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29.06.2015 16:32

Hilfe für Timbuktus Handschriften

Dr. Sybille Wüstemann Geschäftsstelle
Gerda Henkel Stiftung

    Pressegespräch zur Restaurierung und Erhaltung des bedeutenden Manuskriptbestandes

    Knapp 400.000 naturwissenschaftliche, philosophische und theologische Schriften des 12. bis frühen 20. Jahrhunderts, Teil des UNESCO-Welterbes, haben sich in staatlichen und privaten Bibliotheken in Timbuktu befunden, bevor islamistische Gruppierungen Anfang 2012 die nördlichen Teile Malis besetzten. Mehr als 370.000 Manuskripte konnten evakuiert und vor dem Zugriff der Aufständischen bewahrt werden. In der malischen Hauptstadt Bamako arbeitet ein Team aus malischen und deutschen Experten daran, diesen wertvollen Bestand sachgemäß zu lagern und für die Nachwelt zu erhalten. Die Gerda Henkel Stiftung unterstützt die Expertengruppe seit 2013. Ein Pressegespräch im Haus der Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf informierte heute über das Projekt.

    „Angesichts des riesigen Handschriftenbestandes können die Finanzierung ihrer Erhaltung und die derzeit eben erst anlaufende wissenschaftliche Auswertung der Manuskripte nur in Form eines internationalen Konsortiums erfolgen. Eine enge Abstimmung mit den malischen Eigentümerfamilien, Behörden und Wissenschaftlern muss dabei die Grundlage aller Bemühungen um die Rettung dieses weltweit bedeutsamen Kulturerbes sein,“ unterstrich Dr. Michael Hanssler, Vorsitzender des Vorstands der Gerda Henkel Stiftung. Auf zwei weitere Aspekte des besonderen Stellenwerts der Handschriften verwies Dr. Abdel Kader Haïdara, Generaldirektor einer der größten Bibliotheken Timbuktus und einer der Hauptorganisatoren der Rettungsaktion: „Diese Manuskripte sind Teil des globalen kulturellen Erbes. Wir handeln also für die ganze Welt.“ Zugleich machte er deutlich, dass die Rückführung der Manuskripte nach Timbuktu anzustreben ist: „Unser Ziel muss es sein, den Reichtum der Handschriften mit allen zu teilen.“

    Die Förderung der Maßnahmen ist ein Kooperationsvorhaben des Auswärtigen Amts, der Gerda Henkel Stiftung und weiterer internationaler Partner. Das Hamburger Centre for the Study of Manuscript Cultures (CSMC) unter Leitung von Prof. Dr. Michael Friedrich hat Umfang und Zustand der Manuskript-Bestände untersucht und unterstützt gegenwärtig deren Sicherung und Erhaltung. Die Gerda Henkel Stiftung hat bislang Fördermittel in Höhe von gut 600.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Auswärtige Amt hat die Rettung der Handschriften bereits mit 500.000 Euro gefördert und wird, wie das Ministerium heute bekannt gab, weitere 350.000 Euro bereitstellen.

    Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft, vornehmlich durch bestimmte fachlich und zeitlich begrenzte Arbeiten auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft an Universitäten und Forschungsinstituten. Die Weiterbildung graduierter Studenten ist ein besonderes Anliegen der Stiftung. Die Förderungen der Gerda Henkel Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften, vorrangig der Geschichtswissenschaft, der Archäologie, der Kunstgeschichte und historischen Teildisziplinen. Seit einigen Jahren wendet sich die Stiftung vor allem im Rahmen der Sonderprogramme "Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen" sowie "Sicherheit, Gesellschaft und Staat" auch gegenwarts- und zukunftsbezogenen Themen zu. Die Gerda Henkel Stiftung ist in Deutschland und international tätig.

    Kontakt:
    Gerda Henkel Stiftung
    Pressestelle
    Dr. Sybille Wüstemann
    Malkastenstraße 15
    40211 Düsseldorf
    E-Mail: wuestemann@gerda-henkel-stiftung.de
    Tel.: 0211 93 65 24 19


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

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