Ein wichtiger Schritt für die Neuroblastom-Forschung

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08.07.2015 08:53

Ein wichtiger Schritt für die Neuroblastom-Forschung

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Europäische Forscher finden einen „Wachstumsweg“ des gefährlichen Rückfalltumors

    Erstmals haben Wissenschaftler systematisch Erst- und Rückfalltumore beim Neuroblastom untersucht. Das Neuroblastom ist mit acht Prozent Anteil der häufigste feste (solide) Tumor im Kindesalter. Dabei wurden auch Gewebeproben von Kindern, die in Greifswald in Behandlung sind, analysiert.

    „Die genetischen Veränderungen der Krebszellen sind bei einem Rückfall anders als bei der Ersterkrankung. Das ist eine neue Erkenntnis, die in der Bekämpfung des Neuroblastoms eine wichtige Rolle spielen wird“, sagte Prof. Holger Lode (Foto), Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald.
    Gleichzeitig ist es den Forschern von 13 führenden klinisch wissenschaftlich arbeitenden Gruppen Europas unter Beteiligung des Teams von Prof. Holger Lode in einer gemeinsamen Anstrengung gelungen, einen neuen Stoffwechselweg des Tumors bei Kindern mit einem Rückfall des Neuroblastoms zu identifizieren. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in Nature Genetics* veröffentlicht.

    Wenn das Neuroblastom in der Erstdiagnose festgestellt wird, hat dieses in den meisten Fällen bereits Metastasen entwickelt. Dementsprechend hoch ist mit rund 60 Prozent die Rückfallquote. Bei einem Neuroblastom liegen gegenwärtig zudem die Überlebenschancen bei Langzeituntersuchungen lediglich bei 30 Prozent. Deutliche Fortschritte konnten die Greifswalder Mediziner mit einer speziellen Immuntherapie machen, die insbesondere die Prognose für Patienten mit Rückfällen deutlich verbessert hat.
    „Mit den neuen Erkenntnissen in unserem Wissenschaftsverbund eröffnen sich nun auch weitere Wege in der Bekämpfung der Krebsgefahr“, so der Kinderonkologe. „Wir wissen jetzt, was den Rezidivtumor, der den Rückfall auslöst, so unberechenbar macht. Er unterscheidet sich genetisch vom Erstgeschwulst und verfügt somit auch über andere Stoffwechselwege, um sich auszubreiten und zu wachsen“, so Lode. „Gegen den identifizierten Stoffwechselweg können zielgenau neue Medikamente entwickelt werden. Perspektivisch wird es dazu führen, dass wir unsere Antikörperimmuntherapie mit einer medikamentösen Behandlung kombinieren werden. Die Forschungsergebnisse sind somit ein weiterer sehr wichtiger Schritt im Kampf gegen das Neuroblastom und, um die Heilungschancen zu verbessern.“

    In Greifswald wurden in den vergangenen Jahren kleine Patienten aus aller Welt behandelt, weil sie unter diesem tückischen Tumor leiden und ihre letzte Hoffnung in der Immuntherapie sehen. Erst vor kurzem hat das Team um Professor Holger Lode und Dr. Nikolai Siebert eine Bewilligung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten, um dieses Verfahren weiter zu entwickeln und zu optimieren. Dafür stellt die DFG für die kommenden zwei Jahre 300.000 Euro zur Verfügung.

    *Nature Genetics (2015), doi:10.1038/ng.3349, Published online 29 June 2015
    „Mutational dynamics between primary and relapse neuroblastomas“
    www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.3349.html?message-global=remove

    Universitätsmedizin Greifswald
    Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
    Geschäftsführender Direktor: Prof. Dr. med. Holger Lode
    Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
    T +49 3834 86-63 01 und -63 25
    E holger.lode@uni-greifswald.de
    http://www.medizin.uni-greifswald.de
    http://www.facebook.com/UnimedizinGreifswald


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Prof. Holger Lode


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