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04.05.2015 14:45

Göttinger Tagung 2015: Bilanzkreissystem ist ein Thema von großer Detailtiefe

Christian Ernst Pressestelle
Technische Universität Clausthal

    Göttingen. Etwa 200 Teilnehmer konnten am 28. April zur bereits 7. Göttinger Energietagung in der Paulinerkirche in Göttingen begrüßt werden, die vom Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) in Kooperation mit der Bundesnetzagentur jährlich veranstaltet wird. Die Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Beratungsunternehmen, Behörden und Wissenschaft tauschten sich zwei Tage lang zum Thema: „Bilanzkreissystem – Herzstück des Wettbewerbs und der Versorgungssicherheit“ aus.

    Um einen funktionierenden Wettbewerb im Strommarkt vor dem Hintergrund uneingeschränkter Versorgungssicherheit zu ermöglichen, werden die Stromeinspeisungen und -ausspeisungen in das öffentliche Netz in sogenannten Bilanzkreisen saldiert. Die einem Bilanzkreis zugeordneten Ein- und Ausspeisemengen sollen möglichst in jeder Viertelstunde des Jahres ausgeglichen sein. Grundprobleme sowie Optimierungsfragen dieses komplexen Systems, dem im heutigen liberalisierten Energiemarkt eine herausragende Bedeutung zukommt, bildeten den Gegenstand der Vorträge und Diskussionen. Sowohl Übertragungsnetzbetreiber und Stromverteilernetzbetreiber als auch Stromhändler, Lieferanten und Energiedienstleister sowie schließlich die Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde brachten ihre jeweiligen Erfahrungen und Vorstellungen zum Ausdruck.

    Neben grundlegenden Erwägungen standen insbesondere die Herausforderungen durch die fluktuierende Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien im Fokus. Ein verlässlicher Bilanzkreisausgleich stellt zunehmende Anforderungen an die Prognose der Stromerzeugung. Ebenso wichtig ist die Bilanzierung der Kleinkunden, deren Stromentnahme nicht fortlaufend gemessen wird und die daher über sogenannte Lastprofile abgeschätzt werden muss. Auch hier wurden Möglichkeiten der Weiterentwicklung diskutiert. Zudem wurden die regulatorischen Vorgaben für den Bilanzkreisausgleich und die Bepreisung von Ungleichgewichten sowie mögliche Entwicklungen erörtert. Daneben bildeten Fragen der Optimierung der Datenübermittlung unter den Marktpartnern einen Diskussionsschwerpunkt. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch Vorträge zur Herangehensweise anderer europäischer Staaten und zu dem Entwurf eines EU-Netzkodex Electricity Balancing. Neben den Plenarvorträgen fanden außerdem drei Fachforen zu den Themenbereichen Bilanzierung im Massenmarkt, Energiekonzepte der Wohnungswirtschaft und Bilanzkreise der Verteilernetzbetreiber statt.

    Insgesamt freuten sich die Veranstalter über eine gelungene Tagung zu Fragen hoher Aktualität. Professor Dr. Hartmut Weyer, Direktor des Instituts für deutsches und internationales Berg- und Energierecht der TU Clausthal und Koordinator des Forschungsbereichs Energierecht am EFZN, zog ein positives Fazit: Die stetig wachsende Teilnehmerzahl der Tagung seit ihrer erstmaligen Durchführung zeige, dass es gelinge, für aktuelle Fragen der Energiewirtschaft eine akzeptierte Diskussionsplattform bereitzuhalten. „Das Bilanzkreissystem ist ein Thema von großer Detailtiefe, doch konnten wir hochqualifizierte Referenten gewinnen und einen intensiven Austausch mit fachkundigen Teilnehmern ermöglichen“, so Weyer.


    Weitere Informationen:

    http://www.efzn.de/


    Bilder

    Prof. Hartmut Weyer (TU Clausthal/vorn) organisierte für das EFZN bereits die 7. Göttinger Tagung in der Paulinerkirche.
    Prof. Hartmut Weyer (TU Clausthal/vorn) organisierte für das EFZN bereits die 7. Göttinger Tagung in ...
    Quelle: EFZN


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Energie, Recht, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Prof. Hartmut Weyer (TU Clausthal/vorn) organisierte für das EFZN bereits die 7. Göttinger Tagung in der Paulinerkirche.


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