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27.03.2015 22:44

Nachhaltige Entwicklung braucht verknüpftes Denken und Handeln

Heike Hensel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

    Über 350 Teilnehmer aus 65 Ländern diskutieren auf der Dresden Nexus Conference (DNC2015), wie sich Strategien nachhaltiger Entwicklung besser verknüpfen lassen. Erstmals hatten UNU-FLORES, TU Dresden und IÖR zu der Tagung nach Dresden eingeladen.

    Mit den Abschlussstatements von Vertretern des Bundesumweltministeriums sowie der drei organisierenden Einrichtungen ging am Freitagabend die erste Dresden Nexus Conference (DNC2015) im Deutschen Hygiene-Museum Dresden zu Ende. Drei Tage lang haben über 350 Experten aus 65 Ländern und von allen Kontinenten diskutiert, wie der Umgang mit lebenswichtigen natürlichen Ressourcen wie Wasser, Boden und Abfall künftig nachhaltiger gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt der Vorträge, Podiumsdiskussionen und Posterpräsentationen stand der so genannte Nexus-Ansatz. Dahinter steht die Idee, dass natürliche Ressourcen eng miteinander verwoben sind. Werden diese wechselseitigen Abhängigkeiten beachtet, lässt sich Energie effizienter nutzen und lassen sich Umweltrisiken sowie ökologische Beeinträchtigungen minimieren.

    Im Mittelpunkt der ersten Dresden Nexus Conference stand das Thema „Globaler Wandel, Ziele nachhaltiger Entwicklung und der Nexus-Ansatz“. Globaler Wandel in all seinen Formen ist wohl die größte Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert. Die internationale Gemeinschaft hat daher bereits große Anstrengungen in die Entwicklung von Zielen nachhaltiger Entwicklung investiert. Auf der UN-Klimakonferenz in Paris Anfang Dezember 2015 sollen sie verabschiedet werden. Konkrete Strategien, wie diese Ziele zu erreichen sind, werden aktuell entwickelt. Die Tagung in Dresden hat dazu einen Beitrag geleistet. Der Fokus lag dabei auf den drei Schlüsselthemen des globalen Wandels – Klimawandel, Urbanisierung und Bevölkerungswachstum. Die Konferenzteilnehmer diskutierten, wie die Anwendung eines Nexus-Ansatzes dabei helfen kann, effektive und angemessene Strategien zu entwickeln, um die Ziele nachhaltiger Entwicklung umzusetzen. Konsens herrschte dabei in einem wichtigen Punkt: Der Nexus-Ansatz ist der Schlüssel, um effektive und geeignete Mechanismen zu identifizieren, mit denen die Ziele nachhaltiger Entwicklung erreicht werden können.

    Die auf der Tagung präsentierten wissenschaftlichen Fallstudien und die engagierten Debatten haben gezeigt, dass jedes Handeln in Bezug auf den globalen Wandel und die Ziele nachhaltiger Entwicklung positive, aber auch negative Folgen haben kann. Sollen angemessene und effektive Strategien entwickelt werden, gilt es, diejenigen Mechanismen und Instrumente zu identifiziert, die die wenigsten negativen Effekte verursachen. Der Nexus-Ansatz kann dabei helfen, Synergien und Risiken besser zu verstehen und zu erkennen, welche Strategie die am besten geeignete ist.

    Ein weiteres Ergebnis der Konferenz: Der Nexus-Ansatz, der die natürlichen Ressourcen Wasser, Boden und Abfall in den Fokus nimmt, ist von zentraler Bedeutung, wenn es um das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele und insbesondere um die globale Sicherheit geht. Vor allem das kontinuierliche Bevölkerungswachstum stellt hier eine Herausforderung für die Weltgemeinschaft dar. „Der Zug, der uns bis 2050 eine Weltbevölkerung von 9,6 Milliarden Menschen bringen wird, ist bereits unterwegs. Wir können ihn nicht mehr stoppen. Unsere Aufgabe ist es, darauf vorbereitet zu sein, diese Gäste zu empfangen“, betonte Professor Rattan Lal von der Ohio State University und Vorsitzender des Internationalen Beirates von UNU-FLORES in seinem Abschlussvortrag. Insbesondere die Ressource Boden spiele eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Existenzgrundlage für jeden einzelnen Weltbürger zu sichern. Entscheidend werde es sein, den Boden zu schützen und unter anderem bodenschonende Verfahren in der Landwirtschaft zu entwickeln.

