In den meisten Unternehmen sind finanzielle Ressourcen knapp, weshalb effiziente Verteilungsmechanismen von großer Bedeutung für die Budgetierung sind. Stephan Leitner und Doris Behrens untersuchten die Effizienz des Einsatzes von Werthürden in solchen Verteilungsmechanismen.
Eine Finanzquelle steht innerhalb eines Unternehmens mehreren heterogenen Abteilungen und einer Vielzahl an Investitionsmöglichkeiten gegenüber. Je effizienter jeder einzelne Euro eingesetzt wird, desto höher ist die Chance auf langfristige Unternehmensgesundheit und, demzufolge, auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Für das Finanzmanagement ergibt sich eine hohe Komplexität: Einzelne Investitionsalternativen schließen sich aufgrund begrenzter finanzieller Ressourcen üblicherweise gegenseitig aus, gleichzeitig sind aber Prognosen hinsichtlich der einzelnen Investitionen mit Unsicherheit (und demzufolge Fehlern) behaftet. Es gilt also, aus der Vielzahl der Investitionsmöglichkeiten die profitabelste auszuwählen.
Die ForscherInnen haben nun einen etablierten und auf Werthürden basierenden Koordinationsmechanismus, der häufig für die Verteilung finanzieller Mittel herangezogen wird, hinsichtlich dessen Fehleranfälligkeit in prognostizierten Daten näher untersucht. Werthürden sind Mindestrenditen, welche die Investitionsprojekte einbringen müssen. Die grundlegende Idee hinter dem untersuchten Mechanismus stammt von der sogenannten Zweitpreisauktion: Der Finanzierungszuschlag ergeht an die (vermeintlich) profitabelste Investitionsalternative. Der Zinssatz für das investierte Kapital ergibt sich aus dem Gebot des „Zweitbieters“.
Dieser Mechanismus wurde ursprünglich aus einem Prinzipal-Agenten Modell abgeleitet, das davon ausgeht, dass alle Agenten rational handeln, volle Kompetenz aufweisen und über bestimmte Informationen verfügen. Es handelt sich also um einen Zustand, der in der Realität kaum vorzufinden ist. Stephan Leitner und Doris Behrens (Abteilung für Controlling und Strategische Unternehmensführung) übertrugen die Logik hinter dem Mechanismus in ein agentenbasiertes Simulationsmodell. Hinzu kamen – im Gegensatz zu dem ursprünglichen Modell – Fehler auf mehreren Ebenen: erstens in der Schätzung der Investitionskosten, zweitens in der Schätzung der Geldrückflüsse und drittens in der Schätzung der Fähigkeiten, das Projekt effizient umzusetzen.
Mit ihrer Simulation konnten Leitner und Behrens zeigen, dass die Fehleranfälligkeit des Mechanismus kritisch davon abhängt, wie viele Projekte in einer Verteilungsrunde berücksichtigt werden, aber auch davon, wie heterogen die berücksichtigten Projekte sind. Zudem wird klar, dass eine möglichst fehlerfreie Prognose der Fähigkeiten in der Projektrealisation der Schlüssel zur Effizienz dieses werthürdenbasierten Mechanismus ist. Auf Basis dieser und anderer Erkenntnisse leiten die AutorInnen Handlungsempfehlungen für eine effiziente Budgetverteilung her.
Leitner, S., & Behrens, D. A. (2013). On the fault (in)tolerance of coordination mechanisms for distributed investment decisions. Central European Journal of Operations Research, doi: 10.1007/s10100-013-0333-4.
http://www.uni-klu.ac.at/main/inhalt/uninews_43507.htm
Merkmale dieser Pressemitteilung:
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