern Kommunikation und Service
SRH Hochschule Heidelberg

    Studierende der SRH Hochschule Heidelberg untersuchten die „Auswirkungen der Bevölkerungsdichte auf prosoziales Verhalten gegenüber Kindern“. Die Feldstudie zur Zivilcourage fördert alarmierende Ergebnisse zutage.

    Ein Mädchen sitzt weinend am Straßenrand, eine Schürfwunde am Knie, ganz allein. Die Passanten müssen sich entscheiden: helfend beispringen oder einfach weiterlaufen? Eine alarmierend hohe Zahl der Testpersonen wird die zweite Option wählen. Zu diesem Ergebnis kamen die Studierenden an der Fakultät für Angewandte Psychologie der SRH Hochschule Heidelberg, die diese vertraute Situation zum Anlass einer Feldstudie genommen haben. In drei unterschiedlich großen Orten haben sie untersucht, ob prosoziales Verhalten mit der Bevölkerungsdichte korreliert.

    460 Passanten wurden getestet, die Ergebnisse zeigen ein deprimierendes Bild: Je größer die Stadt, desto weniger sahen sich die Fußgänger veranlasst, dem Kind beizustehen. Im konkreten Fall halfen in Karlsruhe (ca. 300.000 Einwohner) nur 7% aller Passanten dem augenscheinlich notleidenden Mädchen, wohingegen in einem Dorf (ca. 6.000 Einwohner) zumindest 30% aller Vorbeieilenden Hilfe leisteten.

    „Mich hat vor allem ergriffen, dass in der Stadt sogar Mütter mit ihren Kindern an dem Mädchen vorbeigelaufen sind, obwohl sie sicherlich wollen würden, dass ihrem Kind in einer vergleichbaren Situation auch geholfen wird“, so Silke Adomeit, Studentin an der SRH Hochschule Heidelberg und Mitverantwortliche der Feldstudie.

    Prof. Dr. Frank Musolesi, Dekan der Fakultät für Angewandte Psychologie an der SRH Hochschule Heidelberg, diskutiert die Ergebnisse der Studie mit seinen Studierenden anhand unterschiedlicher Theorien: „Zum einen könnte die so genannte `pluralistische Ignoranz´ für das doch sehr ernüchternde Ergebnis verantwortlich sein. Das bedeutet, ein Zuschauer stuft die Situation aufgrund der Untätigkeit anderer Zeugen als unbedenklich ein. Andererseits besteht aber auch eine gewisse Furcht, sich in der Öffentlichkeit zu blamieren sowie die Gefahr einer auftretenden Reizüberflutung in Großstädten, die einem gewissermaßen Scheuklappen anlegt.“

    Ein nachgestelltes Bild zur Studie finden Sie zur kostenfreien Verwendung in druckfähiger Auflösung unter http://1drv.ms/1u15PNZ.

    SRH Hochschule Heidelberg
    Die SRH Hochschule Heidelberg ist eine der ältesten und bundesweit größten privaten Hochschulen. Zurzeit sind rund 3.000 Studierende an sechs Fakultäten eingeschrieben. Die Hochschule bietet zukunftsorientierte Studiengänge in Wirtschaft, Informatik, Ingenieurswissenschaften, Sozial-, Rechts- und Therapiewissenschaften sowie angewandter Psychologie an. Seit 2012 geht die SRH Hochschule Heidelberg neue Wege: Mit der Einführung eines Studiums nach dem CORE-Prinzip wurden alle Studiengänge neu strukturiert und konsequent auf die am Arbeitsmarkt geforderten Kompetenzen ausgerichtet. Durch den Einsatz innovativer Lehr-, Lern- und Prüfungsmethoden rückt aktives und eigenverantwortliches Studieren in den Mittelpunkt. Die SRH Hochschule Heidelberg ist staatlich anerkannt und wurde vom Wissenschaftsrat akkreditiert. Sie gehört zum Hochschulverbund der SRH Holding, einer unabhängigen Stiftung, die bundesweit Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser betreibt.


    Weitere Informationen:

    http://www.hochschule-heidelberg.de/de/fakultaet-fuer-angewandte-psychologie/ - Informationen über die Fakultät für Angewandte Psychologie


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Je größer die Stadt, desto weniger Passanten bleiben bei dem verletzten Mädchen stehen - die erschreckende Bilanz einer Feldstudie an der SRH Hochschule Heidelberg.


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