idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Teilen: 
29.06.2015 13:07

Schönheit zahlt sich auf dem Arbeitsmarkt aus

Mark Fallak Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut zur Zukunft der Arbeit

    Gutes Aussehen erhöht die Jobchancen und schlägt sich in einem Einkommensplus von bis zu einem Fünftel nieder. Zu den Hauptgründen zählt die Diskriminierung durch Arbeitgeber und Kunden. Hinzu kommt, dass attraktive Menschen meist selbstbewusster auftreten und sich häufiger für besser bezahlte Jobs bewerben. Die Erkenntnisse der internationalen Wissenschaft zur Bedeutung von Schönheit im Job hat die Ökonomin Eva Sierminska jetzt für das Online-Kompendium "IZA World of Labor" des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zusammengetragen.

    Laut Studie fällt der "Schönheits-Bonus" in Deutschland größer aus als in allen anderen untersuchten Ländern: Schöne Frauen verdienen hierzulande rund 20 Prozent mehr als der Durchschnitt, attraktive Männer immerhin etwa 14 Prozent. Viele Arbeitgeber, Kollegen und Kunden bevorzugen attraktive Mitarbeiter – nicht nur der Optik wegen, sondern auch, weil gut aussehende Menschen als vertrauenswürdiger, kompetenter und produktiver gelten. Körperliche Attraktivität spielt daher insbesondere in Berufen mit häufigem Kundenkontakt eine Rolle.

    Auch Lehrer neigen dazu, hübsche Schüler bevorzugt zu behandeln. So wird bereits in jungen Jahren der Grundstein für die späteren Arbeitsmarktvorteile gelegt. Denn gut aussehende Jugendliche nehmen auch häufiger an sozialen und sportlichen Aktivitäten teil, die wiederum Selbstvertrauen, Teamgeist und weitere "Soft Skills" fördern. Schöne Menschen streben daher auch von sich aus in besser bezahlte Jobs. Eine Untersuchung von Juristenkarrieren in den USA zeigt beispielsweise, dass attraktive Arbeitnehmer überdurchschnittlich oft aus dem öffentlichen Dienst in die besser bezahlte Privatwirtschaft wechseln.

    In Deutschland weist hingegen ausgerechnet die Berufsgruppe der mittleren Beamten den höchsten Anteil an schönen Menschen auf. Das geht aus der sogenannten ALLBUS-Umfrage hervor, für die stichprobenartig 3.500 Männer und Frauen unter anderem zu Gehalt und Beruf befragt werden. Zu Beginn der persönlichen Befragung halten die Interviewer auf einer Skala von 1 bis 11 fest, wie attraktiv sie ihren Gesprächspartner finden. Über die Hälfte der mittleren Beamten erzielt dabei eine Punktzahl von 8 bis 11. Ähnlich gut schneiden Manager und leitende Angestellte ab. Unter Landwirten und Arbeitern gilt nicht einmal jeder vierte als attraktiv.

    Um die Benachteiligung weniger gut aussehender Menschen auf dem Arbeitsmarkt abzumildern, plädiert die Ökonomin Eva Sierminska für die freiwillige Einführung anonymisierter Bewerbungsverfahren: "In Deutschland sind Bewerbungsfotos noch immer Standard. Wer vom ersten optischen Eindruck her nicht überzeugt, wird häufig gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Anonymisierte Bewerbungen würden helfen, diese oft unbewusste Diskriminierung durch Personaler zu reduzieren." Im Vorstellungsgespräch und im betrieblichen Alltag gehe es dann nicht nur um Aussehen, sondern auch um Auftreten. "Bewerbercoachings und Mitarbeiterschulungen zu Kleidung, Styling und Verhalten können dazu beitragen, eine positivere Wirkung auf Arbeitgeber und Kunden zu erzielen", empfiehlt Sierminska.

    Die englischsprachige Studie ist über IZA World of Labor abrufbar:
    Eva Sierminska, Does it pay to be beautiful?
    http://wol.iza.org/articles/does-it-pay-to-be-beautiful
    DOI: 10.15185/izawol.161

    Pressekontakt:
    Mark Fallak
    fallak@iza.org
    (0228) 3894-223


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik, Psychologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Anteil der attraktiven Menschen (8-11 auf einer Skala von 1-11) pro Berufsgruppe


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).