idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
16.09.2015 11:51

"Green Economy": Fraunhofer ISI startet drei Projekte zur Erforschung nachhaltiger Innovationen

Anne-Catherine Jung Pressestelle
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

    Investitionen in Nachhaltigkeitsinnovationen prägen das Leitbild der "Green Economy" und tragen maßgeblich zum Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen, ressourceneffizienten und sozial inklusiven Wirtschaft bei. Im Rahmen der Fördermaßnahme "Nachhaltiges Wirtschaften" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) untersucht das Fraunhofer ISI nachhaltige Wirtschaftsansätze sowie deren gesellschaftliche Auswirkungen. Dabei werden die Bedeutung von Forschungsplattformen für nachhaltige Innovationen, offene Werkstätten als kollaborative Wirtschaftsform sowie nachhaltige Konzepte für kommunale Handlungsfelder wie die Wasser, Energie sowie Bauen und Wohnen erforscht.

    Moderne Wirtschaftssysteme legen ihren Fokus zunehmend auf Nachhaltigkeit und auch öffentliche, politische und wirtschaftliche Diskurse befassen sich immer stärker mit diesem Thema. Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Wirtschaft ist aber ein tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationsprozess erforderlich. Nachhaltigkeitsinnovationen spielen hier eine tragende Rolle und können bestehende Wirtschaftsordnungen grundlegend verändern. Um dies zu gewährleisten, müssen jedoch die Bedingungen zur Entstehung und Etablierung nachhaltiger wirtschaftlicher Innovationen weiter erforscht werden. In diesem Kontext untersuchen die drei Projekte "INNOLAB", "COWERK" und "TransNIK", gefördert vom BMBF im Rahmen der sozial-ökologischen Forschung zum Schwerpunkt "Nachhaltiges Wirtschaften", wann und wie Nachhaltigkeitsinnovationen für Wirtschaft und Gesellschaft systemrelevant werden können.

    Im Projekt "INNOLAB" untersucht das Fraunhofer ISI mit seinen Forschungs- und Praxispartnern, wie "Living Labs" (Forschungs- und Innovationsplattformen) zur Verbesserung der Marktakzeptanz grüner Innovationen beitragen können. Im Fokus steht die Einbeziehung von Nutzern beim Entwickeln und Testen von Prototypen unter realitätsnahen Bedingungen. Dabei kartiert das Fraunhofer ISI das sich wandelnde Umfeld von Living Labs und leitet einen Roadmapping-Prozess, der Wege zur Stärkung des Living Lab-Ansatzes im Forschungs- und Innovationssystem einer Green Economy weisen soll. Im angegliederten Praxisprojekt "Nachhaltig Einkaufen: Kundenführung am Point of Sale" werden zudem Feldtests durchgeführt, die ausloten sollen, wie Verbraucher beim Einkaufen noch besser an nachhaltigere Produkte gelangen können.

    Das zweite Projekt "COWERK" befasst sich mit neuen kollaborativen Formen des Selbermachens und Zusammenarbeitens. Das Fraunhofer ISI unterstützt die Entwicklung eines Leitbildes für offene Werkstätten und exploriert deren Potenziale zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation. Hauptziel ist es herauszufinden, wie "Fab Labs" (Fabrikationslabore) und andere offene Werkstätten aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Perspektive nachhaltig gestaltet, in der Breite der Gesellschaft etabliert und mit bestehenden ökonomischen Strukturen im Kontext offener Innovationsprozesse verknüpft werden können. Dabei soll auch geklärt werden, wie die neue "Kultur des Selbermachens" zu einer dezentraleren und nachhaltigeren Ökonomie führen könnte.

    Mit innovativen Ansätzen für mehr Nachhaltigkeit befasst sich ebenfalls das Projekt "TransNIK", das vom Fraunhofer ISI koordiniert wird. Das Forschungsvorhaben legt seinen Fokus auf die Treiber und Hemmnisse für neue nachhaltige Nischenansätze in den klassischen kommunalen Handlungsfeldern Energieversorgung, Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Bauen und Wohnen. Auf Basis von Fallstudien werden in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern Handlungsempfehlungen für die beteiligten Akteure und die politische Rahmensetzung abgeleitet, um die Entstehung und Verbreitung nachhaltiger Nischeninnovationen zu fördern. Zudem wird das Projekt Synergieeffekte zwischen den drei Handlungsfeldern aufzeigen und dadurch domänenübergreifendes Lernen ermöglichen.

    Nele Friedrichsen, die am Fraunhofer ISI das Projekt "TransNIK" koordiniert, äußert sich wie folgt zu den drei Forschungsvorhaben: "Mit unserer theoriegeleiteten und gleichzeitig anwendungsorientierten Forschung im Bereich Nachhaltiges Wirtschaften möchten wir gemeinsam mit unseren Forschungspartnern dazu beitragen, Lösungsvorschläge zu aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen auszuarbeiten. Dabei soll auch die Relevanz von Nachhaltigkeitsinnovationen aufgezeigt und zentrale Akteure auf Handlungsmöglichkeiten zur Förderung von Nischenaktivitäten hingewiesen werden". Lorenz Erdmann, der am Fraunhofer ISI die Forschung zu den Projekten "COWERK" und "INNOLAB" koordiniert, weist auf die Wichtigkeit der Untersuchung von Nachhaltigkeitsinnovationen hin: "Das Fraunhofer ISI leistet in diesen drei Projekten einen wesentlichen Beitrag zur Verzahnung von Transformations- und Zukunftsforschung. Durch Einbindung von Praxispartnern und Entscheidern in die Entwicklung von Leitbildern, Szenarien und Roadmaps sollen Impulse für den Übergang zur Green Economy gegeben werden."

    Die drei Forschungsprojekte "COWERK", "TransNIK" und "INNOLAB" können laut Friedrichsen und Erdmann mithelfen, in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schlüsselfeldern Veränderungsprozesse hin zu einer nachhaltigeren Entwicklung anzustoßen.


    Weitere Informationen:

    http://www.innolab-livinglabs.de/
    http://www.cowerk.org/
    http://www.transnik.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Energie, Gesellschaft, Politik, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay