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10.06.2015 09:26

Studie: Rund 1.300 Absolventen der Saar-Uni haben Studium und Berufseinstieg bewertet

Friederike Meyer zu Tittingdorf Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Wo finden Absolventen der Universität des Saarlandes ihre erste Anstellung? Was sind dabei übliche Einstiegsgehälter? Und wie blicken die Absolventen auf ihr Studium zurück? Darüber gibt eine neue Studie Aufschluss, für die Forscher der Saar-Uni rund 1.300 Absolventen ausführlich befragt haben. Diese hatten zwischen 2007 und 2014 im Saarland studiert. Die wissenschaftliche Untersuchung, die auch Absolventenstudien anderer Hochschulen diskutiert, wurde von Professor Eike Emrich gemeinsam mit Freya Gassmann und Wolfgang Meyer erstellt. Die Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt hat sie in Auftrag gegeben, finanziert wurde sie von der Arbeitskammer des Saarlandes.

    Von den befragten Absolventen hatten etwas mehr als die Hälfte ihre allgemeine Hochschulreife im Saarland erworben, elf Prozent kamen aus Rheinland-Pfalz, acht Prozent aus Baden-Württemberg und rund fünf Prozent aus dem Ausland. Für die Saarländer spielte bei der Wahl der Heimatuniversität vor allem die Nähe zur Familie und zu den Freunden eine entscheidende Rolle. „Die Nichtsaarländer gaben am häufigsten an, dass sie an der Universität des Saarlandes studieren haben, da ihr Studienfach nur dort angeboten wurde oder es nur da eine besondere Ausrichtung gab“, erläutert Eike Emrich, Professor für Sportökonomie und Sportsoziologie der Saar-Uni.

    Fast 80 Prozent der Absolventen konnten ihr Studium mit Unterstützung der Eltern finanzieren, die bei der Hälfte davon mindestens 60 Prozent der Ausgaben übernahmen. Dennoch jobbten mehr als drei Viertel der Befragten während des Studiums, die Hälfte arbeitete fast im gesamten Studium nebenher. „Im Vergleich zu den derzeitigen Studierenden der Saar-Uni, die wir vor zwei Jahren auf ähnliche Weise befragten, haben unter den Absolventen noch mehr nebenher gearbeitet. Das eng getaktete Bachelor- und Masterstudium scheint heute dafür weniger Spielraum zu lassen“, beschreibt Professor Emrich die Veränderung. Lediglich 22 Prozent der befragten Absolventen bezogen Bafög und nur die Hälfte davon bestritten mehr als 40 Prozent ihrer Ausgaben damit.

    Die Absolventen wurden auch danach gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Studium an der Saar-Uni waren. Dabei erhielt der Aspekt „Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitsweise“ die positivste Bewertung mit 7 von 10 möglichen Punkten, auch der Kontakt zu den Lehrenden wurde entsprechend gut bewertet. Außerdem fanden die meisten Absolventen das Studium gut gegliedert (6,5 von 10 Punkten) und sahen die fachlichen Schwerpunkte richtig gesetzt (6,6). Lediglich von der Berufsorientierung des universitären Studiums waren die Absolventen enttäuscht, sie hatten davon mehr erwartet. „Die Gesamtbewertung des Studiums im Rückblick fiel aber sehr positiv aus. 84 Prozent der Befragten vergaben zwischen 6 und 10 möglichen Punkten, 38 Prozent sagten sogar, dass sie die Entscheidung in einem sehr hohen Maße für die richtige hielten“, erläutert Freya Gassmann, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Professor Emrich an der Studie mitwirkte. Auch die Eltern und der Freundeskreis hielten nach den Angaben der Absolventen das Studium rückblickend für die richtige Entscheidung.

    Der Einstieg ins Berufsleben war für ein Drittel der Absolventen ein nahtloser Übergang, sie hatten keine längeren Wartezeiten zu überbrücken. Etwa ein Viertel der Studienabgänger schloss eine weitere Ausbildungsphase wie Referendariat oder die Facharztausbildung an. Im Durchschnitt warteten alle Absolventen 6,8 Monate auf den ersten Arbeitsplatz. „Nur rund 20 Prozent machten im Anschluss an das Examen zuerst ein Praktikum. Es ist also etwas übertrieben, wenn man die Absolventen des vergangenen Jahrzehnts als ‚Generation Praktikum‘ bezeichnet“, sagt Freya Gassmann. Nicht jeder bekam allerdings in der gewünschten Region eine Anstellung „Immerhin fast die Hälfte der Absolventen hatte ihren ersten Arbeitsplatz im Saarland, je acht Prozent wechselten nach Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg“, so Wolfgang Meyer, stellvertretender Leiter des Centrums für Evaluation der Saar-Uni.

    13 Prozent der befragten Studienabgänger gingen ins Ausland, davon 27 Prozent nach Luxemburg und 18 Prozent nach Frankreich. Kaum einer der Absolventen hat eine Anstellung im Norden Deutschlands oder in den neuen Bundesländern aufgenommen. „Das durchschnittliche Nettogehalt von allen befragten Absolventen, darunter auch welchen mit Bachelorabschluss, lag bei rund 2000 Euro, mit Abweichungen nach oben und unten. Am besten verdienten gleich zu Beginn die Medizinabsolventen. Erwartungsgemäß lagen auch die Einstiegsgehälter in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen um rund 400 Euro pro Monat höher als bei den philosophischen Fakultäten, deren Absolventen sich auch etwas unzufriedener mit ihrem Gehaltsniveau zeigten, allerdings finden sich hier ebenfalls Abweichungen nach ob und nach unten“, sagt Wolfgang Meyer.

    Der Praxisschock hielt sich bei den meisten Absolventen aber in Grenzen. Belastende Faktoren wie Termindruck, Hektik im Beruf und ein hohes Arbeitspensum erhielten noch die meisten (Negativ-)Punkte, jedoch im Schnitt nur fünf von zehn möglichen Punkten. „Für einige waren zu Beginn die Entscheidungsstrukturen im Unternehmen oder der Institution eher undurchsichtig, das besserte sich aber im Laufe der ersten Berufsjahre. Allerdings gaben 70 Prozent der befragten Absolventen an, dass sie mehr als die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit arbeiteten, rund ein Fünftel sogar mehr als 50 Stunden“, bemerkt Meyer kritisch. Er hat gemeinsam mit den anderen Autoren der Studie diese Umfrageergebnisse in einen bundesweiten Kontext gestellt und mit zahlreichen Absolventenstudien der vergangenen Jahrzehnte verglichen.

    Die Studie „Was kommt nach dem Studium an der Universität des Saarlandes“ ist als Buch erhältlich unter universaar:

    http://universaar.uni-saarland.de/monographien/volltexte/2015/139/

    und im Shop von Monsenstein & Vannerdat oder im Buchhandel:

    http://mv-buchhandel.de/wissenschaft/sozialwissenschaften/3148/was-kommt-nach-de...

    Pressefotos unter: www.uni-saarland.de/pressefotos

    Fragen beantworten:

    Prof. Dr. Eike Emrich, Lehrstuhl für Sportökonomie und Sportsoziologie
    Tel. 0681/302-4170, E-Mail: e.emrich@mx.uni-saarland.de

    PD Dr. Wolfgang Meyer, Centrum für Evaluation der Universität des Saarlandes
    Tel. 0681/302-4358, Mail: w.meyer@mx.uni-saarland.de

    Freya Gassmann M.A., Lehrstuhl für Sportökonomie und Sportsoziologie
    Tel. 0681/302-3382, Mail: f.gassmann@mx.uni-saarland.de

    Dr. Luitpold Rampeltshammer, Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KoWA), Tel. 0681/302-4802, Mail: kooperationsstelle@univw.uni-saarland.de


    Weitere Informationen:

    http://universaar.uni-saarland.de/monographien/volltexte/2015/139/
    http://mv-buchhandel.de/wissenschaft/sozialwissenschaften/3148/was-kommt-nach-de...


    Bilder

    Freya Gassmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Saar-Uni
    Freya Gassmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Saar-Uni
    Universität des Saarlandes
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    Professor Eike Emrich
    Professor Eike Emrich
    Universität des Saarlandes
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Freya Gassmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Saar-Uni


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    Professor Eike Emrich


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