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29.06.2015 16:54

Osterhasen-Amethyst aus den Mainzer Universitätssammlungen geht als Leihgabe in Bremer Ausstellung

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Aufwendiger Transport einer tonnenschweren, 1,20 Meter hohen Amethystdruse

    Eine geheimnisvolle Kiste hat sich heute Vormittag von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) aus auf die Reise in Richtung Norddeutschland gemacht. Inhalt der riesigen Verpackung: eine tonnenschwere, 1,20 Meter hohe Amethystdruse aus Brasilien, die Teil der Mainzer Universitätssammlungen ist und nun als Leihgabe in eine Ausstellung nach Bremen geht. Außen unscheinbar grau, verbirgt die Druse in ihrem Inneren faszinierende Kristalle, die violett glitzern. Durch ihre Form erinnert sie an einen überdimensionierten Osterhasen und ist eine Attraktion der Mineralogischen Schausammlung des Instituts für Geowissenschaften, wo sie im Rahmen von Führungen auch immer wieder bestaunt werden kann. Von Juli bis September 2015 ist die Druse nun in der Ausstellung "KRIMI – die faszinierende Welt der Kristalle, Minerale, Materialien und historischen Instrumente" im Bremer Haus der Wissenschaft zu sehen.

    Den aufwendigen Transport der riesigen Druse hatte die Mainzer Geowissenschaftlerin und Kuratorin der Naturwissenschaftlichen Sammlungen, Prof. Dr. Kirsten Grimm, von langer Hand vorbereitet: In der Instituts-Werkstatt ließ sie eigens eine große, stabile Holzkiste anfertigen, um die Druse vor Schäden beim Transport zu schützen. Der Kurator der Bremer Ausstellung, Prof. Dr. Reinhard X. Fischer vom Institut für Kristallographie der Universität Bremen, hat den Osterhasen-Amethyst am Vormittag persönlich mit einem Lastwagen abgeholt.

    Die Amethystdruse ist eines der größten Objekte in den zahlreichen wissenschaftlichen Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Sammlungen umfassen ein breites Spektrum unterschiedlicher Objekte aus aller Welt, die in der Lehre und Forschung an der JGU eine wichtige Rolle spielen, aber auch überregional von Interesse sind. Wie nun die Osterhasen-Druse werden vielfach Sammlungsstücke der JGU für Ausstellungen oder Forschungsvorhaben auf der ganzen Welt verliehen. Sogar das Metropolitan Museum of Art in New York leiht sich Objekte der Mainzer Universitätssammlungen: Von September 2015 bis Januar 2016 zeigt es in der Ausstellung "Kongo – Power and Majesty" eine "Machtfigur" aus der Region Mayombe (heutiger Kongo), die zur Ethnografischen Studiensammlung der JGU gehört.

    Die Osterhasen-Druse fand das Interesse der Bremer Ausstellungsmacher, da sie ein besonders herausragendes Beispiel für Amethyst ist. Dies ist die violette Varietät des Minerals Quarz (SiO2), das als zweithäufigstes Mineral der Erdkruste weit verbreitet ist. Die typische violette Farbe wird durch Defekte im Atomgitter des Minerals verursacht. Amethyste entstehen häufig in Zusammenhang mit vulkanischen Aktivitäten – Kristalle wachsen aus mineralhaltigen Lösungen in den bei der Abkühlung der Lava entstandenen Hohlräumen. Nicht vollständig verfüllte Hohlräume werden als Drusen bezeichnet, vollständig ausgefüllte als Geoden. Der bekannteste Fundort für Amethyst in Deutschland ist der Steinkaulenberg bei Idar-Oberstein – allerdings erreichen die Amethyste aufgrund der schnelleren Abkühlung hier nicht solche Größen wie in Brasilien.

    Bildmaterial:
    http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/JGU_sammlungen_amethyst_01.jpg
    Die brasilianische Amethystdruse aus der Mineralogischen Schausammlung des Instituts für Geowissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erinnert in ihrer Form an einen Hasen.
    Foto: Thomas Hartmann, UB Mainz

    http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/JGU_sammlungen_amethyst_02.jpg
    Für die Osterhasen-Druse aus der Mineralogischen Schausammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde eine eigene Transportkiste gebaut, die nun auf große Fahrt nach Bremen geht.
    Foto: Thomas Hartmann, UB Mainz

    http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/JGU_sammlungen_amethyst_03.jpg
    Verladung der tonnenschweren, 1,20 Meter hohen Osterhasen-Druse in der eigens für diesen Zweck gebauten Transportkiste in den Lastwagen, in dem sie jetzt ins Bremer Haus der Wissenschaft transportiert wird
    Foto: Thomas Hartmann, UB Mainz

    Weitere Informationen:
    Prof. Dr. Kirsten I. Grimm
    Kuratorin der naturwissenschaftlichen Sammlungen/Universitätsbibliothek
    Institut für Geowissenschaften/Paläontologie
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    Tel.: 06131 39-23798
    E-Mail: kgrimm@uni-mainz.de

    Weitere Informationen zu den Geowissenschaftlichen Sammlungen unter www.sammlungen.uni-mainz.de/71.php.

    Der Osterhase-Amethyst war auch bereits OBJEKT DES MONATS der Mainzer Universitätssammlungen, s. http://www.sammlungen.uni-mainz.de/683.php.

    Verschiedene Universitätssammlungen sind auch bereits im JGU MAGAZIN unter http://www.magazin.uni-mainz.de/sammlungen vorgestellt.

    Weitere Informationen zu den Sammlungen der JGU:
    Dr. Vera Hierholzer
    Sammlungskoordinatorin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Universitätsbibliothek Mainz
    Jakob-Welder-Weg 6
    55128 Mainz
    Tel. 06131 39-24450
    E-Mail: v.hierholzer@ub.uni-mainz.de
    www.sammlungen.uni-mainz.de


    Weitere Informationen:

    https://www.facebook.com/JGUmainz/posts/920185928039632


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geowissenschaften
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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