Wissenschaftsrat | Bundesinstitut für Risikobewertung muss Risikoforschung verstärken

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19.10.2015 13:54

Wissenschaftsrat | Bundesinstitut für Risikobewertung muss Risikoforschung verstärken

Dr. Christiane Kling-Mathey Geschäftsstelle
Wissenschaftsrat

    Auf der Grundlage überwiegend sehr guter Forschungsleistungen erbringt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin wichtige Risikobewertungen für Politik und Öffentlichkeit und ist ebenfalls gut aufgestellt für die Risikokommunikation gegenüber diesen Bereichen. Das Institut leistet damit insgesamt einen wesentlichen Beitrag zum gesundheitlichen Verbraucherschutz in der Bundesrepublik.

    Auch auf europäischer und internationaler Ebene ist das BfR eine der führenden Einrichtungen in der wissenschaftsbasierten Risikobewertung. Zu dieser Einschätzung gelangt der Wissenschaftsrat im Rahmen seiner Herbstsitzungen in Bielefeld.

    Begründet liegt diese hohe Leistungsfähigkeit in einer sinnvollen Strategie für die Risikoforschung, Risikobewertung und Risikokommunikation, über die das BfR verfügt; sie sollte nach Auffassung des Wissenschaftsrats allerdings noch klarer ausformuliert und schriftlich niedergelegt werden. Für einige Tätigkeitsbereiche könnte das BfR zudem ambitioniertere Zukunftsperspektiven entwickeln. Das gilt beispielsweise für seine Risikoforschung, die gestärkt werden sollte. Angesichts des sehr breiten thematischen Spektrums der Forschung sollte das BfR ausgewählte Themenfelder priorisieren und gezielt ausbauen, auch finanziell.

    Empfohlen wird dem BfR darüber hinaus, eine systematischere Herangehensweise zur Identifikation neuer gesundheitlicher Risiken zu entwickeln und ein übergreifendes, systematisches Wissensmanagement einzuführen. Dazu sollte auch die Abstimmung zwischen den BfR-Kommissionen untereinander und mit dem wissenschaft­lichen Beirat verbessert werden, zum Beispiel durch die Einrichtung eines gemeinsamen wissenschaftlichen Ausschusses.

    In der Vergangenheit sind die Tätigkeitsfelder des BfR stetig ausgebaut worden. Vor diesem Hintergrund hält der Wissenschaftsrat die derzeitige finanzielle und personelle Ausstattung des BfR für nicht ausreichend. „Die Forschung im BfR muss so aufgestellt werden, dass eine hochwertige Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben auch weiterhin gewährleistet ist“, so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Manfred Prenzel. Daher sollte der zusätzliche Personalbedarf, der im Rahmen einer unabhängigen Personalbedarfsermittlung festgestellt wurde, rasch umgesetzt werden.

    Mit der Evaluation des BfR schließt der Wissenschaftsrat seine Begutachtung der sechs Ressortforschungseinrichtungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ab. Diesen wurden insgesamt sehr gute bis hervorragende Forschungsleistungen bescheinigt. In einzelnen Forschungsfeldern hat der Wissenschaftsrat Überschneidungen zwischen den evaluierten Einrichtungen festgestellt. Das sollte das BMEL zum Anlass nehmen, die Zuständigkeiten der Einrichtungen in seinem Geschäftsbereich klarer voneinander abzugrenzen, auch die Forschungsprogramme sollten besser aufeinander abgestimmt werden.


    Weitere Informationen:

    http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/4906-15.pdf - Stellungnahme zum Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin (Drs. 4906-15)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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