    Einig waren sich die Organisatoren und Teilnehmer der Veranstaltung auch darin, dass es höchste Zeit ist zu handeln – das nötige Wissen und der kollektive Wille dazu seien vorhanden. Um diese Erkenntnis in die Praxis umzusetzen, gilt es, im ersten Schritt, Bildungsangebote zu entwickeln, die das verknüpfte und integrierte Denken schulen und fördern. Dazu braucht es einheitliche, inter- und transdisziplinäre Bildungsprogramme, die zugleich das kritische und verknüpfende Denken schulen. Professor Reza Ardakanian, Direktor von UNU-FLORES, brachte diese Notwendigkeit auf den Punkt: „Um den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen erfolgreich umsetzen zu könne, braucht es den Willen und die Fähigkeit, verknüpft zu denken. Lehnen Menschen dies von Grund auf ab, wird der Nexus-Ansatz nicht funktionieren. Bildungsprogramme und auch der Wissenstransfer müssen als erstes auf diesen Aspekt abzielen.” Auf offene Fragen bei der Umsetzung des Nexus-Ansatzes machte Professor Bernhard Müller, Direktor des IÖR, aufmerksam: „Die theoretischen Grundlagen sind weiter zu untersuchen und es ist der Frage nachzugehen, wie integrierte Denkweisen auch gegen Widerstände erfolgreich sein können. Dies weiter zu erforschen, ist eine wichtige Aufgabe von UNU-FLORES. Das IÖR wird diese Forschungsarbeit gern unterstützen.“

    Zur ersten Dresden Nexus Conference waren hochrangige Vertreter von sieben UN-Mitgliedstaaten, neun UN-Organisationen, sechs internationalen Organisationen, von zahlreichen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Hilfsorganisationen nach Dresden gekommen. Sie trafen auf Vertreter aus Deutschland von Bund, Ländern und Kommunen. Im Vorfeld der Welt-Klimakonferenz im Dezember in Paris war die DNC2015 damit eine der größten und bedeutsamsten internationalen Konferenzen zum Thema Nachhaltigkeit in Deutschland.

    Organisiert wurde die Konferenz vom Dresdner Institut der United Nations University, UNU-FLORES, von der Fakultät Umweltwissenschaften der TU Dresden und vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR). Alle drei verbindet die Forschung zu Themen nachhaltiger Entwicklung. Die Dresden Nexus Conference soll künftig alle zwei Jahre stattfinden. Sie ist als Plattform für nationale und internationale Experten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft gedacht und soll die Möglichkeit bieten, sich zu Initiativen, die einen Nexus-Ansatz im nachhaltigen Umgang mit Ressourcen verfolgen, auf dem Laufenden zu halten. Ziel ist es, gemeinsam neue Lösungsansätze zu finden. Die Konferenz und die Forschung der organisierenden Institutionen zwischen den Tagungen stärken zudem den Wissenschaftsstandort Dresden im Themenfeld der Forschung zu nachhaltiger Entwicklung.


    Weitere Informationen:

    http://www.dresden-nexus-conference.org/ - Konferenz-Homepage
    https://flores.unu.edu/ - Homepage von UNU-FLORES
    http://www.tu-dresden.de/uw - Homepage der TU Dresden, Fakultät Umweltwissenschaften
    http://www.ioer.de - Homepage des IÖR


    Anhang
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Energie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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