Gehirn reagiert auf Psychotherapie

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
15.04.2015 06:50

Gehirn reagiert auf Psychotherapie

Dr. Romy Müller UNI Services
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

    Depressionen lösen in der Regel neurobiologische Effekte aus. Eine Studie konnte nun aufzeigen, dass sich diese Hyperaktivitäten unter einer Psychotherapie normalisieren.

    „Das menschliche Gehirn reagiert auf eine Depression. Insbesondere in der Amygdala, im Striatum und in anderen limbischen Regionen treten typischerweise Hyperaktivitäten auf“, erklärt Svenja Taubner (Institut für Psychologie), die gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Lübeck, Innsbruck, Heidelberg, Ulm, Bremen, Bochum und Delmenhorst an einer Studie zu den Veränderungen im Gehirn gearbeitet hat. Sie erklärt weiter: „Wir wollten eruieren, ob eine Psychotherapie, in unserem Fall eine Psychodynamische Therapie, einen Effekt auf diese Gehirnaktivitäten hat.“

    Die Forscherinnen und Forscher haben dazu 18 Patientinnen und Patienten, die unter einer wiederkehrenden Depression leiden und die nicht medikamentös behandelt werden, zu zwei Zeitpunkten untersucht. Dazu gab es eine Kontrollgruppe von 17 gesunden Personen. Bei allen TeilnehmerInnen wurden individualisierte Impulse (Sätze, wie „Du würdest gerne von anderen akzeptiert werden.“ Oder „Deshalb tust du viel für sie.“) eingesetzt, auf die die erkrankten Personen vor der Psychotherapie mit Hyperaktivitäten in bestimmten Gehirnregionen reagierten.

    Nach einer achtmonatigen Behandlung durch eine Psychodynamische Psychotherapie wurden die Patientinnen und Patienten erneut untersucht. Svenja Taubner fasst die Ergebnisse zusammen: „Wir konnten zeigen, dass die Veränderungen im limbischen System, die durch individuell zugeschnittene und klinisch relevante Inhalte reflektierende Stimuli ausgelöst werden, bereits nach 8 Monaten normalisiert werden können.“


    Weitere Informationen:

    http://Wiswede, D., Taubner, S., Buchheim, A., Münte, T.F., Stasch, M., Cierpka, M., Kächele, H., Roth, G., Erhard, P. & Kessler, H. (2014). Tracking functional brain changes in patients with depression under psychodynamic psychotherapy using individualized stimuli. Plosone 9(10), abrufbar unter http://www.plosone.org/article/citationList.action?articleURI=info%3Adoi%2F10.13....


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin, Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay