»Die Erfindung des Dichterhauses« – Buchpräsentation und Podiumsdiskussion im Goethe-Nationalmuseum

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06.08.2015 13:39

»Die Erfindung des Dichterhauses« – Buchpräsentation und Podiumsdiskussion im Goethe-Nationalmuseum

Toska Grabowski Stabsreferat Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Klassik Stiftung Weimar

    Am Donnerstag, 13. August, um 19 Uhr laden die Klassik Stiftung Weimar und die Thüringer Allgemeine zur Präsentation des Buches »Die Erfindung des Dichterhauses. Das Goethe-Nationalmuseum in Weimar« von Dr. Paul Kahl in den Festsaal des Goethe-Nationalmuseums ein. Nach einem Grußwort des Präsidenten der Klassik Stiftung, Hellmut Seemann, und der Buchvorstellung durch Prof. Dr. Stefan Matuschek diskutieren mit dem Autor Prof. Dr. Wolfgang Holler, Prof. Dr. Stefan Matuschek und Prof. Dr. Hans Wißkirchen. Michael Helbing, Kulturredakteur der Thüringer Allgemeinen, moderiert das Podiumsgespräch.

    Paul Kahl widmet sich in seinem Buch der wechselvollen Geschichte von Goethes Wohnhaus und dem Goethe-Nationalmuseum in Weimar. »Die Erfindung des Dichterhauses« zeigt, wie sich im Wohnhaus Goethes und seinen Erweiterungsgebäuden die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts spiegelt. Bereits 1842 planten die deutschen Bundesfürsten, das Haus den Enkeln des Dichters abzukaufen und unter dem Dach einer »Nationalstiftung« zu einem »Nationalmuseum« zu entwickeln. 1885 verwirklichte Großherzog Carl Alexander diesen Gedanken eines »Goethe-Nationalmuseums«. Im 20. Jahrhundert wurde der Wohnkomplex 1913/14 im Sinne eines Personalmuseums um einen Museumstrakt ergänzt. Ein zweiter Museumsanbau erfolgte mit unmittelbarer finanzieller Unterstützung Adolf Hitlers im Jahre 1935. Nach teilweiser Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde das Goethe-Haus 1946 wiedereröffnet und in der DDR als Symbolort des ›besseren Deutschland‹ ideologisiert. Damit stehe das Goethe-Nationalmuseum als Erinnerungsort für die deutsche Bildungstradition, aber ebenso für ihr Scheitern, so Kahl: vom zersplitterten Deutschland über das Kaiserreich und die Weimarer Republik in die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Instrumentalisierung Goethes unter veränderten Vorzeichen in der DDR.

    Davon ausgehend diskutiert das Podium mit besonderem Blick auf Goethes Wohnhaus in Weimar, das Buddenbrook-Haus und das Günter Grass-Haus in Lübeck die Fragestellung, was Personengedenkstätten heute leisten können: Welche ihrer historischen Schichten sollte eine Personengedenkstätte sichtbar machen? Wie lassen sich die Besuchererwartungen, denkmalpflegerische Maßnahmen und der Bildungsauftrag einer musealen Einrichtung miteinander in Einklang bringen? Wie können Ergebnisse der Forschung für die museale Praxis fruchtbar gemacht werden?

    Der Literatur- und Kulturhistoriker Paul Kahl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar in Göttingen (DFG-Projekt »Kulturgeschichte des Dichterhauses«). Als freier Dozent arbeitet er für verschiedene Bildungseinrichtungen, darunter die Klassik Stiftung und die Weimar-Jena-Akademie. Paul Kahl war mehrfach Gastdozent an italienischen Universitäten in Neapel, Bergamo, Rom und Triest. Neben »Die Erfindung des Dichterhauses« veröffentlichte er in diesem Jahr gemeinsam mit Hendrik Kalvelage »Das Goethe-Nationalmuseum in Weimar. Band 1: Das Goethehaus im neunzehnten Jahrhundert. Dokumente«.

    Wolfgang Holler ist seit 2009 Generaldirektor der Museen in der Klassik Stiftung. Von 1991 bis 2009 war er leitender Direktor des Kupferstich-Kabinetts Dresden und ab 2002 zugleich stellvertretender Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

    Stefan Matuschek ist seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie seit 2014 Dekan der Philosophischen Fakultät. Von 2011 bis 2014 war er Direktor des Forschungszentrums »Laboratorium Aufklärung«. Seit 2011 ist er Vizepräsident der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Klassik Stiftung.

    Hans Wißkirchen ist seit 2001 Direktor der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck. 2006 folgte er dem Ruf zum Honorarprofessor für Neuere deutsche Literatur an die Universität zu Lübeck. Er ist Präsident der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten.

    Veranstaltungsdaten
    »Die Erfindung des Dichterhauses. Das Goethe-Nationalmuseum in Weimar«
    Buchpräsentation und Podiumsdiskussion mit Wolfgang Holler, Paul Kahl, Stefan Matuschek und Hans Wißkirchen
    Donnerstag, 13. August 2015 | 19 Uhr
    Goethe-Nationalmuseum | Festsaal
    Frauenplan 1 | 99423 Weimar


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Kulturwissenschaften
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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