Der weite Weg orientalischen Geldes

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02.05.2003 08:50

Der weite Weg orientalischen Geldes

Axel Burchardt Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Orientalische Münzexperten tagen am 3./4. Mai an der Universität Jena

    Jena (02.05.03) Geld geht durch vielerlei Hände - das war früher ebenso üblich wie heute. Die Route manch alter Münze ist jedoch nicht nur länger, sondern manchmal voller Umwege. Dies wird der Jenaer Orientalist PD Dr. Stefan Heidemann während einer Tagung der "Oriental Numismatic Society", die am 3./4. Mai an der Universität Jena stattfindet, darstellen. Tagungsorganisator Heidemann, der rund 40 Wissenschaftler und Sammler aus Europa und Israel erwartet, hat selber die orientalische Sammlung der Universitätsbibliothek Leipzig für die Wissenschaft wiederentdeckt.

    Die Leipziger Sammlung stellte wichtiges Material in der Frühzeit der islamischen Münzkunde zur Verfügung. Die Sammlung gehörte Otto Blau, einem Orientalisten im preußischen diplomatischen Dienst. Bereits 1857 weiterverkauft galt sie im 20. Jahrhundert als verschollen. Sie kam aber "1873 an die Uni Leipzig, ohne dass man in irgendeiner Weise die berühmte Herkunft notierte oder mit den Münzen wissenschaftlich arbeitete", sagt Heidemann. In Folge des Zweiten Weltkriegs gingen die Münzen 1945 in die Sowjetunion. 1964 kehrten sie in einigen Papiersäcken nach Leipzig zurück - und lagerten dort. 2001 wurde die Sammlung dann wissenschaftlich ausgepackt. "Es hat einige Zeit und Literaturrecherche gekostet, ihren eigentlichen Ursprung zu klären", erläutert der Oberassistent am Lehrstuhl für Semitische Philologie und Islamwissenschaft der Uni Jena. "Viele Stücke der alten Sammlung stellen neue Dokumente zur islamischen Geschichte dar - wichtige Einzelstücke, die man offenbar nur im 19. Jahrhundert in Konstantinopel erwerben konnte", sagt der Experte, der an der Jenaer Universität u. a. das Orientalische Münzkabinett betreut und derzeit den Lehrstuhl für Arabische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig vertritt.

    Neben dieser Leipziger Wiederentdeckung wird sich die Jenaer Tagung vor allem mit Münzen aus Grabungsfunden aus Anatolien und Äthiopien befassen. Mehrere Vorträge sind der Metallurgie und Prägetechnik gewidmet.

    Die Oriental Numismatic Society ist ein weltweiter Zusammenschluss von etwa 1.000 Wissenschaftlern und Sammlern. Zum Jenaer Treffen, das am Samstag um 14 Uhr beginnt, ist die interessierte Öffentlichkeit eingeladen. Ein Unkostenbeitrag in Höhe von 15 Euro wird erhoben, für Studierende ist die Teilnahme frei. Weitere Informationen unter: http://141.35.2.84/philosophie/iskvo/ONS2003ProJenaDt.htm.

    Kontakt:
    PD Dr. Stefan Heidemann
    Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients der Uni Jena
    Löbdergraben 24a, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 944864 oder 0341 / 9737207
    Fax: 03641 / 944850
    E-Mail: x7hest@uni-jena.de
    (Falls telefonisch nicht erreichbar, bitte eine E-Mail senden)


    Weitere Informationen:

    http://141.35.2.84/philosophie/iskvo/ONS2003ProJenaDt.htm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Sprache / Literatur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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