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16.12.2014 10:09

Fachhochschulen suchen ihre Rolle im Hochschulsystem

Britta Hoffmann-Kobert Bereich Dialog und Veranstaltungen
CHE Centrum für Hochschulentwicklung

    Die deutschen Fachhochschulen befinden sich in einer kuriosen Situation: Ihre Studienangebote boomen, gleichzeitig ist ihre Rolle im Hochschulsystem so instabil wie nie zuvor. Eine Publikation des CHE Centrum für Hochschulentwicklung vermittelt nun ein aktuelles Stimmungsbild von Hochschulleitungen an forschungsaktiven Fachhochschulen. Diese wünschen sich eine klarere Rolle und bessere Rahmenbedingungen für ihre zukünftige Entwicklung.

    Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Studierenden an Fach- und Verwaltungshochschulen in Deutschland um mehr als fünf Prozent erhöht. Im aktuellen Wintersemester 2014/15 besucht ein Drittel aller Studierenden eine Fachhochschule. Die Nachfrage ist ungebrochen, wie die Ende November 2014 veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen.

    Doch nicht nur die in diesem Jahr geführten Diskussionen um ein eigenes Promotionsrecht verdeutlichen, dass sich die Rollenverteilung zwischen Universitäten und Fachhochschulen im Umbruch befindet. Die Publikation „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen? Lage und Zukunft von Fachhochschulen im Hochschulsystem aus Sicht von Hochschulleitungen“ bietet auf Grundlage von zwölf Interviews Erkenntnisse über Ziele, Wünsche und Erwartungen im Fachhochschulsektor.
    Die Autorengruppe kommt zu dem Schluss, dass derzeit kein stabiler Zustand für die zukünftige Rolle von Fachhochschulen im Hochschulsystem absehbar ist. Vielmehr findet gleichzeitig sowohl eine Angleichung als auch eine Abgrenzung der Fachhochschulen in Bezug auf die Universitäten statt.

    Autorin Sindy Duong erläutert: „Zum einen gibt es die Tendenz der Annäherung der Fachhochschulen an die Universitäten, etwa durch die Zunahme der Forschungsaktivitäten oder die Umbenennung vieler Fachhochschulen in Universities of Applied Sciences. Gleichzeitig wird auf Seiten der FHs darauf geachtet, den eigenständigen Charakter nicht zu verwässern.“ Hierzu gehöre unter anderem die Betonung expliziter Unterscheidungsmerkmale, wie den Schwerpunkt in der Lehre oder den Praxis- und Regionalbezug. Doch auch innerhalb des Fachhochschulsektors gebe es zahlreiche Profilierungs- und Differenzierungsbewegungen in unterschiedliche Richtungen, deren letztendliche Wirkungen auf das System noch nicht absehbar sind.

    Um ihren Platz im Hochschulsystem finden und ausgestalten zu können, wünschen sich die Fachhochschulleitungen mehr Unterstützung der Politik. Hierzu gehören, neben der Klarheit von Profil und Auftrag, Promotionsmöglichkeiten und eine Grundfinanzierung für Forschung. Kernforderung ist für viele der Befragten eine Umkehrung des Verhältnisses der Studierendenzahlen zwischen Universitäten und Fachhochschulen. Ein Anteil von 2/3 der Studierenden an Fachhochschulen statt an den Universitäten wäre nach Ansicht der Befragten sowohl für die Wirtschaft als auch für die Wissenschaft besser und würde zu einer Stärkung der Rolle der Fachhochschulen im Hochschulsystem führen.

    Das Forschungsprojekt FIFTH:
    Die Publikation ist aus dem Forschungsprojekt FIFTH hervorgegangen. Der Projektname FIFTH steht für „Facetten von und Indikatoren für Forschung und Third Mission an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 01PY13007 noch bis September 2016 gefördert. Ziel des Projekts ist es, Methoden zu entwickeln zur adäquaten Messung und Darstellung der Leistungen der Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in den Bereichen Forschung und forschungs-bezogener Third Mission.

    Kontakt:

    Isabel Roessler
    05241 9761-43
    isabel.roessler@che.de


    Weitere Informationen:

    http://www.che.de/cms/?getObject=5&getNewsID=1863&getCB=398&getLang=... Pressemitteilung
    http://www.fifth-projekt.de Weitere Informationen zum FIFTH-Projekt


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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