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10.04.2003 13:35

JuniorRUBIN: Wiederentdeckung eines verschwundenen Mikrokontinents

Dr. Josef König Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Argoland, ein Mikrokontinent, der einmal zu Australien gehört haben muss, war Millionenjahre lang verwunden. Durch die Kombination verschiedenster geologischer Daten konnte der RUB-Geologe Christian Heine Argolands "Fluchtweg" rekonstruieren und entdeckte es wieder: in Westburma. Über seine Arbeit berichtet er in JuniorRUBIN.

    Bochum, 10.04.2003
    Nr. 107

    JuniorRUBIN: Die Suche nach Argoland
    Wiederentdeckung eines verschwundenen Mikrokontinents
    Sonderausgabe des RUB-Wissenschaftsmagazins erschienen

    Argoland, ein Mikrokontinent, der einmal zu Australien gehört haben muss, war Millionenjahre lang verwunden. Durch die Kombination verschiedenster geologischer Daten konnte Christian Heine (Betreuer: Prof. Dr. Bernhard Stöckhert) in seiner Diplomarbeit Argolands "Fluchtweg" rekonstruieren und entdeckte es wieder: in Westburma. Über seine Arbeit berichtet er in JuniorRUBIN, das ab sofort in der Pressestelle der RUB erhältlich und im Internet zu lesen ist: http://www.rub.de/juniorrubin (s.u.).

    Beitrag und Bilder im Netz

    Bilder zu diesem Beitrag finden Sie zum Herunterladen im Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/juniorrubin/fotodownload.htm (s.u.)

    Spuren auf Magnetband

    Über den Verbleib des sagenumwobenen "Argoland", das seinen Namen vom Argo-Tiefbecken hat, wusste man bisher nicht viel: Der Mikrokontinent muss vor ca. 155 Mio. Jahren, in der späten Jura-Zeit, vom damaligen Nordwestrand Australiens abgebrochen und weggedriftet sein. Man vermutete es irgendwo in Südostasien, wusste aber weder genau wo, noch wie es dorthin gekommen ist. Die meisten Beweise hat die Erde bereits vernichtet. Christian Heine machte sich daran, das Rätsel zu lösen. Dabei half ihm u. a. die Tatsache, dass bei der Entstehung neuer Erdkruste heißes Material aus dem Erdinneren austritt, wobei das jeweilige Magnetfeld der Erde "eingefroren" wird. Da sich die magnetische Orientierung der Erde in unregelmäßigen Abständen ändert, entsteht dabei am Meeresboden ein messbares magnetisches Streifenmuster, das für einzelne Zeiten charakteristisch aussieht.

    Mit Detektivarbeit Argoland gefunden

    Zwar waren die jüngeren Magnetspuren Argolands bereits wieder in den Erdmantel abgesunken, also gelöscht. Aber mit zusätzlicher Hilfe von Schweremessungen (Gravimetrie), der Erkundung des Untergrundes durch akustische Wellen (Seismik), geologischen Daten aus Burma, Timor und Bohrungen am australischen Nordwestschelf gelang es ihm, Argoland wiederzufinden und seine Daten zu einer schlüssigen Geschichte zusammenzufügen: Der Mikrokontinent hatte sich vor ca. 156 Mio. Jahren von Australien gelöst, von einem Zeitpunkt vor rund 131 Mio. Jahren an war er dann an die Bewegungen der Indischen Platte gebunden. Vor rund 80 Mio. Jahren erreichte Argoland in der Nähe des heutigen West-Thailand den Südrand der Eurasischen Platte. Heute findet sich Argoland in West-Burma.

    15mal studentische Forschung

    In insgesamt 15 Beiträgen geht es in JuniorRUBIN um studentische Forschungsprojekte aus allen Bereichen der Uni: Verbotene Liebe - Die Verfolgung von "Rassenschande" im Ruhrgebiet; Eine Großstadt entsteht - Aspekte der Bochumer Eingemeindungen; Computer lernen sprechen; Der kleine Unterschied in Worten - Geschlechtsspezifische Gespräche in Dozentensprechstunden; Antimikrobielle Peptide: Antibiotika der Zukunft?; Ist schlafen erblich? - Genetische Ursachen der Narkolepsie; Ski und Rodel gut - Wintersport in der Skihalle; Gesucht: Argoland - Auf der Spur eines verschwundenen Mikrokontinents; DNA-Vergleich per Münzwurf; Das richtige Haus am richtigen Ort; Die Geburt neuer Sterne beobachten; Diesel-Einspritzung nach Maß; Mit Hochdruck für die Umwelt - Altöl trickreich recyceln; Talsperrenüberwachung mit dem Handy; Werkstoffe erinnern sich.

    Bezug des Hefts

    JuniorRUBIN ist für 2,50 Euro in der Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum erhältlich (Tel. 0234/32-22830, Fax: 0234/32-14136, E-Mail: pressestelle@presse.rub.de) und steht im Internet unter: http://www.rub.de/juniorrubin (s.u.)


    Weitere Informationen:

    http://www.rub.de/juniorrubin
    http://www.ruhr-uni-bochum.de/juniorrubin/fotodownload.htm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geowissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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